Buchen

Drei Männer vor dem Landgericht angeklagt Syrischen Asylbewerber und einen Iraner verprügelt

Auf bewusstloses Opfer eingeschlagen und eingetreten

Mosbach.Weil sie einen syrischen Asylbewerber und einen Iraner verprügelt haben sollen, müssen sich drei Männer am Montag, 25. März, vor dem Landgericht verantworten.

Versuchter Mord?

Die Tatvorwürfe: Gefährliche Körperverletzung, unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln, unerlaubter Besitz einer verbotenen Waffe, Raub und Beleidigung. Die zuständige Kammer erklärte in der Pressemitteilung, dass möglicherweise auch eine Verurteilung wegen räuberischen Diebstahls und des versuchten Mordes in Betracht kommt.

Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Angeklagten – zwei Deutsche und ein Türke – folgendes vor: Der älteste Angeklagte habe Anfang September in der Mosbacher Innenstadt im Bereich des Parkplatzes „Quartier an der Bachmühle“ einem Mann ins Gesicht geschlagen. Der Syrer, der zufällig anwesend war, sei dem Mann zur Hilfe geeilt, so dass dieser habe fliehen können. Daraufhin hätten, so die Staatsanwaltschaft, alle drei Angeklagten den Mann geschlagen und getreten. Der bis dahin unbeteiligte Iraner habe dem Opfer helfen wollen, habe jedoch ebenfalls einen Faustschlag ins Gesicht bekommen.

Gehhilfe als Waffe benutzt

Der syrische Asylbewerber konnte zunächst fliehen. Er sei von den Angeklagten im Gartenweg erneut gestellt worden, woraufhin sie ihn wieder mit Fäusten und Tritten attackierten und sogar mit einer Gehhilfe auf ihn einschlugen. Einer der Angeklagten habe aus der Jacke des Syrers dessen Geldbeutel entwendet. Die beiden Opfer hätten aus Angst, erneut geschlagen zu werden, dies nicht unterbunden. Laut Staatsanwaltschaft seien zwei der Angeklagten im weiteren Verlauf des Abends in der Farbgasse erneut auf den Syrer getroffen, wobei sie annahmen, dieser sei im Besitz des Mobiltelefons des jüngeren Angeklagten, welches während der vorangegangenen Auseinandersetzungen verloren gegangen war.

Syrer erlitt Kopfverletzungen

Der jüngere Angeklagte habe, durch den älteren bestärkt, dem Asylbewerber Faustschläge versetzt, bis dieser mit dem Kopf gegen eine Hauswand geprallt und bewusstlos zu Boden gesunken sei. Sodann habe der ältere Angeklagte auf den Bewusstlosen eingeschlagen und eingetreten. Später hätten die beiden Angeklagten in der Hauptstraße wiederum den Iraner getroffen und hätten diesem Faustschläge versetzt. Der Syrer habe bei dem Geschehen Anfang September Kopfverletzungen erlitten, die stationär behandelt worden seien. Die Angeklagten hätten die Geschädigten deshalb so brutal attackiert, weil sie gegenüber Flüchtlingen verächtlich eingestellt seien, so die Staatsanwaltschaft.

Daneben habe der jüngere Angeklagte bei seiner Festnahme Ende September zwei Polizeibeamte beleidigt. Der ältere Angeklagte habe bei seiner Festnahme einen Schlagring sowie verschiedene Betäubungsmittel (0,22 Gramm Amphetamin, 1,92 Gramm Haschisch, 0,5 Gramm Marihuana und 30 Cannabissamen) besessen. Zu dem Prozess sind zwei Sachverständige und sechs Zeugen geladen.