Buchen

„Mariä Himmelfahrt“ in Hettigenbeuern Festgottesdienst, Lichterprozession und Kräuterweihe am Donnerstag, 15. August / 1643 erstmals in Kirchenbüchern erwähnt

Ein Fest zur Verehrung der Muttergottes

Hettigenbeuern.Madonnenländchen wird die Region oftmals liebevoll genannt. Es ist der Name des Gebietes, das sich vom östlichen Odenwald im nördlichen Grenzgebiet von Baden-Württemberg und Bayern über das Bauland bis zum Taubertal im Osten erstreckt. Es ist jedoch kein geografischer Begriff. Der Name rührt von früher und macht auf eine große Marienverehrung aufmerksam.

Von der Verehrung der Muttergottes, wie sie in Vergangenheit in der hiesigen Region gelebt wurde, zeugen zahlreiche der Muttergottes geweihte Bildstöcke in den Fluren des Madonnenländchens. Ein weiteres Zeichen sind besondere Feiern am Festtag Mariä Himmelfahrt. Hettigenbeuern zum Beispiel begeht diesen Tag mit einem Festgottesdienst und einer Lichterprozession.

Vorfreude auf den Festtag

„Wird in Hettigenbeuern auch dieses Jahr wieder so schön Maria Himmelfahrt gefeiert?“ Diese Frage stellte ein Anrufer aus einer bayrischen Nachbargemeindein der vergangenen Woche. Er freue sich schon darauf, wenn er abends den Festtag wieder mitfeiern könne.

Freuen sich noch viele auf Maria Himmelfahrt? Oder ist es den meisten egal, ob und wie das kirchliche Fest begangen wird? Wie sehen es die jungen Menschen? Ist das Hochfest noch zeitgemäß? Es steht eine lange Tradition hinter dem Fest, aber gerade in Zeiten, in denen immer weniger Menschen zur Kirche gehen, sind diese Fragen sicherlich berechtigt.

Gottesdienst um 20 Uhr

In Hettigenbeuern ist dieser Festtag schon seit vielen Jahren ein großer Feiertag und auch in diesem Jahr soll der Marienfeiertag am Donnerstag, 15. August, im Morretal mit einem Blumen- und Lichtermeer gefeiert werden. Am Abend finden um 20 Uhr der Gottesdienst mit Kräuterweihe und anschließend die Lichterprozession statt.

Marienverehrung hat im Morretal eine lange Geschichte. Pfarreirechnungen belegen, dass schon im Jahr 1643 am Marienfeiertag ein Gottesdienst in Hettigenbeuern stattfand. Auch in den Jahren 1721 und 1722 wird von Ämtern am Himmelfahrtstag berichtet. Auszüge aus dem Erzbischöflichen Archiv Freiburg zeigen ebenfalls auf, dass in Hettigenbeuern an „Maria Himmelfahrt“ schon seit langer Zeit eine Prozession stattfindet. Ein Auszug aus den Akten des Erzbischöflichen Archivs: „7.5.1838: Pfarrverweser Kramer frägt an, ob es gestattet sei an Mariae Himmelfahrt wie an Fronleichnam nach dem Hochamt eine Prozession mit der Aussetzung des Allerheiligsten und vier Altären zu machen.“

Der Festtag „Aufnahme Mariens in den Himmel“ findet in Hettigenbeuern seit vielen Jahrzehnten in der Lichterprozession seinen Höhepunkt. Zahlreiche Marienaltäre entlang des Prozessionsweges zeugen von Vertrauen in die Muttergottes. Viele Marienverehrer aus nah und fern kommen alljährlich in den Buchener Stadtteil, um das Hochfest mitzufeiern.

Im Gottesdienstes erfolgt die Kräuterweihe. Da in der Zeit des Festes auch Erntezeit ist, lag dieser Brauch am Marienfeiertag wahrscheinlich nah, zumal Maria schon immer als „Blume des Feldes“ verehrt wurde.

Das Zusammenstellen und Binden der Kräuter wird regional sehr unterschiedlich gehandhabt. So gehören in einen „Würzbüschel“ beispielsweise Wermut, Johanniskraut, Beifuß, Rainfarn, Schafgarbe, eine Königskerze, Tausendgüldenkraut und Eisenkraut. Im Anschluss an die Weihe beginnt die Lichterprozession durch den illuminierten, festlich geschmückten Stadtteil, zum Bildstock der schmerzhaften Muttergottes. hes

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