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Stipendium führte in die USA Antonia Heilig aus Hettingen lebte mehrere Monate im US-Bundesstaat Wyoming bei einer Gastfamilie / Corona-bedingtes Ende

Durch den Sport rasch Anschluss gefunden

Hettingen.„Auch wenn die Corona-Krise mir einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, so war es doch eine einmalige Erfahrung und ein absoluter Kompetenzgewinn“, resümiert Antonia Heilig aus Hettingen über die Zeit, die sie als Stipendiantin des Parlamentarischen Patenschaftsprogrammes (PPP) in der Stadt Kemmerer im US-Bundesstaat Wyoming verbracht hatte. Nachdem sie im März zurück nach „Hettje“ gekommen war, traf sie sich nun wieder mit Bundestagsabgeordnetem Alois Gerig, der regelmäßig die Patenschaft für junge Menschen aus dem Wahlkreis Odenwald-Tauber übernimmt und auch Antonia betreute.

Eine von sieben Stipendianten

In den „Staaten“ kam sie Mitte August vergangenen Jahres an. Kontakte zu ihrer Gastfamilie, in der neben den Gasteltern sieben Gastgeschwister zwischen vier und 18 Jahren sowie drei Hunde auf sie warteten, hatte die 16-Jährige dank der modernen Medien bereits zuvor gepflegt. „Langeweile kam auf diese Weise natürlich nicht auf“, erklärt sie und spricht von einer „sehr persönlichen und netten Atmosphäre in der Familie“, welche ihr den – in den ersten drei Wochen freilich nicht ganz einfachen – Wechsel über den großen Teich erleichtern konnte. Vor Ort war sie eine von sieben PPP-Stipendianten an der High School. Die Konstellation war international. „Es waren auch Jugendliche aus Litauen, Spanien und der Türkei dabei“, schildert Antonia Heilig und spricht von „interessanten Begegnungen“ sowie Klassenkameraden, von denen sie eine freundliche Aufnahme erfuhr.

Für Meisterschaft qualifiziert

Nicht zuletzt durch den Sport fand sie rasch Anschluss und qualifizierte sich sogar für die Staatsmeisterschaft im Schwimmsport, während ihre Gastschwester gar den Staatsrekord brach. „Die Sympathie war einfach da“, betont sie rückblickend.

Heilig charakterisiert die Mentalität der US-Amerikaner als offen, freundlich, familiär und von einer gewissen Abenteuerlust gekennzeichnet. „Die ,Amis’ sind sehr aufgeschlossen für Ausflüge und Unternehmungen mit der Familie und Freunden“, stellt sie fest. Auch die Betreuung seitens der begleitenden Organisationen sei vertrauensvoll und solide gewesen.

Eine gänzlich neue Erfahrung war für sie der englischsprachige Unterricht, der vor allem in wissenschaftlich orientierten Fächern wie Chemie oder Erdkunde etwas eigen gewesen sei. Allerdings zog Antonia Heilig auch aus dieser Besonderheit einen positiven Nutzen. „Meine vor der Reise schon guten Englischkenntnisse konnte ich speziell durch diese anfänglich als besonders schwierig wahrgenommenen Fächer noch weiter verbessern“, freut sie sich. Die 16-Jährige erinnert sich an einen sehr medial aufgebauten Unterricht. „Jeder Schüler arbeitete mit einem Laptop, während die Tafeln digital unterstützt waren und flächendeckendes Internet vorhanden war“, erzählt die 16-Jährige, deren Tagesablauf im eher ländlich geprägten Bundesstaat Wyoming von der Schule und sportlichen Aktivitäten dominiert wurde. „Echte Freizeit gab es nur am Wochenende“, berichtet sie und spricht von einem „völlig anderen Schulsystem als in Deutschland“. Auch das Wetter stellte sie vor manche Herausforderung: Ende September gab es bereite den ersten Schnee.

Die Rückreise erfolgte Anfang März ohne jede Vorbereitungsphase – dank Corona. „Binnen 48 Stunden stand meine Rückkehr nach Hettingen fest“, betont Antonia und spricht von einem „verfrühten Abbruch, der anfangs wehtat“. In der Heimat folgte die nächste corona-bedingte Zäsur: Noch einen Tag lang besuchte sie den regulären Unterricht am Buchener Burghardt-Gymnasium, wurde aber dann über Nacht mit den „Coronaferien“ konfrontiert.

Ihre Zeit in den USA bezeichnet sie als „tollen Aufenthalt“, der ihr zahlreiche Kompetenzen für ihre Persönlichkeitsentwicklung gebracht habe und auch ihren beruflichen Lebensweg prägen könnte. „Ein Auslandssemester in den USA könnte ich mir durchaus vorstellen“, verrät sie.

Ähnlich sieht das auch Alois Gerig. „Für junge Menschen bietet sich durch das PPP die wohl einmalige Gelegenheit, als eine Art Botschafter in die USA zu reisen. Antonia hat im begehrten Auswahlverfahren gesiegt, darauf kann sie stolz sein. Sie konnte somit wertvolle Erfahrungen für ihren weiteren Lebensweg sammeln, ihre Fremdsprachenkenntnisse erweitern und sicherlich auch Freundschaften finden“, schildert der CDU-Politiker. ad

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