Buchen

Pflegedienst „Hand in Hand“ in Buchen 60 000 medizinische Masken für ein Krankenhaus in Peru / Spende ging an Verein „Diospi Suyana“

100 Kartons gehen auf eine lange Reise

Der Pflegedienst „Hand in Hand“ hat 60 000 medizinische Schutzmasken für ein Krankenhaus in Peru gespendet. Geschäftsführer Mazlum Oktay übergab sie am Mittwochmittag an eine Spedition.

Buchen. Herrschte vor einigen Wochen in Deutschland noch Mangel an medizinischen Schutzmasken, so herrscht heute Überfluss. „Alle Hilfsorganisationen in der Region sind gut versorgt“, stellte Mazlum Oktay, Geschäftsführer des Pflegedienstes „Hand in Hand“ in Buchen fest. Deshalb beschloss er, 60 000 Masken einem caritativen Krankenhaus in Peru zu schenken.

Bei der Auswahl der begünstigten Organisation sei es ihm wichtig gewesen, „dass die Spende direkt dort ankommt, wo sie gebraucht wird.“ Oktay kennt Dr. Benjamin Zeier aus Mosbach, der im vergangenen Jahr mit seiner Familie nach Peru gezogen ist, um im „Hospital Diospi Suyana“ zu arbeiten. Er sprach mit dem Klinik-Gründer Dr. Klaus-Dieter John, und so treten 60 000 Masken mit Lkw und Schiff ihre weite Reise nach Peru an.

Am Mittwoch wurden die 100 Kartons in den Lkw einer Spedition verladen, die die Masken über Krautheim nach Wiesbaden bringt. Dort werden sie mit anderen Sachen in einen Container verfrachtet. Dieser soll am 10. Juli nach Lima verschifft werden.

Infektionszahlen steigen

Nach den Worten von Olaf Böttger, Vorsitzender des das Krankenhaus unterstützenden Vereins, gehört Peru zu den Ländern mit den am schnellsten steigenden Corona-Infektionszahlen weltweit. Das Virus treffe auf ein armes Land mit einer oft mittellosen Bevölkerung, die sich keine Gesundheitsversorgung leisten könne. Deshalb übernehme das caritative Krankenhaus eine wichtige Aufgabe. „Es ist ein modernes Krankenhaus, das armen Leuten helfen soll“, sagte Böttger. Es verfüge derzeit über zehn Intensivbetten und insgesamt 20 Beatmungsgeräte. Zum Krankenhaus gehören auch eine Schule mit rund 300 Schülern und eine Radiostation, die die Bevölkerung nicht nur unterhält, sondern auch über gesundheitliche Fragen aufklärt.

Bundestagsabgeordneter Alois Gerig lobte die Idee, die Masken diesem peruanischen Krankenhaus zu schenken. „Starke Schultern müssen die Schwachen tragen“, sagte er. „Wir Deutsche gehören zu den Privilegierten auf der Welt.“ Er freute sich generell über die hohe Spendenbereitschaft in der deutschen Bevölkerung. Gerig dankte Mazlum Oktay und seinem Pflegedienst für die Spende und dem Verein „Diospi Suyana“ für seinen selbstlosen Einsatz. Das Krankenhaus „Diospi Suyana“ wurde nur mit Spendengeldern erbaut und im Jahr 2007 eröffnet. Seitdem haben dort Ärzte und Krankenschwestern mehr als 380 000 Patienten behandelt, meist Quechua-Indianer aus den Anden. Diese kommen aus 25 Bundesstaaten Perus. mb

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