Buchen

Serie über Buchener Heimatvereine (Teil 5) Das im Jahr 2014 eingeweihte Backhaus ist der Stolz der Mitglieder des Heimatvereins Einbach

Alte Schule wird neuer Treffpunkt

Die Mitglieder des Heimatvereins Einbach haben in der Vergangenheit viel für das Zusammenleben im Dorf geleistet und nehmen bald das nächste Großprojekt in Angriff – die Alte Schule.

Einbach. Brunnen, Bildstöcke, Backhaus: Darum drehen sich viele Aktionen des Heimatvereins in Einbach. Mit Bernd Fischer ist ein Zugezogener schon seit mehr als 25 Jahren im Vorstand des Vereins aktiv.

Zwar ist Einbach mit rund 170 Einwohnern ein kleines Dorf. Weil es aber weitläufig angelegt ist, steuert Bernd Fischer, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins, mit seinem Pkw markante Punkte an. Auf Einbacher Gemarkung stehen fünf Bildstöcke. Den jüngsten von diesen ließ der Heimatverein anlässlich der 700-Jahr-Feier des Dorfs im Jahr 2006 aufstellen. Er zeigt eine Schutzmantelmadonna. Daneben steht ein Brunnen, den der Heimatverein im Jahr 1995 restaurieren und mit einer Schwengelpumpe versehen ließ. Die historischen Bildstöcke haben der Heimatverein und die Stadt Buchen sanieren lassen, als in den Jahren 1995 und 1996 die Ortsdurchfahrt renoviert wurde.

Brunnen erneuert

Bernd Fischer lobt den Einsatz seiner Vereinsmitglieder besonders beim Wiedereinrichten alter Dorfbrunnen im Rahmen der Dorfsanierung 1995. „Damals gab es im Dorf noch Leute, die Sandsteinmauern hochziehen konnten“, sagt er. Man habe Brunnenschächte ausgehoben und teilweise neu gemauert. Dann habe man den Brunnenstock wieder hergestellt. Jetzt führen das Krottenbrünnle, der alte Dorfbrunnen und der „Brunnen an der Hohl“ wieder Wasser.

Der ganze Stolz des Heimatvereins und der Einbacher ist ihr Backhaus. Das ehemalige Waaghaus hat man mit Fördermitteln der hiesigen „Leader“-Aktionsgruppe umbauen lassen. Der Heimatverein finanzierte den Holzbackofen und stellte ihn auf. Im Juli 2014 weihte die Dorfgemeinschaft das Backhaus mit einem großen Fest und viel Selbstgebackenem ein. Jetzt finden monatlich sogenannten „Backtage“ statt, bei denen in der Regel acht Hobbybäcker ihr Brot im Holzofen backen lassen. Ein Mitglied des Heimatvereins schürt an diesem Tag gegen eine kleine Gebühr den Backofen an. Außerdem kann man das Backhaus für Feste mieten. Es verfügt über eine große Teigknetmaschine sowie ein Zelt, das man auf dem Vorplatz aufbauen kann. Der Heimatverein veranstaltet jährlich ein öffentliches Backofenfest und am Nikolaustag ein Backhausfest für die Einwohner Einbachs. An beiden Festen serviert er selbstgemachte Flammkuchen.

In nächster Zeit widmet sich der Verein der Alten Schule. Dort will man das Erdgeschoss umbauen, den Saal renovieren und eine Küche einbauen. Der Heimatverein wird die Küche und die Inneneinrichtung finanzieren. Auf diese Weise soll Raum für Veranstaltungen und Versammlungen von Vereinen geschaffen werden. Der Ortschaftsrat soll künftig dort tagen. Und Privatleute sollen den Saal für Feste mieten können. Nach den Worten von Bernd Fischer plant der Verein für nächstes Jahr eine Obstbaum-Pflanzaktion. Wer daran teilnimmt, kann über den Heimatverein günstig Setzlinge erwerben. Außerdem organisiert der Verein immer wieder Baumschnittkurse.

„Floriansstube“ eröffnet

Die Gründung des Heimatvereins Einbach im Jahr 1991 ging auf ein unerfreuliches Ereignis zurück: Die einzige Dorfgaststätte „Badischer Hof“ hatte im Jahr 1989 geschlossen. Den Einbacher Einwohnern und Vereinen fehlte ein Raum, um sich zu treffen. Deshalb schlug der damalige Einbacher Feuerwehrkommandant vor, im Kameradschaftsraum der Wehr eine öffentliche Schankwirtschaft namens „Floriansstube“ zu eröffnen. Doch dafür wurde ein gemeinnütziger Verein benötigt, der die Trägerschaft übernimmt. Und so entstand die Idee, einen Heimatverein zu gründen.

Heini Schäfer ist seit der Gründung Vereinsvorsitzender, Bernd Fischer seitdem sein Stellvertreter. Dreimal in der Woche hat die Floriansstube geöffnet. Den Erlös aus dem Ausschank investiert der Verein in die Dorfgemeinschaft und die Verschönerung des Ortes. So schaffte der Verein zum Beispiel ein automatisches Läutwerk für das Glöckchen im Schulhaus an, stattete den Spielplatz mit einer Vogelnestschaukel und einem Spielturm aus und finanzierte ein Glockengerüst aus Stahlbeton mit Glocke für den Friedhof.

Tatkräftige Mitglieder

Außerdem renovierte der Verein die Mariengrotte samt ihrem Vorplatz. Mit der Finanzierung solcher Maßnahmen durch den Heimatverein allein ist es jedoch nicht getan. Mindestens genauso wichtig ist die Muskelkraft tatkräftiger Vereinsmitglieder.

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