Buchen

Eigenbetrieb Energie und Dienstleistungen Buchen Jahresabschluss für das Wirtschaftsjahr 2018 und Wirtschaftsplan beschäftigten den Gemeinderat / Höhere Eintrittsgelder für Bäder

Eigenkapitalquote der Stadtwerke soll steigen

Archivartikel

Der Eigenbetrieb Energie und Dienstleistungen Buchen war mehrfach Thema bei der Sitzung des Gemeinderats am Montag im Alten Rathaus.

Buchen. „Der Eigenbetrieb Energie und Dienstleistungen Buchen (EDB) hat das Wirtschaftsjahr 2018 mit einem Gewinn in Höhe von 160 799 Euro abgeschlossen“, so Betriebsleiter Andreas Stein im Bürgersaal. Dieser liegt um 289 000 Euro unter dem Vorjahresergebnis, aber um 89 000 Euro über dem Planansatz, wobei der Vorjahreswert von Einmaleffekten bestimmt war. Der Gewinn fließt in die Rücklagen. Der Jahresabschluss wurde von den Mitgliedern des Gemeinderats in ihrer Sitzung am Montag im Alten Rathaus festgestellt und die Entlastung der Betriebsleitung beschlossen.

Die EDB hat die Sparten Bäderbetriebe, Stadtbus, Telekommunikation, Photovoltaik und Beteiligungen, die von Andreas Stein beleuchtet wurden. Die Besucherzahlen des Hallenbades haben sich mit 41 716 Besuchern insgesamt um 14,1 Prozent erhöht. Die Besucherzahl im Waldschwimmbad lag 2018 auf Grund des sehr warmen Sommers bei über 54 000. Dies entspricht einer Steigerung um 37 Prozent. Der Verlust der Bäderbetriebe war mit 678 000 um 116 000 Euro niedriger als im Vorjahr. Dies lag im Wesentlichen an den guten Besucherzahlen.

Der Verlust der Stadtbuslinie beträgt fast wie im Vorjahr 102 000 Euro. In der Telekommunikationssparte ist der Verlust um 27 000 Euro auf 159 000 Euro gestiegen. Der Eigenbetrieb EDB hat gemäß seiner Satzung die Aufgabe die Breitbandversorgung im Bereich der Stadt Buchen zu fördern und zu unterstützen. Die EDB besitzt ein passives Netz aus Leerrohren und Glasfaserleitungen. Die Leerrohre werden überwiegend bei Baumaßnahmen mitverlegt und die Glasfasern bei Anwendungsbedarf eingeblasen. In 2018 wurden ins Netz weitere 128 000 Euro investiert. Der Betriebszweig Photovoltaik erwirtschaftete im Geschäftsjahr einen Überschuss von 17 000 Euro.

Die Beteiligung an den Stadtwerken ist für die EDB die Haupteinnahmequelle. Durch die Gewinnausschüttungen der Stadtwerke sollen die verbleibenden Verluste der anderen Sparten ausgeglichen werden. Durch einmalige Sondereffekte, wie Auflösung von Rückstellungen ist das Vorjahresergebnis nicht mit dem Ergebnis von 2018 vergleichbar, machte Stein deutlich. Der Gewinnanteil der EDB an der Stadtwerke Buchen GmbH & Co. KG von 74,9 Prozent betrug 1 083 000 Euro. Die Verlustsparten konnten somit ausgeglichen werden.

Jährlich ausgezahlt

Die Gewinne der Stadtwerke Buchen GmbH & Co KG wurden in der Vergangenheit jährlich in voller Höhe an die Gesellschafter ausgezahlt. Dadurch blieb das Eigenkapital auf konstanter Höhe. Da gleichzeitig auf Grund der Investitionen die Bilanzsumme kontinuierlich angestiegen ist, reduzierte sich die Eigenkapitalquote der Stadtwerke Buchen auf zwischenzeitlich 22,4 Prozent zum Jahresende 2018.

Da der Durchschnitt der Branche bei etwa 36 Prozent liegt, wird für die Stadtwerke mittelfristig eine Eigenkapitalquote von etwa 30 Prozent angestrebt. Die Gesellschafter haben sich verständigt, im Jahr 2019 und voraussichtlich auch im Jahr 2020 jeweils einen Betrag von einer Million Euro als Kapitaleinlage zu leisten. Entsprechend der Beteiligungsquote entfallen hiervon jeweils 749 000 Euro auf den Gesellschafter Energie und Dienstleistungen Buchen.

Im Rahmen des Beschlusses über das Jahresergebnis 2017 wurde 2018 bereits eine kleinere Kapitaleinlage von 375 000 Euro geleistet. Bürgermeister Roland Burger sprach sich dafür aus, die aktuell sehr günstige Finanzierungssituation dazu zu nutzen, einen größeren Betrag über eine Kreditaufnahme einzustellen. Selbst nach der Kapitaleinlage von zwei Millionen Euro liege die Eigenkapitalquote erst bei 27 Prozent. „Die Stärkung des Eigenkapitals eröffnet für die Stadtwerke Spielräume für künftige Entwicklungen“, so Klemens Gramlich für die CDU-Fraktion, der von einem „finanzpolitischen Schachzug“ sprach. Auch die Freien Wähler unterstützen laut Martin Hahn das Bestreben die Eigenkapitalquote zu erhöhen. Er unterstrich, dass über die EDB erwirtschaftete Gewinne der Stadtwerke wieder der Allgemeinheit zu Gute kommen. Einstimmig folgte der Gemeinderat den Empfehlungen des Ausschusses für Finanzen und genehmigte den ersten Nachtragshaushalt. Ebenso stimmte er zu, seitens des Eigenbetriebes Energie und Dienstleistungen Buchen eine Kapitaleinlage in Höhe von 749 000 Euro an die Stadtwerke Buchen zu leisten.

Bei drei Gegenstimmen votierte das Gremium für die Anpassung der Eintrittsgelder im Hallen- und Waldschwimmbad, die ab 1. Januar 2020 erfolgt. Bürgermeister Roland Burger sprach von einem „ausgewogenen Paket“ und einem „sehr familienfreundlichen Angebot“. Felix Pflüger bedauerte die Erhöhung, zumal dadurch der Deckungsgrad nur minimal verändert werde. Martin Hahn stellte fest, dass es sich um eine moderate Preissteigerung handele, außerdem befinde man sich von der Preisgestaltung her im Mittelfeld.

Verbesserung um drei Prozent

Bei Aufwendungen von 873 000 Euro (2017: 972 000 Euro) betrug der Kostendeckungsbeitrag über die Eintrittsgelder im Besucherrekordjahr rund 22 Prozent. Bei einem durchschnittlichen Besucherjahr wie 2017 nur etwa 18 Prozent. Bei der vorgeschlagenen Erhöhung der Eintrittsgelder wird dies bei einem durchschnittlichen Besucherjahr zu einer Mehreinnahme von rund 34 000 Euro (brutto) führen. Der Kostendeckungsbeitrag wird sich hierbei leicht um etwa drei Prozent verbessern.

Kinder bis sechs Jahre haben weiterhin freien Eintritt. Die Einzelkarten erhöhen sich für die Jugend (sieben bis 18 Jahre) um 50 Cent und für Erwachsene um einen auf vier Euro. Da sich die Dutzend- und Gruppenkarten nur um 20 Prozent erhöhen, kann man über die Gruppen- und Dutzendkarten sogar noch zum alten Einzelpreis die Bäder besuchen.

Rabatt im Vorverkauf

Der Preis der Familiensaisonkarte mit einem Erwachsenen und Jugendlichen bleibt stabil. Für zwei Erwachsene und Jugendliche wird ein neuer Familientarif eingeführt. Die Saisonkarte steigt von 75 auf 100 Euro. Im Vorverkauf gibt es wie bisher zehn Prozent Rabatt. Schüler, Auszubildende, Studenten und erwachsene Schwerbehinderte erhalten die um 50 Prozent ermäßigten Eintrittsgelder wie Jugendliche. Schwerbehinderte Jugendliche bezahlen bei den Einzelkarten 50 Cent weniger als für die Jugendkarte. Die Begleitperson hat kein Eintrittsgeld zu entrichten. Die Abendkarte ist im Hallenbad ab 20 Uhr und im Freibad ab 18 Uhr für Erwachsene um einen Euro und für die Jugendlichen um 50 Cent ermäßigt.

Auch in Zukunft sind laut Andreas Stein kontinuierlich Sanierungen und Investitionen erforderlich. Als nächstes ist im Waldschwimmbad eine Erneuerung der Beckenbeschichtung und im Hallenbad die Erneuerung der Lüftungsanlage im Umkleidebereich geplant. Das Kinderplanschbecken soll einen Sonnenschutz erhalten.

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