Buchen

In der Stadthalle Buchen Beim Landschaftspflegetag gab es neue Impulse für den landesweiten Biotopverbund in Baden-Württemberg

Dialog zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Bürgern

Archivartikel

Buchen.Unter strengen Corona-Hygieneregeln fand Mitte September der landesweite Landschaftspflegetag in der Stadthalle Buchen statt. Die jährlich in einem anderen Landkreis stattfindende Veranstaltung, organisiert von der Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg, musste in diesem Jahr auf 75 Teilnehmer beschränkt werden.

Aus aktuellem Anlass war der „Landesweite Biotopverbund“ das zentrale Thema, auf das gleich zu Beginn die Grußredner Minister Peter Hauk, MdL, Regierungspräsidentin Sylvia Felder, Erster Landesbeamter Dr. Björn-Christian Kleih und Bürgermeister Roland Burger eingingen. Alle hoben gleichermaßen die große Bedeutung des Dialogs zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Bürgern hervor.

In seinem Vortrag zur aktuellen Entwicklung des Verbunds ging Bodo Krauß vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg auf das im Juli vom Landtag verabschiedete Biodiversität-Stärkungsgesetz mit der Änderung des Naturschutzgesetzes und des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes Baden-Württemberg ein.

Das Gesetzespaket geht auf die Eckpunkte zur Weiterentwicklung des Volksbegehrens „Rettet die Biene“ zurück. Ein wesentlicher Punkt der Novellierung ist der Aufbau eines landesweiten Biotopverbunds auf 15 Prozent der Landesfläche bis zum Jahr 2030.

Enge Zusammenarbeit

Am Nachmittag veranschaulichte der Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Neckar-Odenwald-Kreis, Matthias Jurgovsky, an fünf Beispielen die praktische Umsetzung mit vielen Projektpartnern. So arbeiten in Bödigheim Flurneuordnung, Landwirtschaft, Forst, Naturschutz und Kommune eng zusammen, um Kalkmagerrasen und Wacholderheiden wieder zu verbinden.

Damit werden Kernräume, Trittsteine und Verbindungsachsen für seltene Pflanzenarten, wie Orchideen oder die Spatzenzunge, und Schmetterlingsarten, wie den Kreuzenzian-Ameisenbläuling, geschaffen. Weitere Beispiele führten zu den Streuobstgürteln um Buchen mit Teilorten, dem Tontagebau in Hainstadt für den Amphibienverbund, dem Verbund trockenwarmer Standorte im Naturraum Bauland und in die Rebhänge im Neckartal bei Neckarzimmern.

In einer Podiumsrunde ermöglichte Matthias Jurgovsky wichtigen Partnern aus Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen Aspekte für eine erfolgreiche Umsetzung der gesetzlichen Aufgabe des Biotopverbunds zu benennen.

Wichtige Stellschrauben des Erfolgs seien Flexibilität und die ausreichende finanzielle Unterstützung der Kommunen bei den anstehenden Detailplanungen, so beispielsweise Bürgermeister Rainer Houck, stellvertretender Vorsitzender des LEV.

Die Veranstaltung vermittelte den Teilnehmern die entsprechenden Hintergrundinformationen. So hat die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) einen Fachplan zum Thema landesweiter Biotopverbund erarbeitet. Diese Grundlage soll nun durch die Kommunen konkretisiert werden.

Für die Planungskosten soll es eine 90-prozentige Förderung geben. Außerdem unterstützt das Land den Landschaftserhaltungsverband Neckar-Odenwald-Kreis mit der neu geschaffenen Stelle einer Biotopverbundbotschafterin, die seit dem 1. Oktober mit Luisa Klingmann besetzt ist.

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