Buchen

Weitere Themen zum Schulstart Unklarheiten rund um die Reinigungskräfte und Busse / Land sagte erst Mitte der Woche finanzielle Unterstützung zu

15 Strecken werden zu den Stoßzeiten verstärkt

Neckar-Odenwald-Kreis.Dem Regelbetrieb an den Schulen steht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg skeptisch gegenüber steht. Viele Schulen seien unzureichend vorbereitet auf die Hygienevorgaben, lautet deren Vorwurf. Die GEW begründet dies mit einer Umfrage, an der in der ersten Septemberwoche 242 Schulleitungen teilnahmen. 80 Prozent gaben an: Es wurde kein zusätzliches Reinigungspersonal von den Schulträgern bereitgestellt. „Wir gehen leider davon aus, dass zum Schulstart am 14. September in den 4500 Schulen im Land an vielen Stellen die vorgeschriebenen Hygienestandards nicht eingehalten werden können“, erklärte die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz in einer Pressemitteilung.

Mindestens täglich reinigen

Türklinken und Griffe, Treppengeländer, Lichtschalter, Tische, Kopierer und Tastaturen stellen nur einen kleinen Auszug der Flächen dar, die nach den Hygienehinweisen des Landes für Schulen besonders gründlich und mindestens täglich gereinigt werden müssen. Hinzu kommen die Spender für Flüssigseifen und Einmalpapier-Handtücher, die in den Toilettenräumen regelmäßig aufgefüllt werden müssen.

Mehrarbeit wird übernommen

Die Stadt Buchen erklärt in Bezug auf die Hygienevorgaben: „Um Coronainfektionen im Schulalltag möglichst zu vermeiden, müssen alle ,mitspielen’ und sich an die bekannten Vorgaben halten – Stichworte Händehygiene und Abstand.“ Natürlich müsse auch das Reinigungspersonal Verantwortung übernehmen. Die Reinigungskräfte müssten gemäß Hygienekonzept im Vergleich zu früher nicht sehr viel mehr, in jedem Fall aber mit anderen Schwerpunkten putzen.

Ganz grundsätzlich stehe die regelmäßige Reinigung von Oberflächen und hier insbesondere von „Handkontaktflächen“ – Griffbereichen – mit den üblichen tensidhaltigen Reinigungsmitteln im Vordergrund. „Diesbezüglich sind sowohl die beschäftigte Reinigungsfirma als auch städtische Reinigungskräfte informiert. Anfallende Mehrarbeit wird bezahlt. In welchem zeitlichen Rahmen diese Mehrarbeit notwendig werden wird, kann noch nicht abgeschätzt werden“, so die Stadt, die als Schulträger für zehn Einrichtungen verantwortlich ist.

Auch das Landratsamt befasste sich intensiv mit den Hygienekonzepten, schließlich ist der Landkreis Träger mehrere Schulen. „Aufgrund der zusätzlich zu erledigenden Arbeiten und der Erhöhung der Reinigungsintervalle wurde der zeitliche Umfang der Reinigung erhöht und wird kontinuierlich nach Bedarf angepasst. Die Schulen werden überwiegend durch Dienstleister gereinigt. Ab dem 1. September zahlt das Landratsamt für die zusätzlich zu erledigenden Aufgaben einen Zuschlag auf den vereinbarten Preis“, teilte Pressesprecher Jan Egenberger mit.

Des Weiteren seien in den Toilettenräumen elektrisch betriebene Händetrocknungsgeräte durch Spender mit Einmalpapierhandtüchern ersetzt worden. „Auch Klassenzimmer mit Waschbecken werden mit Spender für Flüssigseife und Einmalpapierhandtücher nachgerüstet, sofern dies nicht schon vor den Sommerferien erledigt wurde.“

Finanzierung bis zu den Ferien

Ein weiteres Problem stellt der Weg zu den Schulen dar. Strenge Hygienekonzepte in den Schulen nutzen wenig, wenn in den Bussen die Schüler dicht nebeneinanderstehen. „Um überfüllte Schulbusse zu vermeiden, wird das Land zum Schutz vor Corona-Infektionen freiwillig zusätzliche Schulbusse zum Start des neuen Schuljahres mitfinanzieren. Dafür können die für den Schulbusverkehr verantwortlichen Landkreise Busse von Reisebusunternehmen anmieten. Das Land wird die zusätzlichen Busse zunächst bis zu den Herbstferien mitfinanzieren“, hieß es unter der Woche von der Lenkungsgruppe „SARS-CoV-2 (Coronavirus)“ des Landes. Die Details dazu wurden erst am Donnerstagabend bekannt, wie Jan Egenberger erwähnte.

In der Zwischenzeit wurde bereits mit Hochdruck daran gearbeitet, das Förderprogramm des Landes umzusetzen. Konkret wurden Gespräche mit den verantwortlichen Busunternehmen geführt und bei weiteren Firmen angefragt, ob diese zusätzliche Kapazitäten abdecken könnten – gegebenenfalls auch mit Reisebussen.

„Dem Fachdienst ÖPNV des Landratsamtes ist es gelungen, rund 15 Strecken durch zusätzliche Busse in den Stoßzeiten zu verstärken. Wenn möglich werden diese Verstärkungen schon ab kommenden Dienstag eingesetzt. Aufgrund der Kurzfristigkeit des Förderprogramms müssen bis dahin jedoch noch weitere Details geklärt werden. Eine schnellere Reaktion war in unseren Verbundstrukturen definitiv nicht möglich“, verdeutlicht Egenberger, wie sehr die späte Zusage des Landes die Verantwortlichen in die Bredouille gebracht hat. ms

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