Buchen

„Wasser und Gesundheit für Jattaba“ Die Lyrikerin Xenia Hügel sammelt mit dem Wahl-Buchener Omar Sanneh für dessen Heimatdorf in Gambia

Ein Krankenhaus soll errichtet werden

Die Lyrikerin Xenia Hügel kann einfach nicht anders. Kaum nähert sich ihr Hilfsprojekt in Uganda einem erfolgreichen Ende, unterstützt sie Menschen in Gambia.

Buchen. Die Lyrikerin und Aktivistin Xenia Hügel, die mittlerweile von Buchen nach Offenbach gezogen ist, hat in Uganda viel erreicht. Im Dezember 2018 entdeckte sie auf Facebook das „Sounds of Hope Children Center“ in Uganda. Sie schrieb eine Nachricht und bot ihre Hilfe an. Der Leiter Nicholas Mubeezi antwortete Xenia Hügel – der Grundstein für ihr Engagement war gelegt. Sie wurde nicht müde, für die Waisenkinder Spenden zu sammeln. Mit dem Geld – es kamen über 100 000 Euro für die Organisation in Lugazi zusammen – hat die ehemalige Buchenerin die Lebensbedingungen von mittlerweile über 90 Kindern enorm verbessert. Ein komplettes Waisenhaus, eine Schule und ein Brunnen wurden beispielsweise gebaut und sechs Lehrer, ein Koch, ein Sicherheitsmann und zwei Erzieherinnen wurden eingestellt.

Mit der der Corona-Krise wurde der Hunger zum Problem, weil Familien und alleinerziehende Mütter nicht arbeiten und somit ihre Kinder nicht mehr ernähren konnten. Hügel ist es gelungen, genügend Spenden zu sammeln, um über 45 Familien mit Nahrung zu versorgen.

In Uganda fehlt jetzt nur noch der Schritt in die Selbständigkeit, es ist geplant fünf Hektar Land für einen Landwirtschaftsbetrieb zu erwerben. Doch schon hat Xenia Hügel eine weitere Aufgabe übernommen . Seit Juni lautet das Motto „Wasser und Gesundheit für Jattaba“. Der Vater des Wahl-Bucheners Omar Sanneh – er wohnt seit fünf Jahren in der Bleckerstadt – ist Bürgermeister der Gemeinde in Gambia. Die will ein eigenes Krankenhaus errichten. Das Grundstück stellt der Bürgermeister zur Verfügung, anpacken wollen die Gemeindemitglieder. Nun fehlt das Geld, um das sich Hügel kümmern will. Neben dem Krankenhaus soll auch die Wasserversorgung für die Bewohner geregelt werden – der Gemeinschaftsbrunnen im Dorf muss repariert werden und soll eine neue Solarpumpe erhalten.. „Wenn wir ein Krankenhaus hätten, würde uns der Staat Ärzte und Krankenschwestern nach Jattaba schicken und diese könnten vom Staat bezahlt werden“, ist sich die Lyrikerin sicher.

„Unser Dorf Jattaba hat kein Krankenhaus, nur die kleine Apotheke das ,Health Center’, die aber nur sehr schlecht bestückt ist und der Apothekenhelfer kann wenig helfen. Wir benötigen dringend Hilfe, um ein eigenes Krankenhaus zu bauen. Unser Dorf möchte selbst anpacken und das Krankenhaus bauen – aber die Gelder für die Materialien fehlen“, so der Bürgermeister. „Mein Kind ist sehr krank, die kleine Apotheke hier kann meinem Kind wenig helfen – ich kann meinem Kind ja nicht einfach Schmerztabletten geben. Ich wünschte, mein Kind könnte von einem richtigen Arzt untersucht werden. Wir brauchen dringend Hilfe“, erklärt eine Einwohnerin von Jattaba. Und der Apothekenhelfer: „Ich helfe hier in dieser kleinen Apotheke aus. Meist haben wir einfach nur Schmerzmittel zur Ausgabe. Einmal pro Woche kommt ein Krankenpfleger hier vorbei, aber er kann unseren Einwohnern nicht viel helfen. Wir benötigen hier verschiedene Medikamente und Fachkräfte, denn ich bin ungelernt.“

Wer helfen will, kann folgendes Spendenkonto nutzen: „Sounds of Hope“ (Betreff: Gambia), Sparkasse Miltenberg-Obernburg DE12 7965 0000 0501 5662 85.

Außerdem werden Menschen gesucht, die das kleine „Health Center Jattaba“, also die Apotheke, mit einer monatlichen Spende für Medikamente (besonders gegen Malaria) unterstützen können. Wer hier helfen will, muss beim gleichen Spendenkonto lediglich beim Betreff „Medikamente Gambia“ angeben.

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