Boxberg

Jahresrückblick Großrinderfeld Planungen in der Kinderbetreuung beschäftigten den Gemeinderat / Richtfest des neuen Feuerwehrgerätehauses gefeiert

Zweiter Wahlgang brachte Entscheidung

Archivartikel

Die Bürgermeisterwahl war das bestimmende Thema in der Gemeinde Großrinderfeld in den vergangenen Monaten. Nach zwölf Jahren fand zudem wieder eine Gewerbeschau in Gerchsheim statt.

Großrinderfeld. Am Ende war es eine klare Sache: Johannes Leibold wird neuer Bürgermeister von Großrinderfeld. Der Gerchsheimer entschied den zweiten Wahlgang der Bürgermeisterwahl mit fast zwei Drittel der Stimmen für sich und übernimmt ab Februar die Amtsgeschäfte im Großrinderfelder Rathaus. Weitere Höhepunkte waren die Gewerbeschau in Gerchsheim, und das Richtfest für das neue Feuerwehrgerätehaus in Großrinderfeld. Die Planungen in der Kindergartenbetreuung gingen weiter. Die Gemeinde Großrinderfeld kämpft außerdem weiter gegen die Errichtung einer Windkraftanlage.

Spätestens am 14. Juli, dem Tag des zweiten Wahlgangs der Bürgermeisterwahl in Tauberbischofsheim, stand fest: Großrinderfeld muss sich einen neuen Bürgermeister suchen. Amtsinhaberin Anette Schmidt, die die Geschicke der Gemeinde vier Jahre lenkte, wechselte nach ihrem Wahlsieg in die Kreisstadt. Der Bürgermeisterposten in Großrinderfeld war somit ab dem 1. September vakant. Sven Schultheiß übernahm die Geschäfte als Erster Bürgermeisterstellvertreter.

Bürgermeisterwahl

Mit dem Gerchsheimer Johannes Leibold, Jörn Engstfeld aus Großrinderfeld, Thomas König aus Marbach und dem Schönfelder Stefan Deckert reichten vier Bewerber ihre Unterlagen ein. In vier Vorstellungsrunden präsentierten sie sich den Bürgern in allen Ortsteilen. Schon im ersten Wahlgang am 20. Oktober zeichnete sich ein Sieg von Johannes Leibold ab. Er vereinte 47,9 Prozent der Stimmen auf sich. Im zweiten Wahlgang, am 10. November, traten nur noch Thomas König und Johannes Leibold an. Letzterer kam dabei auf 65 Prozent der Stimmen und entschied die Wahl für sich. Bemerkenswert war Leibolds Ergebnis in seinem Heimatort Gerchsheim, wo er 87,4 Prozent der Simmen erhielt. Im ersten Wahlgang gaben 70 Prozent der Berechtigten ihre Stimme ab, im zweiten waren es nur noch 64,1 Prozent.

„Ich werde mein Bestes geben“, versprach der frisch gewählte Bürgermeister in seiner ersten Rede. „Gemeinsam werden wir viel erreichen“, war er sicher. Er freue sich über den großen Rückhalt aus der Bevölkerung, sagte der künftige Bürgermeister.

Ein großes Thema in der Kommune bleibt die Kindergartenbetreuung. Mit unterschiedlichen Beteiligungsverfahren will die Gemeinde unter dem Stichwort „Großrinderfeld 2020/25“ ein Konzept für die Kindertagesstätten erarbeiten.

Zu diesem Prozess gehörte auch ein Fragebogen, mit dem die Vorstellungen der Eltern eruiert werden sollten. Dessen Rücklaufquote war aber dürftig: Weniger als die Hälfte der Befragten nahmen an der Evaluation teil. Im Mai legte der Gemeinderat die Betreuungsvarianten für die Kindertagesstätten in Gerchsheim, Großrinderfeld und Schönfeld fest.

In der gleichen Sitzung befasste man sich zudem mit der Zukunft der Kindertagesstätte St. Laurentius in Ilmspan. Nachdem kurzfristig drei Kinder für das Jahr 2019/20 abgemeldet wurden und somit nur noch drei in der eingruppieren Einrichtungen verblieben wären, stand die Kita vor dem Aus. Dieses wurde vorerst abgewendet: Der Gemeinderat entschied einstimmig ein einjähriges „Ruhen“ des Kindergartenbetriebs bis August 2020. In der Zwischenzeit soll ein Konzept zur Fortführung der Einrichtung entwickelt werden.

Klage gegen Windkraftanlage

Das Thema Windkraft beschäftigte Verwaltung und Gemeinderat ebenfalls. Nach einem Bürgerentscheid im September 2017 verweigerte die Gemeinde ihr Einvernehmen für den Bau einer circa 207 Meter hohen Windkraftanlage. Der Fall wurde jetzt wieder aktuell, nachdem das Regierungspräsidium Stuttgart einen Widerspruchsbescheid zugunsten der Antragstellerin erließ. Der Gemeinderat entschied im Oktober, dagegen rechtlich vorzugehen.

Ein Höhepunkt im Gemeindeleben war die Neuauflage der Gewerbeschau im Areal Geißgraben in Gerchsheim, die am 29. September erstmals nach zwölf Jahren wieder stattfand. Über 5000 Besucher kamen bei bestem Herbstwetter zu dieser Leistungsschau des örtlichen Gewerbes.

Großer Anziehungspunkt war dabei die erst wenige Tage zuvor eröffnete Produktionsstätte der Seubert Feinkostmanufaktur. Das Unternehmen entschied sich für einen Neubau im Gewerbegebiet, weil der Platz am bisherigen Standort in Wenkheim nicht mehr ausreichte. Die Firma investierte dafür einen zweistelligen Millionenbetrag. Auf insgesamt 4000 Quadratmetern Fläche stellen künftig 75 Mitarbeiter hochwertige Feinkostprodukte für die Gastronomie her.

Richtfest gefeiert

Im neuen Gewerbegebiet „Boppbrunn“ in Großrinderfeld entsteht das neue Feuerwehrgerätehaus. Das Richtfest für das Gebäude mit 614 Quadratmetern Fläche und drei Stellplätzen für Fahrzeuge fand am 30. August statt. Das Gewerbegebiet wurde im Dezember feierlich eingeweiht.

In Sachen Feuerwehr stand eine weitere Investition im Vordergrund: Nachdem der Mannschaftstransportwagen der Abteilung Schönfeld seit einem Unfall Ende Mai ausfiel, wurde nun die Anschaffung für das Ersatzfahrzeug bewilligt.