Buchen

Am Dienstag, 20. Oktober

Gedenktag des Heiligen Wendelin

Hollerbach.Den Gedenktag des Heiligen Wendelins begehen am Dienstag, 20. Oktober, vielen Gemeinden im Madonnenländchen. Wendelin lebte im sechsten Jahrhundert als Mönch und Einsiedler im Waldgebiet im heutigen Bistum Trier. Nach seinem Tod im Jahr 617 beginnt die Verehrung des Glaubensboten und die Wallfahrt zum Grabheiligtum im heutigen St. Wendel. Die Legende macht Wendelinus zu einem schottischen Königssohn und zum Gründungsabt der Abtei Tholey. In der Region wird der Heilige seit Jahrhunderten als Schutzpatron für die Landwirtschaft und das Vieh angesehen. Die Verehrung nahm durch Tierseuchen im Mittelalter zu und ist in Hollerbach bis ins 15. Jahrhundert nachgewiesen. Pilger strömten aus der gesamten Region in die Mutterkirche des Odenwaldes.

Bei diesen Festen war die Kirche immer gut besucht und es wurde zünftig gefeiert. Weil manche Pilger dabei über die Stränge schlugen, wurde 1789 bei einer Visitation gar die Verlegung des Festes auf den darauffolgenden Sonntag gefordert. Der damaligen Pfarrer konnte dies mit dem Hinweis auf die Bedeutung für die Bevölkerung abwehren. Außerdem befürchtete er, die Pilger könnten in andere Orte ausweichen und Hollerbach könnte die reiche Kollekte für die damals baufällige Kirche verlieren.

Als Helfer bei einer Pest bewährt

In Vergessenheit geraten ist, dass der heilige Wendelin sich um 1320 als großer Helfer bei einer allgemeinen Pest bewährt hatte. Aus diesem Pestpatronat wurde bald ein allgemeines Seuchenpatronat für Menschen und Tiere. So war der Heilige im Laufe der Zeit besonders bei ansteckenden Krankheiten gefragt. In Hollerbach wurde am Sonntag bei einem Gottesdienst an den Schutzpatron erinnert.

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