Boxberg

Diamantene Hochzeit Eheleute Josef und Luzia Kern feiern ihren Ehrentag / Von der jungen Liebe über das Erwachsenwerden bis hin zu Schicksalsschlägen im Alter

Trotz Schicksalsschlägen: Kerns gehen seit 60 Jahren durch dick und dünn

Archivartikel

Kupprichhausen.Die Eheleute Josef und Luzia Kern (geborene Lotter) blicken auf 60 Jahre gemeinsamen Lebensweg zurück und feiern an diesem Donnerstag ihr Fest der Diamantenen Hochzeit. Das „Ja-Wort“ gaben sie sich am 14. Mai 1960 in der Pfarrkirche „Allerheiligen“. In den sechs Jahrzehnten haben sie gemeinsam Höhen und Tiefen gemeistert, erzählen sie im Gespräch mit den FN. Doch das Miteinander, der Zusammenhalt und das Füreinander da sein hätten gezeigt, dass man als Team so ziemlich jede Hürde nehmen kann. Dankbar sind die Eheleute Kern, dass sie nach wie vor im eigenen Heim wohnen und dort ihren Lebensabend verbringen können.

Maurer mit Leib und Seele

Josef Kern erblickte 1937 in Kupprichhausen das Licht der Welt, wo er zusammen mit seinen sechs Geschwistern seine Kindheit und Jugend verbrachte. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er den Maurerberuf und war danach bei verschiedenen Baufirmen in der Region tätig. Auch musste er in der elterlichen Landwirtschaft stets kräftig Hand mit anlegen, wobei das Thema Freizeit ganz klein geschrieben war. Nach mehrjähriger beruflicher Tätigkeit im Baugewerbe wechselte Josef Kern zur Firma Glas-Hofmann in Tauberbischofsheim und danach bis zu seinem Ruhestand 1997 zur Firma Burger in Oberschüpf. Zahlreiche Gebäude in seiner Heimatgemeinde tragen seine Handschrift. Auf die Hilfe von Josef Kern und seinem Fachwissen konnte man aber auch stets in der Dorfgemeinschaft rechnen. Am Kindergarten, Pfarrhaus, Nebengebäude von Schul- und Rathaus, dem Dorfgemeinschaftshaus, der Restauration von Bildstöcken und vielen öffentlichen Anlagen war er mit seinem Fachkönnen gefragt und ehrenamtlich im Einsatz. Für seine Familie baute er in den Jahren 1960er Jahren sein Elternhaus als Eigenheim für seine Familie um. Dennoch fand Josef Kern die Zeit, sich im Kirchenchor und Männergesangverein aktiv zu engagieren.

1941 erblickte Ehefrau Luzia in Lauda das Licht der Welt. Im Ortsteil Heckfeld verbrachte sie zusammen mit ihren drei Geschwistern ihre Kindheit und Jugend. Nach der Volksschule und der dreijährigen landwirtschaftlichen Berufsschule war sie in der elterlichen Landwirtschaft sowie im Staats- und Gemeindewald tätig, bevor sie zur Firma Schachenmayer in Tauberbischofsheim wechselte. In dieser Zeit lernte sie auch ihren Ehemann Josef kennen. Zunächst wohnte das junge Paar bei den Eltern von Luzia Kern in Heckfeld bevor es 1962 in das umgebaute Elternhaus von Ehemann Josef in Kupprichhausen einziehen konnte. 1962 erblickte Tochter Angelika und 1970 Tochter Monika das Licht der Welt. Sie komplettierten die junge Familie.

Gerne erinnern sich die Eheleute an die gemeinsamen Urlaubsaufenthalte, die sie immer wieder in die Bergwelt führten. Zumal Tochter Angelika in Oberbayern zusammen mit ihrem Ehemann und den drei Enkelkindern ihre neue Heimat gefunden hat.

Mit Rückschlag leben lernen

Nicht verschont blieben die Eheleute von harten gesundheitlichen Schicksalsschlägen. Hatte sich Josef Kern kurz vor der Goldenen Hochzeit 2010 einer schweren Operation unterziehen müssen, so war es der November 2013, in dem Ehefrau Luzia von einem Schlaganfall schwer getroffen wurde. Alles wurde plötzlich anders und ein langer schwerer Weg begann. Stark eingeschränkt in ihrem Lebensalltag ist Ehefrau Luzia seit dieser Zeit stets auf die Hilfe und Unterstützung ihres Mannes angewiesen. Und auch für Ehemann Josef war dies ein tiefer Einschnitt im Lebensalltag.

Denn alles was im Haus anfällt, muss nun er erledigen beziehungsweise organisieren. Doch gerne übernimmt er diese Aufgabe und ist dankbar dafür, dass es trotzdem möglich ist, gemeinsam im eigenen Heim wohnen und leben zu können. Große Unterstützung erhalten die Eheleute von Tochter Monika und den beiden Enkelkindern Dennis und Vanessa, die im nicht allzu fernen Bad Mergetheim wohnen und Oma und Opa oft besuchen sowie die tägliche Versorgung und Erledigungen (besonders in der jetzigen Corona-Zeit) übernehmen.

Gerne hätten die Eheleute ihr „Diamantenes Ehejubiläum“ mit einem Dankgottesdienst in ihrer Traukirche und einem kleinen Familienfest gefeiert. Doch in Anbetracht der besonderen Umstände mussten diese Termine, ebenso wie persönliche Besuche von Gratulanten (Bürgermeister, Ortsvorsteherin, Vereine, und so weiter) abgesagt werden. Doch die Eheleute hoffen, dies alles zu einem späteren Zeitpunkt doch noch nachholen zu können.

Ihr besonderer Wunsch zu ihrem Ehrentag ist es, trotzt der gesundheitlichen Einschränkungen, möglichst noch viele Jahre gemeinsam miteinander zu Hause verbringen zu dürfen. Den zahlreichen Glückwünschen zu diesem Ehrentag, schließen sich die Fränkischen Nachrichten gerne an.