Buchen

Gelbe Verpackungstonnen werden verteilt Im Neckar-Odenwald-Kreis sollen jährlich rund 4,2 Millionen Gelbe Säcke eingespart werden / AWN reagiert auf Bürgerfragen

240-Liter-Tonne ist das Standardmodell

Derzeit werden im Neckar-Odenwald-Kreis die gelben Tonnen für Verpackungsmüll verteilt. Das wirft bei vielen Bürgern Fragen auf.

Neckar-Odenwald-Kreis. „Die Sammlung von Verpackungsmüll ist in Deutschland über die Dualen Systeme privatwirtschaftlich organisiert und ist kein Bestandteil des Gebührensystems. Alle hierfür notwendigen Dienstleistungen (zum Beispiel Organisation, Abfuhr, Logistik) werden alle drei Jahre ausgeschrieben und entsprechend vergeben. Im Neckar-Odenwald-Kreis bedeutet das, dass die AWN lediglich der Auftragnehmer dieser Dienstleistung ist“, stellt die AWN in einer Pressemitteilung klar.

Beschränktes Mitspracherecht

Die Dienstleistung selbst werde bereits in der Ausschreibung vorgegeben, daher bestehe nur ein sehr beschränktes Mitspracherecht auf Seiten des Leistungserbringers. Die Standardsysteme zur Sammlung von Verpackungen seien je nach Vereinbarung gelbe Säcke oder gelbe Tonnen. Im Neckar-Odenwald-Kreis sei gemäß Systemabstimmung als Standardmodell die 240-Liter-Tonne mit 14-tägiger Abfuhr ausgeschrieben worden. Kleinere Tonnen, zum Beispiel mit 120 Liter Inhalt, seien nicht als Wahlmöglichkeit vorgesehen, sondern „dürfen nur in begründeten Ausnahmefällen zum Einsatz kommen“.

Für die Haushalte gebe es bei Platzproblemen verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Laut AWN haben sich Verpackungstonnen mit 240 Liter Inhalt sowohl deutschlandweit als auch in den Pilotgemeinden in Rosenberg, Hardheim und Buchen bewährt und genießen eine hohe Akzeptanz – teilweise sei es sogar so, dass sich Haushalte eine größere Tonne wünschen würden. Faktisch sei der Stellplatzbedarf für eine 240-Liter-Tonne kaum größer als für eine 120-Liter-Tonne. Dass diese natürlich vom Erscheinungsbild her „größer“ wirkt und auch ist, stehe außer Frage. Durch die Verpackungstonnen sei es möglich, im Neckar-Odenwald-Kreis jährlich rund 4,2 Millionen Gelbe Säcke und damit erhebliche Mengen an Kunststoff einzusparen. Probleme mit aufgerissenen oder weggewehten Säcken würden ebenfalls der Vergangenheit angehören.

Praktikable Lösung

Eine praktikable Lösung sei die Bildung von „Tonnengemeinschaften“: Mehrere Haushalte teilen sich eine Tonne, wo diese dann stehe, müsse natürlich vereinbart werden. Gegebenenfalls biete sich ein „Tauschgeschäft“ an; der eine Haushalt nimmt die blaue, der andere die gelbe Tonne auf sein Grundstück. Tonnengemeinschaften können laut AWN auch für größere Wohneinheiten die Lösung sein.

Hier müsse nicht zwangsläufig pro Haushalt eine Verpackungstonne gestellt werden. Die AWN sei hier in Abstimmung mit den jeweiligen Hausverwaltungen; je nach Gegebenheit können mehrere Tonnen oder auch größere Container (1100 Liter Inhalt) gestellt werden. Bei aktuell bestehenden Müllgemeinschaften sei ebenfalls berücksichtigt, dass nur eine Verpackungstonne bereitgestellt werde. Bei etwaigem höherem Bedarf könne problemlos (und ohne Berechnung) eine weitere Verpackungstonne dazu bestellt werden. Bei absoluten Platzproblemen und geringem Anfall an Verpackungsmüll bestehe auch die Möglichkeit, diesen zu sammeln und von Zeit zu Zeit kostenlos (mit Berechtigungsnachweis) am Wertstoffhof in Buchen oder Mosbach abzugeben. „Ein Teil dieser Sonderlösungen wurde und wird aktuell mit den Hausverwaltungen direkt abgestimmt und vereinbart“, so die AWN in ihrer Pressemitteilung.

Eine flächendeckende oder übergreifende Abfrage für Sonderlösungen sei im Vorfeld weder vorgesehen gewesen, noch habe man dies zeitlich und organisatorisch ermöglichen können. Der Zuschlag der Dualen-Systeme sei am 28. August erfolgt. Parallel dazu hätten jedoch die Tonnenhersteller und -Logistiker so gut wie keine Kapazitäts- oder zeitlichen Spielräume gehabt, da deutschlandweit rund 1,2 Millionen Verpackungstonnen noch bis zum Jahresende verteilt werden müssen.

Externe Dienstleister

Die Verteilung im Neckar-Odenwald-Kreis werde im Übrigen von externen Dienstleistern übernommen, drei bis vier Teams seien insgesamt sechs Wochen noch bis etwa Ende Oktober unterwegs, um die rund 45 000 Verpackungstonnen im Landkreis zu verteilen. „Die Haushalte sollten unbedingt darauf achten, die eigene Tonne zu verwenden – die Zuordnung ist über die Kunden-Nummer (siehe Gebührenbescheid), die auf einem Barcode-Etikett auf der Tonne vermerkt ist, sehr einfach“, erklärte die AWN.

„Ab Januar 2020 werden dann gemäß den Vereinbarungen mit den Dualen-Systemen keine Gelben Säcke und auch keine daneben gestellten Verpackungen mehr mitgenommen“, heißt es in der Pressemitteilung. Die AWN beziehungsweise KWiN sei bestrebt, für alle Kunden im Rahmen der Möglichkeiten eine passende Lösung zu finden.

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