Buchen

FG „Hettemer Fregger“ Beim Faschenachtsauftakt zum 66-Jahr-Jubiläum im Lindensaal ein närrisches Feuerwerk gezündet

Getanzt, gesungen und unheimlich viel gelacht

Zu Beginn der „heißen Phase“ brannten die Akteure der FG „Hettemer Fregger“ bei ihrem Faschenachtsauftakt ein dem 66-Jahr-Jubiläum würdiges närrisches Feuerwerk der Extraklasse ab.

Hettingen. Donnernde Lachsalven, zynisch-zündende Büttenreden und aparte Gardetänze kennzeichneten den Fastnachtsauftakt der FG „Hettemer Fregger“ am Samstagabend im Lindensaal. Auf den traditionellen „Marsch der Äschesäcke“, mit dem die unter Leitung von Walter Stahl den Abend bereichernde Hüngheimer Trachtenkapelle den Einzug untermalte, folgte die Begrüßung von Präsident Robin Schmelcher und Jungpräsident Gino Sutter: „66 Jahr Hettemer Faschenacht – es wird getanzt, gesungen und gelacht“, erklärten sie und versprachen Humor und Narretei, zumal das Leben frei nach Udo Jürgens mit 66 Jahren erst los gehe.

Mit launigen Worten stellten sich die Gastabordnungen aus Buchen, Hainstadt, Hettigenbeuern, Bödighem, Seckach und Schweinberg vor, ehe sich der Nachwuchs die Ehre gab: Die „Freggerli“ (trainiert von Kirsten Erfurt, Hannah Stewner, Hedi Rösch und Melanie Möller) wirbelten mit Spaß über die Bühne und sorgten für ein begeistertes Publikum. Mit dem flotten Schautanz „Avatar – Aufbruch in eine neue Welt“ und äußerst einfallsreicher Maskerade entführte schließlich die von Helen Esche, Michaela Knöbl und Bianca Frank trainierte Kindergarde in unbekannte Länder. Von der Tanzfläche ging es nun direkt in die Bütt, wo „Stadtmensch und Landmensch“ (Guy Sutter und Arno Kirchgessner) den Unterschied zwischen Metropolen und flachem Land erörterten: Mit viel Wortwitz sinnierten sie darüber, ob es nun schöner sei, beim Spaziergang ausschließlich aus Vereinen bekannte Gesichter zu treffen und gemütlich „beim Albert“ einzukaufen, oder innerhalb weniger Augenblicke Theater, Bistros und Arenen aufsuchen zu können. Aber während der „Städter“ die guten Landbrötchen und die vielen Tiere schätzt, freut sich das „Landei“ über anonymes Flirten in der Großstadt – der eine so, der andere so.

Helle Begeisterung

Als amtierender Narrenring-Vizemeister und ganzer Stolz der Hettemer Faschenacht gab sich hernach die von Hanneh Stewner, Jana Kreuter und Robin Schmelcher trainierte Freggergarde die Ehre, um mit flinken Füßen für helle Begeisterung im kräftig applaudierenden Saal zu sorgen. Und kaum hatte Ortsvorsteher Timo Steichler das brauchtumliche Engagement der „Fregger“ gewürdigt und den Rathausschlüssel an Robin Schmelcher überreicht, trumpfte auch schon die Gemischte Schautanzgruppe der FG „Höhgöiker“ Glashofen mit ihrer Revue „Schiff Ahoi – Matrosen außer Rand und Band“ und ansprechender Kostümierung auf. Mit einem fröhlichen Schunkelwalzer drehten sodann die „Hüngheimer“ an der Stimmungsschraube, während Freunde des klassischen Gardetanzes bei der mit stehenden Ovationen umjubelten Juniorengarde (Trainerin Celine Henk) voll auf ihre Kosten kamen.

Ein besonderer – und durchaus zu Herzen gehender – Höhepunkt des Abends war ein bis zuletzt mit „Überraschung“ betitelter Programmpunkt. Hier brillierten Leonie Swoboda und Peter Balint aus „Hettemer Tanzpärchen“ und erfüllten damit den Herzenswunsch der verstorbenen Luisa (wir berichteten), die mit ihrem Vater auftreten wollte. Mit ergreifenden Worten wandte sich Peter Balint an das Publikum und dankte allen Weggefährten und Helfern, die diesen besonderen Auftritt ermöglicht hatten.

Füchse und Gänse teilten sich im Anschluss bei der ausgesprochen originellen Tanzrevue der von Jana Kreuter und Hanneh Stewner trainierten Freggergarde, um unter der Maxime „Ganz schön ausgefuchst“ ein Bühnenspektakel vom Feinsten zu präsentieren. Dann erfolgte ein „Wandel“: Nachdem das bisherige Programm zumeist von weiblichen Akteuren dominiert wurde, gehörte die „Zielgerade“ des ansprechenden Abends im einladend geschmückten Lindensaal den Herren. Den Anfang machte das von Angelina Sutter und Nadine Schmit trainierte Männerballett „Waschbärbäuch“ mit der akrobatisch anspruchsvollen Show „Monstermäßig geträumt“. Hier gaben sich Frankenstein und Konsorten die Ehre, um bei Kunsteis-Nebel und kraftvollen Beats Zunder zu geben. Alle Lacher auf seiner Seite hatte zum Schluss der bestens aufgelegte, den Stallungen der Glashofener „Höhgöiker“ entflogene Büttenredner Martin Gehrig, der als „Weichei“ aus dem Nähkästchen des ehelichen Wahnsinns plauderte und einen nicht mehr ledigen Mann als „erledigt“ bezeichnete. Mit donnerndem Beifall und den Schlussworten von Präsident Robin Schmelcher endete nun das offizielle Programm, während die fünfte Jahreszeit freilich erst richtig in Fahrt kommt.

Zahlreiche Ehrungen

Eine stattliche Zahl von Ehrungen erfolgte am Samstag in Laufe des Fastnachtsauftakts der FG „Hettemer Fregger“. Präsident Robin Schmelcher und Vorsitzende Kirsten Erfurt verteilten zahlreiche Ehrennadeln und Urkunden für langjähriges Mitwirken und zeichneten zunächst Sarah Müller mit der bronzenen Ehrennadel für fünfjährige Gardezugehörigkeit aus. Die Ehrennadel in Silber für sieben Jahre ging an Kim-Joana Kreuter und Emely Merkert; die goldene Nadel erhielt die seit neun Jahren tanzende Leonie Swoboda. Die Sonderehrung für zehn Jahre Gardetanz erfuhren Anika Gremminger, Nora Mackert und Hannah Stewner. Auch bei den Tänzern der „Waschbärbäuch“ gab es Ehrungen. So konnten Thomas Müller, Christian Neuhäuser und Guy Sutter für jeweils sieben Jahre die silberne Ehrennadel entgegen nehmen; für elf Jahre erhielt Arno Kirchgeßner die goldene Ehrennadel.

Info: Weitere Bilder finden sich in einer Fotostrecke unter fnweb.de

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