Buchen

Neues Grüngutkonzept vorgestellt Kreistag beschloss deutliche Reduzierung der Anlagen / Investitionen in Höhe von über zwei Millionen Euro geplant

13 Grüngutplätze sollen wegfallen

Neckar-Odenwald-Kreis.Und dann waren es nur noch 30: Der Kreistag hat sich am Montagnachmittag im Merchinger Schloss dafür entschieden, bis 2021 die Anzahl der Grüngutplätze im Landkreis deutlich zu reduzieren. Konkret bedeutet das: Statt derzeit 43 Anlagen wird es nur noch 30 geben. Im kommenden Jahr sollen die Anlagen Fahrenbach/Elztal, Dornberg, Mosbach „Heininger“, Obrigheim, Strümpfelbrunn und Weisbach sowie Altheim dicht machen, 2020 folgen die beiden Grüngutplätze in Adelsheim, in Buchen, in Limbach sowie die Anlage in Neckargerach. Die größten Investitionen erfolgen in Sansenhecken in Buchen und in Höpfingen (siehe Info-Box). Insgesamt belaufen sich die Kosten auf zwei bis 2,5 Millionen Euro.

Notwendige Investitionen

Landrat Dr. Achim Brötel nannte unter anderem die gesetzlichen Anforderungen zum Bau und Betrieb der entsprechenden Flächen, die erhebliche Investitionen notwendig machen, als einen der Gründe für diesen Schritt. Doch gleichzeitig habe die Bedeutung der Annahmestellen für Grüngut in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Nur noch sieben bis acht Anlagen, wie von einem externen Gutachten als Minimum vorgestellt wurde, seien kein akzeptables Angebot für die Bürger, so Brötel.

Die AWN/KWiN, welche bis Oktober mit sämtlichen Städten und Gemeinden Gespräche führte, stellte in Person von Geschäftsführer Dr. Mathias Ginter das Konzept genauer vor. Zukünftig liegt die Zuständigkeit und Verantwortung der Plätze im Landkreis bei der KWiN. Diese übernimmt die notwendigen Investitionen und anfallenden Kosten, jedoch nicht den Bau von Zufahrten und anderer Infrastruktur. Für die notwendigen privaten Plätze werden individuelle Pachtlösungen verhandelt und vereinbart. „Wir sind dabei auch auf die Gemeinden angewiesen, denn sie wissen am besten, wie es vor Ort ausschaut und welche Möglichkeiten es gibt“, betonte Ginter. Zwar sind zusätzliche Angebote der Kommunen für deren Bürger möglich, und die KWiN übernimmt auch die Kosten für die Verwertung des Grünguts. Jedoch bleiben die anfallenden Kosten an den Gemeinden hängen.

Ziel der gesamten Maßnahmen ist laut Ginter „ein gesundes Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen“. Er machte vor den Kreistagsmitgliedern jedoch klar, dass jederzeit noch Änderungen möglich seien. „Es wird vor Ort entschieden, und im Vergleich zu den benachbarten Landkreisen haben wir immer noch die größte Anzahl an Anlagen und die geringsten Gebühren.“

„Landwirte miteinbeziehen“

Die Kreisräte lobten unisono das neue Konzept und so überraschte auch nicht die einhellige Zustimmung dafür. Amelie Pfeiffer von den Grünen warnte jedoch davor, die Landwirte nicht miteinzubeziehen. „Jahrelang haben sie das Grüngut verwertet und verlieren nun Teile ihres Einkommens. Sie waren ein verlässlicher Partner, das sollte auch andersherum gelten“, meinte sie.