Buchen

„The Wall“ in der Stadthalle Buchen Das Werk von Pink Floyd wird am Samstag und am Sonntag von rund 150 Mitwirkenden präsentiert

„Das Projekt ruht auf vielen Schultern“

Archivartikel

Rund 1200 Menschen haben am Wochenende die Gelegenheit, eine ganz besondere Aufführung zu erleben. „The Wall“ von Pink Floyd wird an zwei Abenden in der Stadthalle präsentiert.

Buchen. Das Konzeptalbum „The Wall“ der britischen Rockband Pink Floyd wurde bereits am 30. November 1979 in Großbritannien veröffentlicht. Doch „von seiner Aktualität hat das Werk nichts verloren“, ist sich Kirchenmusiker Horst Berger sicher. Rund 150 Mitwirkende – über 100 Chorsänger, Solisten, Musiker und Techniker – haben in Buchen etwas Außergewöhnliches auf die Beine gestellt. „Das Projekt ruht auf vielen Schultern“, freute sich Berger gegenüber den FN. Top-Leute aus Buchen seien dabei, die ohne große Überzeugungsarbeit gerne mit ins Boot gestiegen seien. Das Ergebnis: Rund zwei Stunden reine Konzertzeit erwarten die Zuschauer in der Stadthalle. Während des Konzerts wird – wie im Original – eine Mauer aufgebaut, die als Projektionsfläche für Videoeinspielungen dient.

Harmonische Proben

Von „harmonischen Proben“ sprach der Kirchenmusiker. Verschiedene Bausteine gelte es nun zu koordinieren, schließlich hätten Bläser, Band, Solisten und Chor getrennt geprobt. Diese Einzelmodule werden ab diesem Donnerstag in der Stadthalle zusammengefügt. „Die Begeisterung und die Spannung ist bei allen Beteiligten groß, nicht zuletzt wegen der großen Resonanz, auf die das Konzert gestoßen ist“, meinte Berger. Im Moment könne noch kaum ein Beteiligter sehen, was da am Ende herauskomme, abgesehen von Musiktherapeut Magnus Balles, der die Videoeinspielungen betreut, und ihm selbst. Erstmals seien Einzelmodule bei der Probe in Schöntal, wo Jugend-, Kirchen- und Projektchor auf die Projektmitglieder trafen, miteinander verbunden worden. „Das hat sich unheimlich motivierend ausgewirkt“, erklärte der Kantor.

Ursprünglich habe er das Projekt nur mit dem Jugendchor umsetzen wollen. Doch der Kirchenchor, eigentlich als organisatorisches Backup eingeplant, war von der Idee so angetan, dass die Mitglieder selbst dabei sein wollten. „Von Anfang an war eine große Energie und Bereitschaft festzustellen“, meinte Horst Berger, der ein Projekt in dieser Größenordnung erstmals umgesetzt hat.

Kreativer Prozess

Besonders war für Berger die Kooperation mit dem Kinder- und Jugendheim Walldürn. Das Projekt umzusetzen sei ein kreativer Prozess gewesen. Schließlich habe man begonnen, Lieder und Musik auszudeuten und auf die heutige Zeit und die Region zu übertragen. Ein Regiebuch habe geschrieben werden müssen, um eine schlüssige Inszenierung auf die Beine zu stellen.

Gesamtwerk meist unbekannt

Horst Berger hat die Erfahrung gemacht, dass wenige Leute das Gesamtwerk kennen. Viele werden überrascht sein, um was es in der Gesamtthematik geht. Außerdem sei „Another Brick In The Wall“ bei weitem nicht der einzige Song, der Aufmerksamkeit verdiene. Bei der intensiven Beschäftigung mit „The Wall“ sei ihm auch aufgefallen, dass „alles dramaturgisch sehr schlau gepuzzelt“ ist.

Dem Konzert sieht Horst Berger voller Vorfreude entgegen. „Das ist die Zeit der Ernte“, nachdem er mehrere Jahre auf dieses Ziel hingearbeitet habe. Die ersten Ideen hätten in ihm bei Fertigstellung der Stadthalle gegärt. Auch die ersten konkreten Planungen liegen schon über fünf Jahre zurück und seit eineinhalb Jahren bereite man sich auf dieses Konzert vor.

Doch was haben Kirchmusiker eigentlich mit Pink Floyd zu tun? Die Antwort darauf fällt Berger leicht. Häufig entdecke man christliche Werte wie Dankbarkeit, Nächstenliebe oder das Eintreten für Benachteiligte in Musik, so eben auch im Werk von Pink Floyd. Man müsse nur das Leben von Jesus betrachten. Das sei davon geprägt, dass er die Benachteiligten und Schwachen im Blick hatte. Und es sei ja auch ein Grundauftrag der Kirche, für solche Menschen da zu sein. „Man begibt sich musikalisch auf Neuland, um sich den Sorgen und Nöten unserer Zeit zu stellen“, verdeutlichte Berger.

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