Boxberg

Gemeinderat Großrinderfeld tagte Preis für das Wasser entsprechend einer Kalkulation angepasst / Planungen für umfassende Sanierungen der Paimarer Straße vergeben

Wassergebühren steigen ab 2020

Der Gemeinderat Großrinderfeld legte in seiner Sitzung die Gebühren für Wasser und Abwasser neu fest. Sie steigen ab dem 1. Januar 2020.

Grossrinderfeld. Die Wasser- und Abwassergebühren in Großrinderfeld steigen. Der Gemeinderat entschied in der Sitzung am Dienstag im Großrinderfelder Rathaus, die Gebühren anzupassen. Die Veränderungen entsprechen der Kalkulation des Wirtschaftsberatungsunternehmens „Schmidt/Häuser“, das von der Gemeinde beauftragt wurde. Der Preis pro Kubikmeter verbrauchtem Wasser liegt somit ab dem 1. Januar 2020 bei 3,85 Euro. Bisher wurden 2,95 Euro gezahlt.

Beim Abwasser steigt der Preis ab dem 1. Januar 2020 pro Quadratmeter versiegelter Fläche von 56 auf 67 Cent. Für den Kubikmeter Abwasser ist ein Anstieg von 3,51 Euro auf 3,71 Euro vorgesehen.

Investitionen werden spürbar

„Das war so zu erwarten und wird auch nicht das Ende der Fahnenstange sein“, machte Kämmerer Werner Horn bei der Erläuterung der Zahlen deutlich. Auch der erste Bürgermeisterstellvertreter Sven Schultheiß geht davon aus, dass in Zukunft noch etwas „oben drauf kommt“. Seit dem Beitritt zum Wasserzweckverband Mittlere Tauber habe die Gemeinde die Investitionen noch nicht so gespürt, jetzt würden sie sich allmählich bemerkbar machen.

Grossrinderfeld stehe im Vergleich aber nicht schlecht da: „Was andere noch machen müssen, wie das Bauen eines Hochbehälters, haben wir schon umgesetzt“, sagte Schultheiß. Zudem erwirtschafte die Gemeinde Grossrinderfeld über die Wassergebühren, anders als normalerweise üblich, keinen Gewinn für den Resthaushalt.

Fast alle Gemeinderäte sahen den Schritt, die Beiträge zu erhöhen, als unumgänglich an. „Wir müssen kostendeckend abrechnen“, sprach sich Heiko Wülk für eine Erhöhung aus. Manfred Wörner forderte, dem Bürger die Veränderungen transparent zu vermitteln.

Walter Lutz hinterfragte die Neufestlegung. „Man weiß doch noch gar nicht, wie das Jahr abschließt. Das sind doch alles nur Schätzungen“, sagte er.

Der Gemeinderat war sich aber mit überwiegender Mehrheit einig, dass es mit Sicherheit „nicht günstiger“ werde, als bisher kalkuliert und folgte dem Beschlussvorschlag zu den Wassergebühren mit einer Gegenstimme.

Bei den Abwassergebühren musste der Gemeinderat zwischen zwei Varianten entscheiden. Die Berechnung des Unternehmens „Schmitt/Häuser“ ergab einen Anstieg von 56 Cent auf 62 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche. Berücksichtigt man das Jahr 2019 in der Kalkulation, liegt der Preis bei 67 Cent. Die Gemeinderäte entschieden sich nach einer kurzen Diskussion mit drei Gegenstimmen für die zweite Variante.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat das Ingenieurbüro ibu mit den Planungen für die Verkehrsanlagen, Entwässerung und Wasserversorgung für die Sanierung der Paimarer Straße in Großrinderfeld zu beauftragen.

Der Ausbaubereich umfasst die Paimarer Straße ab dem Einmündungsbereich der Frankenstraße bis zum Kreuzungsbereich Ilmspaner Straße/Grabengasse. Das Abwasser aus der Frankenstraße, das momentan durch den Weinweg abgeleitet wird, soll über einen neuen Kanal durch die Paimarer Straße bis zum Anschluss Grabengasse/Ilmspaner Straße geführt werden.

Kämmerer Werner Horn stellte für die Maßnahme einen Zuschuss vom Land in Aussicht. Sobald eine Entwurfsplanung vorliegt, könne ein Fördermittelantrag eingereicht werden.

Auch in der Straße „Am Lilacher Weg“ im Ortsteil Schönfeld sind umfassende Maßnahmen geplant. Die Gemeinde will neben der Sanierung der Straße, die Entwässerung neu ordnen und den dortigen Kanal umlegen, da er derzeit teilweise durch Privatgrundstücke führt. Das Ingenieurbüro „Walter und Partner“ wurde einstimmig mit den Planungen beauftragt.

Werner Horn stellte in der Sitzung eine Variante für den Hochausbau der Gemeindestraße von Abzweig K2882 nach Hof Baiertal im Ortsteil Großrinderfeld vor.

Vorgesehen ist der Einbau einer neuen Asphaltdecke auf die vorhandene Straßenbefestigung, so dass die Fahrbahnhöhe circa acht bis zehn Zentimeter über dem Bestand liegt. Die Wasserversorgung von Hof Baiertal zum Hochbehälter soll ebenfalls erneuert werden.

320 000 Euro für Hochausbau

Für den Hochausbau sind Kosten in Höhe von 320 000 Euro veranschlagt, für die Wasserversorgung wird mit 200 000 Euro gerechnet. Auch für diese Maßnahmen möchte die Gemeinde einen Fördermittelantrag beim Land einreichen, der dem zur Paimarer Straße aber nachrangig behandelt werden solle.