Buchen

Tag der offenen Tür am 1. September „Schauen Sie uns in die Karten!“ lautet das Motto bei den Fachdiensten Flurneuordnung und Vermessung sowie Landentwicklung

Arbeiten mit dem „Rohstoff des 21. Jahrhunderts“

Buchen.„Schauen Sie uns in die Karten!“: Unter diesem Motto öffnen die beiden Fachdienste Flurneuordnung und Landentwicklung sowie Vermessung des Landratsamtes nach gemeinsamer Unterbringung in der Präsident-Wittemann-Straße 16 in Buchen ihre Türen. Am Sonntag, 1. September, stellen die beiden Ämter von 11 bis 17 Uhr nicht nur die „neuen“ Räumlichkeiten vor, sondern gewähren auch Einblick in ihre Arbeit und Tätigkeitsfelder.

Zudem wird über die Ausbildung und Chancen der Berufe in der Geodäsie informiert. Am Dienstgebäude wird ein Referenzpunkt freigegeben, mit dem die Positionsangaben von Smartphones und Navigationsgeräten überprüft werden können.

Tägliche Nutzung

Vielen ist bekannt, dass sich die beiden Fachdienste mit Grundstücken, Eigentum und Grenzen beschäftigen. Doch die Arbeit der Geodäten in Buchen liefern vielmehr auch die Grundlagen für zahlreiche Anwendungen und werden von jedem beinahe täglich unbewusst genutzt. „Geodaten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Einen Teil davon bearbeitet und liefert das Landratsamt“, so die beiden Fachdienstleiter Markus Hüblein und Herbert Frisch.

Im Navi und im Smartphone

In jedem Navigationssystem und in jedem Smartphone werden Satelliten-Positionierungsdaten verwendet, die in Verbindung mit Daten des Liegenschaftskatasters die Nutzer schnell zum Ziel führen.

Auch für das sogenannte „Precision Farming“, die hochgenaue Steuerung landwirtschaftlicher Maschinen zum zielgenauen Pflügen, Säen, Ernten und Düngen durch Satellitenverfahren, sind die Geodaten unverzichtbar.

Die klassischen Aufgaben, wie zum Beispiel die exakte Bestimmung von Grenzpunkten, Gebäudeaufnahmen, die Bearbeitung von Grenzänderungen bei Straßenbaumaßnahmen oder die Durchführung von Umlegungsverfahren zur Schaffung von Bauplätzen, gehören genauso zur täglichen Arbeit der Geodäten wie die umfassende Neuordnung von Grundeigentum in Flurneuordnungsverfahren. Dabei haben sich die Methoden der Geodäten in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt: Während noch vor 50 Jahren Messlatten, Kreuzscheiben, Winkelprismen und einfachere Theodolite eingesetzt wurden, liefern uns heute Satellitenpositionierungssysteme wie GPS, Glonass und Galileo aus dem Weltall hochpräzise Messergebnisse in Echtzeit.

Entwicklung der ländlichen Räume

Der Nachweis der Flurstücke erfolgt nicht mehr in Büchern oder analogen Plänen, sondern in elektronischen Datenbanken. Und die Flurneuordnung ist heute zu einem umfassenden Instrument für die Entwicklung der ländlichen Räume geworden.

Zusammenfassend beschreiben die beiden Fachdienstleiter Hüblein und Frisch ihre Arbeit als „sehr vielseitig und spannend“. Beste Voraussetzungen für den Berufsnachwuchs, denen in den Fachbereichen von der Ausbildung zum Vermessungstechniker bis hin zum Ingenieur mit Bachelor- und Masterabschluss vielfältige Möglichkeiten offenstehen.

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