Buchen

Katholischer Frauenbund Mit Chinesinnen die Flucht thematisiert

Blick auf die andere Wirklichkeit des Landes

Archivartikel

Buchen.Warum gibt es chinesische Flüchtlinge, wo China heute doch ein so hoch entwickeltes, reiches Land ist? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, diente ein Abend des katholischen Frauenbunds, zu dem über 40 deutsche Besucher gekommen waren. Neun junge Frauen leben seit 2016 in Buchen, einige weitere kamen aus anderen Städten dazu.

Religionsfreiheit wie wir sie kennen, gibt es in China nicht. Seit der Übernahme der Kommunistischen Partei ist das Land ein laizistischer Staat, in dem zwar fünf Religionen anerkannt werden, die aber unter strenger parteilicher Kontrolle stehen. Der Staat bestimmt die Glaubensrichtung und zensiert die Lehrinhalte.

Unter diesem Druck entstanden zum Beispiel katholische Untergrundkirchen und viele sogenannte Hauskirchen, zu denen die Flüchtlinge gehören. Sie versammelten sich geheim zum Bibel lesen, zum Beten und Singen. Ein an diesem Abend gezeigter Film verdeutlichte sehr konkret was das bedeutet. Die Menschen stehen unter ständiger Angst vor Überwachung, Entdeckung, Gefängnis und Folter. Sie wechseln ständig ihre Treffpunkte, flüchten in andere Orte oder Städte, verlassen oft sogar ihre Familie und Kinder, um sie nicht zu gefährden, und nehmen schließlich die Flucht in ein anderes Land auf sich. Seit 2018 hat sich die Situation durch ein neues Gesetz noch einmal verschärft.

Ziel der Veranstalter war es, den Blick auf diese andere, grausame Wirklichkeit Chinas zu werfen, und die Flucht zu erklären. Die jungen Flüchtlingsfrauen aus Buchen sind sehr bemüht, deutsch zu lernen, das Leben hier zu verstehen, und zwei von ihnen streben bereits eine Ausbildung an. Der Abend endete mit von den Frauen gemachten chinesischen Köstlichkeiten und guten, persönlichen Gesprächen.