Buchen

Mariä Himmelfahrt in Hettigenbeuern Buchener Stadtteil feiert den Festtag unter anderem mit einer Lichterprozession

Eine alte Tradition wird fortgesetzt

Der Feiertag Mariä Himmelfahrt erfreut sich in Hettigenbeuern einer langen Vergangenheit und wachsender Beliebtheit.

Hettigenbeuern. Mitten in den Sommerferien liegt der Festtag Mariä Himmelfahrt am Dienstag, 15. August, und wird wie in jedem Jahr im Morretal gefeiert.

Viele lassen sich von der Faszination des Marienfeiertages anstecken und freuen sich im Vorfeld darauf. Andere dagegen stellen sich die Frage "Ist dieser Festtag noch zeitgemäß?". In Hettigenbeuern wird dieser Tag schon seit vielen Jahren mit einem Blumen- und Lichtermeer gefeiert. Am Abend findet um 20 Uhr der Gottesdienst mit Kräuterweihe und anschließend die Lichterprozession durch den Stadtteil statt.

Beweise des Vertrauens

Die Marienverehrung hat im Morretal eine lange Geschichte. Der Festtag "Aufnahme Mariens in den Himmel" findet in Hettigenbeuern seit vielen Jahrzehnten in der Lichterprozession seinen Höhepunkt. Zahlreiche Marienaltäre entlang des Prozessionsweges zeugen vom Vertrauen in die Muttergottes. In der heutigen Zeit ist es keine Selbstverständlichkeit, wenn Anwohner die Tradition fortsetzen und ihre Verehrung dadurch zum Ausdruck bringen, dass sie Blumen sammeln, Sträuße richten, Lichter entzünden und kleine Altäre aufbauen.

Viele Marienverehrer aus nah und fern kommen alljährlich in den Stadtteil, um das Hochfest mitzufeiern. Viele, die die Mariä Himmelfahrt in Hettigenbeuern einmal mitgefeiert haben, kehren begeister zurück und bestätigen, dass hier auf bemerkenswerte Weise eine tiefe Tradition spürbar wird.

Kein staatlicher Feiertag

Von der Verehrung der Muttergottes in der hiesigen Region zeugen auch zahlreiche geweihte Bildstöcke in den Fluren des Madonnenländchens. Früher war der 15. August als staatlicher Feiertag anerkannt. Heute ist das nur noch in wenigen Bundesländern wie beispielsweise Bayern der Fall, weshalb der Festgottesdienst in Hettigenbeuern von Pfarrer Markert auf den Abend verlegt wurde. Pfarreirechnungen belegen, dass schon im Jahr 1643 am Marienfeiertag ein Gottesdienst in Hettigenbeuern stattfand. Auch in den Jahren 1721 und 1722 wird von Ämtern am Himmelfahrtstag berichtet. In den Pfarreirechnungen von 1741 werden erstmals das Titularfest und die Marianische Bruderschaft erwähnt.

Auszüge aus dem Erzbischöflichen Archiv Freiburg zeigen ebenfalls, dass in Hettigenbeuern an Maria Himmelfahrt schon seit langer Zeit eine Prozession stattfindet. Ein Auszug aus den Akten des Erzbischöflichen Archivs: "7.5.1838: Pfarrverweser Kramer frägt an, ob es gestattet sei an Mariae Himmelfahrt wie an Fronleichnam nach dem Hochamt eine Prozession mit der Aussetzung des Allerheiligsten und vier Altären zu machen."

An diesem Abend steht neben der Eucharistiefeier mit Festpredigt auch die Kräuterweihe im Mittelpunkt. Im Rahmen des Gottesdienstes erfolgt die Kräuterweihe. Da in der Zeit des Festes das Getreide seine Reife erlangte und die Natur in höchster Blüte stand, lag der Brauch an Marienfeiertag wahrscheinlich nah, zumal Maria schon immer als "Blume des Feldes" verehrt wurde. Die Weihe und Segnung soll verdeutlichen, dass alle Heilkräfte eine von Gott verliehene Gabe sind.

Trost und Hoffnung

Die Heilkräuter sollen Hoffnung und Trost spenden und spiegeln das Bild der Gottesmutter wieder. Diese alte Tradition, die viele noch aus der Kindheit kennen, erfreut sich gerade in jüngster Zeit wieder einer zunehmenden Beliebtheit. So führt auch die Frauengemeinschaft Hettigenbeuern seit einigen Jahren geführte Kräuterwanderungen durch zum gemeinsamen Binden des Kräuterstraußes. Das Zusammenstellen und Binden der Kräuter gilt als Wissenschaft und ist regional sehr unterschiedlich gehandhabt. So gehören in einen "Würzbüschel", wie er in unserem Raum genannt wird, beispielsweise Wermut, Johanniskraut, Beifuß, Rainfarn, Schafgarbe, eine Königskerze, Tausendgüldenkraut und Eisenkraut.

Der Festtag am Dienstag, 15. August, beginnt mit dem Festgottesdienst mit Kräuterweihe um 20 Uhr. Anschließend findet die Lichterprozession durch den illuminierten, festlich geschmückten Stadtteil zum Bildstock der schmerzhaften Muttergottes statt.