Buchen

Zu Besuch in Buchen Minister Peter Hauk tauschte sich mit Karin Käppel und Markus Frei über die aktuellen Arbeitsmarktzahlen im Landkreis aus

„Agentur für Arbeit ist wichtiger Ansprechpartner“

Buchen.Wie groß genau die Auswirkungen von Corona auf den Arbeitsmarkt sein werden, wird sich erst im Lauf der Zeit zeigen. Besonders hart trifft es nach ersten Erkenntnissen Unternehmen im Metallgewerbe und Maschinenbau sowie Einzelhändler und Gastronomen. Folglich sind die Auswirkungen auch auf dem Arbeitsmarkt spürbar.

Im Gespräch mit der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, Karin Käppel und Geschäftsstellenleiter Markus Frei informierte sich der CDU-Landtagsabgeordnete und Minister Peter Hauk vergangene Woche über die aktuellen Arbeitsmarktzahlen im Neckar-Odenwald-Kreis.

„Unterhalb des Durchschnitts“

„Erfreulicherweise liegen die Arbeitslosen- und Kurzarbeiterzahlen im Neckar-Odenwald-Kreis deutlich unterhalb des Bundesdurchschnitts“, resümiert Karin Käppel. Seit Beginn der Pandemie gebe es zwar über 40 Prozent mehr Arbeitslose, doch die Arbeitslosenquote bleibt mit 4 Prozent auf einem niedrigen Niveau. Abzuwarten gilt wie sich die Kurzarbeiterphase mit den knapp 20 000 Kurzarbeitern im Neckar-Odenwald-Kreis entwickelt, so Käppel.

Ein Lob richtet dabei der Geschäftsstellenleiter Markus Frei an die Politik: „In Berlin und Stuttgart ist man konsequent bei der Sache, die Auswirkungen auf den Arbeits- und Ausbildungsmarkt so gering wie möglich zu halten. Das Kurzarbeitergeld und die Einführung der Ausbildungsprämie für Betriebe sind dabei ganz wichtige Instrumente, die seitens der Politik bereitgestellt werden um Existenzen zu sichern“, erklärt Frei.

„Junge Menschen sind Zukunft“

Hauk appelliert in diesem Zusammenhang an die heimischen Betriebe. „Junge Menschen sind die Zukunft unseres Landkreises und unserer Betriebe. Die Ausbildungsprämie soll den Betrieben die Entscheidung leichter machen, auch weiterhin Ausbildungsplätze anzubieten. Sicherlich beeinflussen Unsicherheiten das Alltagsgeschehen, dennoch machen positive Wirtschaftsprognosen und erste Tendenzen dem Absatzmarkt wieder Mut“, so Hauk.

Karin Käppel sieht durch die Corona-Pandemie die Chance darin, die Abläufe innerhalb der Agentur noch besser zu vernetzen und flexibler zu machen. Dieser Fortschritt soll für Mitarbeiter und Kunden langfristig ein Gewinn sein. Beispielsweise, dass Mitarbeiter künftig auch die Möglichkeit bekommen, flexibel von zuhause arbeiten zu können oder man sich künftig als Leistungsempfänger noch unkomplizierter im Internet über Leistungen der Arbeitsagentur informieren könne, meint Käppel.

In der erläuterten Arbeitsweise sieht Hauk einen deutlichen Fortschritt: „Corona hat an vielen Stellen aus der Not eine Tugend gemacht. Gespräche, die man früher in der Agentur führen musste kann man jetzt zum Teil telefonisch und bald auch online abhalten, das ist mit Sicherheit eine Erleichterung, wenngleich der Datenschutz und die Nachvollziehbarkeit gewährleistet sein müssen. Zugleich muss neben all dem Fortschritt und der Digitalisierung die persönliche Beratung weiter möglich sein, eben auch für die, die mit dem Computer und Internet nicht vertraut sind“, so der Minister. Ein gemeinsames Anliegen ist die Entwicklung neuer Konzepte mit Bildungsträgern und die Stärkung dezentraler Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsschulen.

Berufsschulen halten

„Handwerksbetriebe haben bekanntlich an sich schon Probleme mit der Nachwuchsgewinnung. Ein entscheidendes Kriterium für das Erlernen eines Berufes ist oftmals auch die Nähe zwischen Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und Wohnort.

Ist dies zukünftig nicht mehr in einem verträglichen Rahmen, wird die Gewinnung von Auszubildenden noch schwieriger“, sind sich die Beteiligten einig. Von politischer Seite werde Hauk weiterhin alles daran setzen, Berufsschulen auch aus ländlichen Räumen erreichbar zu halten.

Ein Beispiel dafür ist die lebensmittelhandwerkliche Berufsschule in Buchen. „Es ist uns gelungen diese zu halten, der Fortbestand solcher Ausbildungsstätten wird allerdings immer an den Ausbildungszahlen gemessen werden. Unterstützen und wertschätzen sie deshalb die Arbeit unserer Handwerker in der Region“, so der Minister Hauk abschließend.

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