Buchen

Eichenprozessionsspinner Brennhaare der Raupen können allergische Reaktionen auslösen / Bekämpfung nur in sensiblen Bereichen

Abstand halten und am besten die Eichenwälder meiden

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Der Klimawandel hat auch Einfluss auf die Gefahren durch den Eichenprozessionsspinner. Nach Beobachtungen der Unteren Forstbehörde beim Landratsamt haben die Eichen in diesem Jahr circa zwei bis drei Wochen früher ausgetrieben.

Entsprechend hat die Entwicklungsphase des Eichenprozessionsspinners eher begonnen, teilt die Behörde mit. Die Brennhaare der Tiere können allergische Reaktionen wie Hautausschläge und Juckreiz auslösen. Bei empfindlichen Personen kann es zudem zu Atemwegserkrankungen kommen. Für Waldbesucher bedeutet das, dass sie insbesondere in Eichenbeständen auf den Wegen bleiben und so Abstand zu den Bäumen halten sollten. Gegebenenfalls helfe auch, nach dem Waldbesuch die Kleidung zu wechseln und sich die Haare zu waschen.

Eine Bekämpfung des Tieres im Wald findet nicht statt. „Das wäre ein Kampf gegen Windmühlen. Der Eichenprozessionsspinner gehört wie Zecken zu den waldtypischen Risiken, mit denen man aber durch Vorsichtsmaßnahmen gut umgehen kann“, betont der zuständige Fach-dienstleiter Jörg Puchta. Auf keinen Fall sollten die Nester und Gespinste der Raupen zerstört werden, da dies eine enorme Anzahl von Brennhaaren, Häutungsresten und Kot freisetzen würde. In sensiblen Bereichen wie Kindergärten, dem Innenstadtbereich, auf Friedhöfen oder in Baugebieten am Wald sollten Kommunen hingegen eine gezielte mechanische oder thermische Bekämpfung nicht ausschließen.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners schlüpfen im April und Mai aus den im letzten Spätsommer in die Eichenkronen abgelegten Eiern. In den ersten beiden Larvenstadien besitzen die Raupen noch keine giftigen Brennhaare. Diese werden erst in der dritten Entwicklungsphase ausgebildet. Ab Juni bauen die Raupen ihre typischen Gespinstnester in Astgabeln und an Eichenstämmen. Die Nester dienen ihnen zur Häutung und sind mit Kot gefüllt.

Aus den Gespinstnestern wandern die Prozessionsspinner meist nachts kolonnenartig in die Baumkronen zur Nahrungsaufnahme und kehren im Morgengrauen zurück. Ende Juni bis Anfang Juli beginnt die Verpuppung, die bis zu 35 Tage dauert. Die ovalförmigen Kokons werden dicht aneinander gebaut. Die Gifthaare werden abgestoßen, jedoch in die Kokons eingewoben. Ab Mitte August schlüpfen normalerweise die Eichenprozessionsspinner. Von ihnen geht keine Gefahr mehr aus, von den Nestern schon.

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