Buchen

Arbeit für Menschen mit Behinderung Inklusionsbeauftragte und Jobcoach helfen / Viktor Heinrich ist bei „Maxklusiv Carworks“ beschäftigt

„Autos sind meine Leidenschaft“

Für Viktor Heinrich ist ein Wunsch in Erfüllung gegangen: Der junge Mann mit geistiger Behinderung arbeitet für „Maxklusiv Carworks“ in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis.

Buchen. Dort steht ein roter Lamborghini, hier ein matt glänzender BMW. Ein silbern lackierter Golf muss gerade foliert werden. Viktor Heinrich fühlt sich wohl zwischen all den Autos. Seit dem Jahr 2016 arbeitet er bei Maximilian Stühler, Geschäftsführer der Maxklusiv GmbH, im Interkommunalen Gewerbepark Odenwald (IGO) in Buchen. Das Unternehmen hat sich auf exklusive Fahrzeugumbauten und Vollfolierungen spezialisiert. „Autos sind meine Leidenschaft“, sagt Viktor. „Mein großes Ziel ist es, den Führerschein zu machen, ein eigenes Auto zu fahren und es umzubauen.“

Viktor Heinrich ist für die Sauberkeit in der Werkstatt zuständig. Er räumt auf, schafft Platz, kehrt den Hallenboden, reinigt die Fahrzeuge und hilft seinem Chef bei der Folierung. Maximilian Stühler ist sehr zufrieden mit seinem Mitarbeiter.

Viktor war in der Werkstätte für Behinderte (WfB) der Johannes-Diakonie in Buchen angestellt, als er im Jahr 2016 ein Praktikum bei Maxklusiv absolvierte. Nach zwei Monaten wurde dies in einen sogenannten „Außenarbeitsplatz“ umgewandelt. Das bedeutete, dass Viktor immer noch bei der WfB angestellt war, seine Arbeit allerdings bei Maxklusiv verrichtete. Dabei betreute ihn der Jobcoach Albin Schuh von der Johannes-Diakonie. Maximilian Stühler übernahm einen Teil der Lohnkosten. Weil der junge Unternehmer mit der Arbeitsleistung von Viktor sehr zufrieden war, bot er ihm im Jahr 2017 einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz an. Stühler erhält für die Bereitstellung dieses Arbeitsplatzes einen Lohnkostenzuschuss vom Integrationsamt und der Agentur für Arbeit. Von dieser Maßnahme profitieren beide Seiten: Viktor Heinrich fand seinen Traumjob und Maximilian Stühler einen zuverlässigen, motivierten Mitarbeiter für Aushilfsarbeiten, den er auf andere Weise nur schwer hätte finanzieren können.

Hohe Arbeitslosenquote

„Die Arbeitslosenquote unter Menschen mit Behinderten ist doppelt so hoch wie unter Nichtbehinderten“, stellte Jutta Schüle, „Kommunale Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung“ des Neckar-Odenwald-Kreises, fest. Um dies zu ändern, schuf der Staat rechtliche Grundlagen, die es Arbeitgebern erleichtern sollen, behindertengerechte Arbeitsverhältnisse zu schaffen. So erhalten Firmen Lohnkostenzuschüsse. Außerdem werden Aufwendungen erstattet, die durch die Anleitung und Begleitung von Menschen mit Behinderung an ihrem Arbeitsplatz nötig werden. Und auch die Kosten für Hilfsmittel und Gegenstände, die der Arbeitgeber wegen der Behinderung des Mitarbeiters anschaffen muss, erstatten staatliche Stellen.

„Menschen mit Behinderung sind unglaublich stolz, wenn sie einen Arbeitsplatz erhalten“, sagte Schüle. Entsprechend hochmotiviert verrichteten sie die ihnen übertragenen Aufgaben.

Nach den Worten von Jutta Schüle und Albin Schuh ist es in den vergangenen Monaten gelungen, im Mittelbereich Buchen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung unter anderem in einer Möbelschreinerei, im Lebensmittel-Einzelhandel und in Großküchen sozialer Einrichtungen zu schaffen.

Mangelnde Mobilität

„Die Unternehmer sind offener geworden“, beobachtete Jobcoach Albin Schuh. Er betreut Menschen mit Behinderungen und stellt den Kontakt zu Unternehmen her. Allerdings stelle die mangelnde individuelle Mobilität der Menschen mit Behinderung ein Problem dabei dar, ihnen ein Praktikum oder Arbeitsplatz zu vermitteln. Umso mehr freut sich Schuh, wenn es gelingt, Menschen mit Behinderungen wie Viktor Heinrich einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu vermitteln. „Die WfB ist keine Endstation“, betonte Albin Schuh.