Boxberg

Rathaussturm Bürgermeister Christian Kremer übergab nach nur kurzer Gegenwehr Amt und Stadtkasse an die Narren der Umpfertalmetropole

„Wow-Effekt“ bei Bekanntgabe des Prinzenpaars

Archivartikel

Boxberg.Vier Tage Schonfrist gab es in diesem Jahr für den Boxberger Rathauschef, um die Regentschaft für die fünfte Boxberger Jahreszeit an das Narrenvolk der Umpfertalmetropole abzugeben. Man hatte den traditionellen Rathaussturm am 11.11. auf den 15. November verlegt. Nicht ohne Grund, denn man wollte die Gelegenheit nutzen, zum närrischen Start der Boxberger Fasnacht einem möglichst großen närrischen Publikum das neue Narrhalla Prinzenpaar zu präsentieren. Das ist auch treffend gelungen. Denn bis zur letzten Minute konnte das Geheimnis um das „Prinzenpaar 2020“ unter der Decke und die Spannung somit hoch gehalten werden.

Hautnah zu spüren war sie am Freitagabend bei der großen Narrenschar im Boxberger Rathaushof, die sich zum Start der närrischen Kampagne eingefunden hatte. Kaum war der 19 Uhr Glockenschlag der Kirchturmuhr verklungen, waren es die Umpferpforzer Guggenmusiker, die mit Pauken und Trompeten in den Rathaushof einzogen und damit den Beginn der Boxberger Fasnacht einläuteten. Noch war es Narrhallapräsident Gerd Schlesinger, der einsam hoch von der Rathaustreppe mit viel Humor und gut gelaunt in Reim und Vers und mit einem kräftigen dreifachen „Elwetritsche spring nei“ das bunt gemischte Narrenvolk begrüßte.

Elferrat, Jugendelferrat, die drei Narrhallagarden, die Elwetritschefänger, die Boxberger Bocknarren, die närrischen Abordnungen der Grünsfelder Hasekühle, der Schnocken aus Königshofen, von der Guggenmusik Black „K“Nights Schweigern sowie vom FC Umpfertal waren mit dabei, als das Narrenkommando die Rathaustreppe stürmte und Präsident Gerd Schlesinger mit heftigen Schlägen an die Rathaustür den Rathauschef zur Amtsübergabe und Herausgabe der Stadtkasse aufforderte.

Schnell erkannte Rathauschef Christian Kremer, dass jede Gegenwehr bei dieser närrischen Übermacht erfolglos ist und übergab Rathausschlüssel und Stadtkasse, die hoffentlich, so der Rathauschef, nicht ganz geplündert werde, an den Narrhallapräsidenten. Der Narrhalla, den Bocknarren und dem gesamten Boxberger Narrenvolk wünschte der entmachtete Rathauschef eine humorvolle und erfolgreiche närrische Kampagne.

War der Rathaussturm der närrische Start für die Saison, so war die sich anschließende Vorstellung und Proklamation des neuen Boxberger Prinzenpaars im Boxberger Ratskeller ein erster spannender Höhepunkt der noch jungen Fastnachtskampagne. Dicht gedrängt stand hier das Narrenvolk, als Präsident Gerd Schlesinger das letztjährige Prinzenpaar Prinzessin Carmen I. und Prinz Hartmut I. (Carmen und Hartmut Ruck) verabschiedete und ihnen für ihren großartigen Einsatz dankte.

Die Spannung knisterte, denn das angekündigte neue Prinzenpaar ließ noch etwas auf sich warten. Doch dann war es soweit. Mit Fanfarenklängen geleiteten die Narrhalla-Garden Rote Funken, Silberfunken und Rot-Gold-Prinzengarde unter lautem Beifall und Jubel der Narrenschar das neue Prinzenpaar in den Ratskeller zur Vorstellung und Proklamation. Die Überraschung war gelungen, denn der „Wow- Effekt“ war nicht zu überhören, als Gerd Schlesinger das neue Narrhalla-Prinzenpaar Stefanie und Daniel Hainz vorstellte und über ihre Vorlieben und Hobbys berichtete.

Das neue Prinzenpaar wurde proklamiert und ihm mit einem dreifachen „Elwetritsche spring nei“ bis Aschermittwoch die Regentschaft übers Narrenvolk der Umpfertalmetropole übertragen. Dass man sich auf die Regentschaft gut vorbereitet hat und die Register des närrischen Treibens bestens beherrscht, zeigten Prinzessin und Prinz in ihrem närrischen Prolog an ihr Narrenvolk.

Bevor man zum gemütlichen Teil überging, war es Präsidiumsmitglied Ralf Dittmann, der den Jahresorden der Narrhalla vorstellte. Selbsterklärend präsentierte er das Ordensmotiv, das das Boxberger Wappentier – den „Bock“ – beobachtet von den listigen Elewetritscheäuglein inmitten von Schilderwald und Umleitungen die Boxberger Straßensanierung dokumentiert. prewe