Boxberg

Bezirksfachausschuss Bildung Aktuelles Thema diskutiert

Stärkung der Demokratiebildung

Archivartikel

Stuttgart/Boxberg.Die Mitglieder des Bezirksfachausschuss Bildung (BFA) aus Nordwürttemberg diskutierten mit Vertretern des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport (MKJS) und der Landeszentrale politische Bildung ( LpB) über das Thema „Das aktuelle Konzept zur Stärkung der Demokratiebildung“.

Die aktuellen politischen Diskussionen seien durch komplexe Fragestellungen geprägt, auf die es keine einfachen und schnellen Antworten gebe.

Durch Globalisierung und Digitalisierung verursachte Veränderungen der Arbeitswelt, das Zusammenleben in einer zunehmend diverser werdenden Gesellschaft und ungleiche gesellschaftliche Teilhabechancen verunsichtern große Teile der Bevölkerung. Diese Entwicklungen fordern die Politik, die Eltern und die Bildungsinstitutionen heraus. Denn Demokratie sei kein gegebenes Gut. Sie könne nicht gelehrt, muss aber gelernt werden. Dazu bedürfe es vielfältiger Möglichkeiten der Demokratiebildung.

Eine besondere Verantwortung komme der schulischen Bildung zu, da Schulen die einzigen Institutionen sind, die alle Kinder und Jugendlichen erreichen. Gute Schulen seien Orte der Demokratie, Orte, an denen demokratische Werte wie Respekt, Solidarität und Gleichheit sowie die Anerkennung der Menschen- und Kinderrechte die Schul- und Unterrichtskultur prägen.

Hier sollen Schüler den konstruktiven Umgang mit unterschiedlichen Interessenlagen lernen und Wege finden, Konflikte friedlich und durch demokratische Verfahren zu lösen.

In demokratischen Schulen können sich Schüler für ihre Anliegen engagieren, sich beteiligen und mitbestimmen. Demokratiebildung bleibe nicht bei der Wissensvermittlung stehen, sondern schaffe demokratische Erfahrungsräume“ so Helmut Schneider und Markus Gerold.

Renate Heinisch, die Vorsitzende des BFA Bildung NW, sah dieses Treffen als Fortsetzung der Fachtages Demokratiebildung mit Kultusministerin Susanne Eisenmann im Juli 2019. Hier wurde der zum Schuljahr 2019/2020 verbindliche „Leitfaden Demokratiebildung“ vorgestellt und sich damit praxisorientiert auseinandergesetzt.

Mit dem vorliegenden Leitfaden Demokratiebildung, der verbindlich in allen öffentlichen und privaten allgemein bildenden und beruflichen Schulen umzusetzen ist, erhalten erstmals Schulleitungen und Lehrkräfte ein kohärentes Konzept zur Stärkung demokratiebezogener Kompetenzen von Schülern.

Hierbei werden darüber hinaus auch außschulische Lernorte und Kooperationen in den Blick genommen. Dieser Ansatz soll Schulleitungen bei der Entwicklung ihrer Schule und Lehrkräfte bei der Gestaltung ihres Unterrichts unterstützen. Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit: „Demokraten fallen nicht vom Himmel“, so die Ministerin.

„Fridays for future“ sei ein guter Anlass, das Thema Demokratiebildung zum jetzigen Zeitpunkt in den Blick zu nehmen und das Thema in Schulen mit einem höheren Stellenwert zu stärken, so die Mitglieder des Fachausschusses. „Eltern, Lehrer und Schüler müssen gemeinsam Kindern und Jugendlichen ein Wertesystem vermitteln, an dem sie sich orientieren können und das den freiheitlichen und demokratischen Grund- und Menschenrechten entspricht“, so die Aufforderung von Heinisch.