Buchen

Sitzung des Buchener Gemeinderates Finale Entscheidung steht noch aus / Maler- und Lackierarbeiten für den BGB-Neubau vergeben

130 Garagen auf 7000 Quadratmetern geplant

Archivartikel

Buchen.Ein derzeit mehr oder weniger brachliegendes Gelände in der Buchener Röntgenstraße 21 soll wiederbelebt werden. Der Stadtverwaltung liegt ein Bauantrag zur Errichtung von 130 Garagen vor. Damit über diesen abgestimmt werden kann, hat sich der Gemeinderat am Montagabend zu einer Änderung des Bebauungsplans „I4a-Industriegebiet“ entschieden.

Bauantrag noch nicht beschlossen

Ursprünglich war an dieser Stelle eine Erschließungsstraße geplant, die in östlicher Richtung wieder auf die Siemensstraße geführt werden sollte. Diese Straße wurde nie verwirklicht und kann auch wegen der angrenzenden Firmen nicht mehr realisiert werden. „Aufgrund der Lage ist das Gelände nur rudimentär bebaubar“, sagte Bürgermeister Roland Burger über die 7000 Quadratmeter große Fläche, die in leichter Hanglage an einen Wald grenzt. Bevor der Gemeinderat über den Bauantrag abstimmen kann, muss noch ein Umweltbüro die Situation vor Ort bewerten. Erst dann landet das Thema erneut auf der Tagesordnung.

Der Bauantrag sieht die Errichtung von 130 einzeln abgetrennten Massiv-Garagen vor mit einer Durchfahrtshöhe von drei Metern und einer Länge von 7,75 Metern. Der umbaute Raum soll maximal 100 Kubikmeter betragen. Das Grundstück soll eingezäunt und videoüberwacht werden. Der Betreiber will einen Service mit Grundstückspflege und Winterdienst anbieten. Die Garagen können gekauft oder gemietet werden für beispielsweise Wohnmobile, Oldtimer oder auch Boote.

Bereits zum zweiten Mal musste der Bebauungsplan „IV b – Eckenberg“ geändert werden. Anfang Dezember 2019 hatte der Gemeinderat einer Voranfrage zum Neubau von sechs seniorenfreundlichen Bungalows am „Götzinger Weg“ grundsätzlich zugestimmt. Allerdings entsprach die geplante Anfrage nicht den Vorgaben des Bebauungsplans. Während der Auslegung des Entwurfs gingen nur vonseiten der Behörden und sonstigen Träger Stellungnahmen ein, welche vom Antragssteller beachtet und gegebenenfalls umgesetzt werden müssen.

Eine Auftragsvergabe für den BGB-Neubau stand ebenfalls auf der Agenda der Sitzung. Für 563 803 Euro wurde die Firma Hirsch (München) beauftragt, die Maler- und Lackierarbeiten vorzunehmen. Ursprünglich waren im Budget 353 124 Euro vorgesehen, doch durch mehrere Änderungen in den Plänen, in Beschlüssen des Gremiums festgelegt, stieg der Aufwand – und damit auch die Kosten.

Strittiges Thema in Einbach

Zustimmung erhielt auch die Beschlussfassung über den Ausbauplan zur Fertigstellung des Baugebiets „Metzenfeld“ in Einbach. Wie Ortsvorsteher Jochen Kraus bestätigte, war es jedoch ein langer Weg bis zu diesem Schritt. „Es war ein Kampf. Viele Gespräche wurden geführt, Anliegerversammlungen durchgeführt, die rechtliche Lage überprüft – und noch immer gibt es Spannungen“, erläuterte er. Doch alle glücklich zu stimmen, sei unmöglich, und zusammen mit dem Ortschaftsrat sei die Fertigstellung in dieser Form beschlossen worden.

Im Januar 1980 wurde der Bebauungsplan rechtskräftig. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Einbach keine städtischen Bauplätze mehr, weshalb zusätzliche Flächen zur Verfügung gestellt werden sollten. In der Zwischenzeit wurde ein Großteil der Bauplätze bebaut, und der Ortschaftsrat kam bereits 2015 zu dem Entschluss, dass aufgrund des schlechten Straßenzustands die Fertigstellung der Straßen notwendig ist.

In der geplanten Flurneuordnung Buchen-Einbach („Multiweg Höhgewann“) verpflichtete sich die Stadt zur Sicherstellung eines ökologischen Mehrwertes, ein Prozent der Verfahrensfläche aus ihrer Einlage oder durch Zukauf bereitzustellen. Die Flurneuordnung kostet circa 230 000 Euro. Der Grundzuschuss des Landes beläuft sich auf 69 Prozent und durch die ökologische Ausgleichsmaßnahme können bis zu elf Prozent zusätzliche Förderung anfallen. Die im Verfahren geschaffenen Anlagen soll nach Abschluss des Verfahrens Eigentum der Stadt werden. Diese muss die weiteren Pflichten wie Unterhaltung oder Verkehrssicherung des Weges übernehmen. Zum Abschluss der Sitzung wurde noch die Annahme von Geld- und Sachspenden beschlossen. ms

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