Boxberg

Naturschutzbund Boxberger Ortsgruppe pflanzte neue, robuste Obsthochstämme / Beitrag zum Klimaschutz geleistet

Streuobstwiese ist Lebensraum für viele Tiere

Archivartikel

Die Nabu-Gruppe Boxberg verjüngte die verwilderte Streuobstwiese mit 14 jungen Hochstammbäumen in Eigenleistung.

Boxberg. Die Nabu-Gruppe Boxberg ist weiter bestrebt, bestehende Lebensräume, Biotope und Schutzgebiete in der Boxberger Landschaft zu pflegen und zu erhalten, aber auch zu vergrößern und zu verbessern. So wurde vor zwei Jahren eine verwilderte Streuobstwiese gekauft und mit Geldern der Ausgleichzahlungen für errichtete Windkraftanlagen im Januar dieses Jahres eine Erstpflege durchgeführt (wir berichteten). Innerhalb einer Woche wurden durch eine Fachfirma die alten Obstbäume vom Heckenaufwuchs befreit. Es zeigte sich schnell, dass die Bäume so überaltert waren, dass zum Erhalt der Streuobstwiese Ersatzpflanzungen notwendig sind.

Anspruchslose Sorten

14 Hochstammbäume wurden auf der Fläche jetzt eingepflanzt. Apfel, Zwetschge, Mirabelle und auch Birnen wurden ausgewählt. Hierbei wurden robuste, anspruchslose Sorten bevorzugt.

Pflanzlöcher waren vorab mit dem Bagger auf dem steinigen Boden schon ausgebaggert worden. Der Bauhof der Stadt Boxberg hatte, zur Freude der Nabu-Mitglieder, Mut-terboden abgeladen, sodass die jungen Obstbäume auch gut anwachsen können. Trotz aller vorbereitenden Arbeiten hatten die sechs Helferinnen und Helfer der Boxberger Naturschützer an diesem Tag mehr zu tun, als manchem lieb war.

Ein wahrer Kraftakt, den die kleine Gruppe dabei leistete: Aushubmaterial ins Pflanzloch schaufeln, Stickel setzten, Baum einpflanzen, Mutterboden und Rest des Aushubmaterials verfüllen, Drahthose anbringen und den jungen Baum anbinden.

Vorsitzender Michael Hökel lobte das Engagement der Mitwirkenden. Er bedauerte, dass zwar derzeit sehr viel über Umwelt- und Naturschutz und auch über das Klima geredet und diskutiert werde, die praktische Arbeit draußen vor Ort aber nicht unbedingt so beliebt sei.

Weitere Pflanzungen geplant

Auch im nächsten Jahr werden wieder Obstbäume auf dem Grundstück gepflanzt. In der Hoffnung auf mehr Aktive würden die Arbeiten dann sicher leichter fallen, meinte er. „Interessierte Aktive sind jederzeit willkommen“, so Michael Hökel von der Nabu-Gruppe Boxberg.

Neben den 14 Obstbäumen wurden fünf weitere Obstbäume am Naturschutzgebiet „Äußeres Ried“ ergänzend gepflanzt, da aufgrund des Alters dort einige Bäume ausgefallen waren.

Zu guter Letzt wurden vier weitere Apfelbäume auf einem Wiesengrundstück nahe Oberschüpf gepflanzt, da es dort kaum noch Obstbäume gibt.

Kaum noch Obstbäume

Wie wichtig der Lebensraum Streuobstwiese ist, zeigt ein Blick auf die Zahl der dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten. Mit 5000 verschiedenen Arten zählt die Streuobstwiese zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa, so Hökel.

Durch die Pflanzung von 24 Obstbäumen habe die Nabu-Gruppe Boxberg auch einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz geleistet, würdigte der Vorsitzende den Arbeitseinsatz der Mitglieder. nabu