Buchen

Deponie Sansenhecken Baumaßnahmen mit Wiederbewaldung abgeschlossen / Kosten belaufen sich auf 40 000 Euro

Bäume für den Bodenschutz gepflanzt

Archivartikel

Buchen.„In Reih und Glied“ stehen rund 3000 frisch gepflanzte Bäumchen auf der Deponie Sansenhecken in Buchen: Diese Pflanzaktion im westlichen Teil der Deponie, gut einsehbar von der Landstraße in Richtung Bödigheim, stellt den Abschluss der umfangreichen Oberflächenabdichtungsmaßnahme der alten Einbaubereiche dar.

In diesen „alten“ Verfüllabschnitten wurde der Abfall von 1983 bis 2005 verdichtet eingebaut, abschließend mineralisch abgedeckt und begrünt. Gemäß der bundesweiten Deponieverordnung muss Abfall „eingekapselt“ werden. Somit muss also neben der ohnehin vorhandenen Abdichtung zum Erdreich nach unten hin auch nach oben abgedichtet werden. Durch diese sehr aufwendige Maßnahme wird das Eindringen von Sickerwasser und das Freisetzen von Gasemissionen verhindert. Von 2014 bis 2016 wurden diese umfangreichen Bauarbeiten auf einer Fläche von circa drei Hektar durchgeführt – Gesamtkosten über 3 Millionen Euro. Abgedeckt wurden so ungefähr 500 000 Kubikmeter verdichteter Müll, der sich über die Jahre zu einem rund 20 Meter hohen Berg aufgetürmt hatte.

Umweltschutz führte zu Verbot

In den alten Verfüllabschnitten durfte vor dem Jahr 2005 neben mineralischem Material (Bauschutt, Gießereisande, Straßenaufbruch) auch Haus und Gewerbemüll, also auch organisches Material, deponiert werden. Inzwischen ist dies aus Umweltschutzgründen seit 2005 auf Deponien nicht mehr zulässig: Bei der anaeroben (ohne Sauerstoff) Vergärung entsteht Methangas, das um den Faktor 21 klimaschädlicher ist als CO2.

Haus-, Sperr- und Gewerbemüll werden deshalb seither in großen Einheiten zu externen Entsorgungseinrichtungen, das sind sowohl Sortier- als auch Verbrennungsanlagen, transportiert.

Acht verschiedene Schichten sind für die Oberflächenabdichtung einer Deponie notwendig: Auf die bisher vorhandene mineralische Abdeckung folgt eine Gasdrän- und Stützschicht aus aufbereiteter Müllverbrennungsschlacke. Die darauffolgende feine mineralische Auflageschicht bildet das Bett für die weiße geosynthetische Tondichtungsbahn (GTD) als erste Abdichtungskomponente. Darauf kommt die extrem stabile schwarze Kunststoffdichtungsbahn (KDB), die 2,5 Millimeter stark und wasser- und gasdicht ist, als zweite Abdichtungskomponente. Zum Schutz dieser Bahn von oben folgt ein weißes Schutzflies, dann eine Entwässerungsschicht aus Kies und danach ein weiteres Schutzflies.

Rekultivierungsboden

Zum Schluss folgt ein 2,5 Meter starker Rekultivierungsboden, der zum Jahreswechsel entsprechend den Vorgaben bepflanzt wurde. Im Raster von drei Metern wurden Pioniergehölze wie Erlen, Pappeln und Weiden sowie Winterlinden, Berg- und Spitzahörner, Mehlbeeren und Speierlinge verwendet. Entlang den Rändern des Rekultivierungsbereiches wurden verschiedene Wildstraucharten, ähnlich wie an Waldrän-dern, gesetzt. Zum Schutz der Pflanzen gegen Verbiss sind diese, wie man es auch dem Forst kennt, mit Wuchshüllen ausgestattet. Die Gesamtkosten für die Wiederbewaldung belaufen sich auf circa 40 000 Euro. Die Wiederbewaldung war notwendig, da in diesem Abschnitt vor der Errichtung der Deponie Wald stand, der nach Abschluss der Deponie wiederherzustellen ist.