Buchen

Egbert Fischer offiziell verabschiedet Einsatz und unermüdliches Engagement des ehemaligen Ortsvorstehers wurde von allen Rednern gewürdigt

Ein wohlbestelltes Haus übergeben

Archivartikel

Götzingen.„Ein Kapitän geht von Bord . . .“, in der Tat durchwehte ein Hauch vom Ende einer langen Kreuzfahrt die Festhalle beim Abschiedsempfang für Götzingens Ex-Ortsvorsteher Egbert Fischer, wobei sich aber durchaus auch eine Spur an „Zauber eines Neubeginns“ in die Atmo-sphäre mischte. Gleichzeitig dokumentierte der Verlauf der Veranstaltung die Bedeutung eines lebendigen Vereins- und harmonischen Zusammenlebens für eine Dorfgemeinschaft – der Gesangverein „Eintracht“, das Harmonika-Orchester „Akkordeana“ und die Musikkapelle Götzingen umrahmten gekonnt den Programmablauf und verliehen dem Abend eine beeindruckende Note.

Götzingens neue Ortsvorsteherin Daniela Gramlich, erste Frau und seit einem Monat im Amt, entbot zum Auftakt Willkommensgrüße und dankte für das breite Interesse, dabei entbot sie Bürgermeister Roland Burger und Beigeordnetem Benjamin Laber sowie den Wegbegleitern Fischers über die fast 20-jährige Amtszeit besondere Grüße. Ein großes Kapitel Dorfgeschichte gehe für Götzingen mit dem Ausscheiden von Egbert Fischer als Ortsvorsteher zu Ende, führte sie aus, gemischte Gefühle seien damit verbunden, speziell für Egbert Fischer sicher gleichzeitig Wehmut und Freude. Er habe fast zwei Jahrzehnte Verantwortung für Götzingen getragen, sein Amt sehr engagiert und ver-einsbezogen ausgeübt, das verdiene Dank und Anerkennung der Bürgerschaft.

Nach langer Zusammenarbeit müsse er sich von einem engagierten Wegbegleiter und Freund verabschieden, betonte Bürgermeister Burger, der als Ortsvorsteher aufgrund der eingetretenen Strukturveränderungen gewaltige Herausforderungen zu bestehen hatte, aber heute ein wohlbestelltes Haus übergebe. Vom Start weg habe er sich neben seinem Beruflichen Einsatz bei der Bundeswehr voll eingebracht für „sein Getzi“ – wobei er ihm „101 Prozent Einsatz“ bestätigte – und habe sich zudem auch als Sprecher der 13 Ortvorsteher der Gesamtstadt engagiert. Zahlreiche große und kleine Projekte verbunden mit vielen Herausforderungen gab es zu bewältigen wie beispielsweise Erschließung „Koben III“, Flurneuordnung verbunden mit Hochwasserschutz, „Nächstweiher“-Anlage neuerdings als Leader-Projekt, moderne Friedhofsneugestaltung oder als besonderer Meilenstein die Hallensanierung mit beachtlichem Vereins-Engagement von über 4000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden.

Vielfach aktiv

Darüber hinaus habe Egbert Fischer noch Zeit und Kraft gefunden, sich auch im Pfarrgemeinderat, im Sängerkreis und im Interessenverband der Götzinger Vereine zu engagieren. Er und seine Gemeinde dürfen stolz sein auf das Erreichte. Für solchen vorbildlichen und unermüdlichen Einsatz für den Stadtteil Götzingen und für die Stadt Buchen zollte ihm der Bürgermeister, auch im Namen seines Amtsvorgängers und Landrates Dr. Achim Brötel, Respekt und Anerkennung, verbunden mit großem Dank. Für die Zukunft wünschte er ihm alles Gute und Gesundheit, vor allem aber mehr Zeit für die Familie und seine Opa-Pflichten. Abschließend entbot der Bürgermeister auch Amtsnachfolgerin Gramlich Grüße und motivierte sie mit dem Leitgedanken „Abschied ermöglicht Zukunft!“ Dass Egbert Fischer neben seiner Verwaltungsarbeit stets die Vereine im Fokus hatte unterstrich der TSV-Vorsitzende Erwin Holderbach. Er übermittelte in Namen der Götzinger Vereine dem „Ex-OV“ Dank und Anerkennung für sein Engagement. Aus seinen Erfahrungen in 22 Jahren Vorsitzender des Gesangvereins waren ihm die Probleme und Herausforderungen der Vereinswelt bestens bekannt, so fanden die Vereine als Garant für ein funktionierendes Gemeinschaftsleben bei ihm stets ein offenes Ohr.

Egbert Fischer betonte bei seinen Dankesworten, dass in seiner Amtszeit vom 10. Januar 2000 bis 21. Oktober 2019 eine vielseitige Palette an Themen und Problemen zu behandeln war, – vielerlei Herausforderungen seien zu bewältigen gewesen. Er habe dabei vieles erlebt, erfahren und gelernt, wobei jedenfalls das Positive letztlich überwiege. Es sei zwar letztlich absolut unmöglich, allen alles recht zu machen, doch das Wohl Götzingens und seiner Bürger habe für ihn immer im Vordergrund gestanden.

Schöne und erlebnisreiche Zeit

Ob seine Amtszeit erfolgreich war, mögen die Bürger bewerten. Er jedenfalls könne trotz aller Höhen und Tiefen eine erfolgreiche Periode bilanzieren, eine schöne und erlebnisreiche Zeit, die er keinesfalls missen möchte, so dass der Rückblick durchaus mit etwas Wehmut verbunden sei. Für die vielsei-tige Unterstützung und von gegenseitigem Verständnis geprägte gute Zusammenarbeit über die zwei Jahrzehnte richtete Egbert Fischer Worte des Dankes an den Bürgermeister und die Stadtbeschäftigten, die Gemeinde- und Ortschaftsräte, die Pfarrgemeinde, die Nachbarschafts-grundschule und das Kinderhaus sowie nicht zuletzt die örtlichen Vereine. Sein Dank galt weiter Jagdpächter Berger und den Schotterwerken Hohenlohe-Bauland, seinen Mitarbeitern in der Ortschaftsverwaltung und seiner Gattin und der Familie, die oft verzichten und viel Verständnis aufbringen mussten. Dank formulierte er auch für die Ansprachen, guten Wünsche und Präsente. Abschließend wünschte er seiner Heimatgemeinde sowie ihren Bürgern und Vereinen alles Gute und ganz besonders auch seiner Nachfolgerin viel Glück und Erfolg im Amt.

Mit einem „Lebensspiegel“, einem Buch der Erinnerungen in Bildern, unterstrich Daniela Gramlich den Dank des Ortschaftsrates und der Bürgerschaft an den scheidenden Amtsvorgänger. Nach stehenden Ovationen und dem gemeinsam gesungenen Badner-Lied klang die eindrucksvolle Abschiedsfeier bei einem kleinen Umtrunk aus. jm

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