Boxberg

„Wir verbinden Boxberg“ Ehrenamtlicher Fahrdienst mit dem Elektromobil hat sich in der Praxis bewährt

Rund 12 000 Gäste emissionsfrei befördert

Der im März 2014 gegründete ehrenamtliche Bürgerfahrdienst „Wir verbinden Boxberg“ (WvB) ist mittlerweile zum festen Bestandteil im Alltagsgeschehen der Stadt und ihrer Stadtteile geworden.

Boxberg. 90 Prozent der befragten Fahrgäste sind mit dem Fahrdienst „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“. Eine Quote, die den Initiatoren Mut macht und durch das dankbare Kompliment „Es ist gut, dass es euch gibt“ wird jeder Einzelne der 25 ehrenamtlichen Fahrer, in seinen Bemühungen bestätigt.

Eindrucksvolle Zahlen

In ihrem Jahresbericht belegte die Vorsitzende des Vereins, Vera Herzog, diesen Eindruck im Verlauf der Jahreshauptversammlung am Samstag mit eindrucksvollen Zahlen, Daten und Fakten: Ungefähr 12 000 Fahrgäste wurden bisher befördert.

An mehr als 1200 Betriebstagen wurden zirka 10 000 Einzelfahrten getätigt und dabei über 90 000 Kilometer emissionsfrei zurückgelegt, was einem Tagesdurchschnitt von 72 Kilometern entspricht.

Der Verein WvB hat derzeit 97 Mitglieder, davon 25 als aktive Fahrer (Tendenz steigend). Die Finanzierung erfolgt durch die Unterstützung von zwölf Sponsoren, fünf regelmäßigen Geldspendern und mit den Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf und den „Trinkgeldern“, die von den Fahrern „gerne angenommen“, aber der Vereinskasse überlassen werden.

So legte Vereinskassiererin Sabine Hauck einen geordneten und zufriedenstellenden Kassenbericht vor, mit dem der Verein zuversichtlich in die Zukunft planen kann, denn das E-Mobil kommt langsam in die Jahre und man macht sich bereits Gedanken, wie das Nachfolgemodell aussehen soll und wie es finanziert werden kann.

Fünf Vorstandssitzungen

In fünf Vorstandssitzungen wurden Themen wie die neue Ladesäule (Abrechnung und Kosten), die Pflege und Gestaltung der Homepage des Vereins, die Nutzung von Fördertöpfen (Sozialfonds und „Wir für hier“), die Rekrutierung neuer Sponsoren, Fragen zum Winterbetrieb, der Antrag des Generationennetzwerkes Boxberg, auch über das Stadtgebiet Boxberg hinaus tätig zu werden, die Fahrerausstattung mit Jacken und der Status der Gemeinnützigkeit Pro und Kontra diskutiert.

Gerade beim Letzteren Punkt wäre eine andere vereinsrechtliche Zuordnung für den Verein wünschenswert, denn die Gemeinnützigkeitsbescheinigung, die nur ein eingetragener Verein bekommt, scheiterte bisher an der Tatsache, dass der Bürgerfahrdienst alle Altersgruppen und nicht nur Senioren befördert. Eine Sichtweite, die wohl nur durch entsprechende politische Interventionen geändert werden kann.

Verschiedene Fahrziele

Die Fahrziele reichen vom täglichen Einkauf über Bankengänge, Arzt- und Apothekenbesuche, den Besuch von Freunden, die Teilnahme an Kursen bis zum Besuch von Veranstaltungen. Genutzt wird das E-Mobil überwiegend von Senioren, aber auch verletzte Sportler, Geflüchtete und Schüler nutzen den Fahrdienst.

Den 25 Fahrern, den Vorstandsmitgliedern und dem Koordinator Hilmar Tippl dankte die Vorsitzende für das große Engagement und die umsichtige Fahrweise, denn bisher gab es nur einen unverschuldeten Unfall und zwei „Knöllchen“ für zu schnelles Fahren. „Ohne euch wäre dieses Projekt nicht zu einer festen Institution in Boxberg geworden.“

Dank sagte die Vorsitzende aber auch an die Stadt Boxberg mit Bürgermeister Christian Kremer an der Spitze und dem Ansprechpartner in der Rathausverwaltung, Willi Mladek und F. Meier.

In einem Vortrag zum Thema „Online-Tools- und Apps für Gemeinschaftsverkehre“ gab Vorstandsmitglied Benedikt Krams einen Blick in die Zukunft der möglichen Nutzung von Bürgerbussen, Bürgerrufautos und Mitfahrdiensten unter Einbeziehung der schon bestehenden Angebote des Öffentlichen Personen Nahverkehrs. Krams rechnet damit, dass schon absehbarer Zeit eine entsprechende Zusammenfassung aller Mobilitätsangebote als App für das Smartphone auf dem Markt kommt, die den Nutzern große Vorteile bringen werde. Eine kurzfristige Verbesserung könnte schon die Vernetzung mit anderen bestehen den Bürgerfahrdiensten in den Nachbargemeinden bringen. In keinem Fall, so die Vereinsvorsitzende, wolle man jedoch in Konkurrenz von Taxiunternehmen oder kommerziellen Krankentransportanbietern treten. pal