Boxberg

Gemeinnützig Igersheimer Professor Dr. Christian Karnutsch ist Gründungsmitglied der Sektion „Point-of-Care-Techologie“

Neue Analyseverfahren für den Klinikbetrieb im Fokus

Innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) wurde die Sektion „Point-of-Care-Technologie“ (POCT) gegründet.

Karlsruhe/Igersheim. Schnelle und zuverlässige Untersuchungen in der Labormedizin sind essenziell für eine gute Patientenversorgung. Deshalb setzt sich die DGKL als gemeinnützige medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft besonders für die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung ein. Die neue Sektion POCT beschäftigt sich besonders mit der Entwicklung neuer Analyseverfahren und deren Umsetzung in den Klinikbetrieb.

Dr. Christian Karnutsch, Professor für Optosensorik an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, gehört zu den Gründungsmitgliedern der Sektion. Der gebürtige Igersheimer bringt dort seine technologische Expertise zum Thema Miniaturisierung von optischen Analysesystemen ein.

„Die Point-of-Care-Technologie bezeichnet diagnostische Untersuchungen, die nicht in einem Zentrallabor, sondern im Krankenhaus unmittelbar auf der Station, in der Praxis eines niedergelassenen Arztes oder sogar in einer öffentlichen Apotheke durchgeführt werden“, so Karnutsch. Es gehe darum, schnell und zuverlässig Messdaten über den Zustand eines Patienten zu erhalten, um wiederum schnell eine Diagnose stellen und zielgerichtet die Behandlung des Patienten einleiten zu können. Gerade auch die schnelle und unkomplizierte Diagnose von Infektionskrankheiten spielt eine enorm wichtige Rolle, wie das hochaktuelle Thema der Corona-Pandemie eindrücklich zeigt.

„Das POCT hat zudem enormes Potenzial“, betont Karnutsch, „chronisch kranken Patienten dabei zu helfen, ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen.“ Ein sehr gutes Beispiel hierfür sei die Blutzuckermessung für Diabetiker. „Wir beschäftigen uns in der Arbeitsgruppe IONAS (Integrated Optofluidics and Nanophotonics) bereits seit Jahren an der Hochschule mit Technologien für miniaturisierte optische Analysesysteme, die man hervorragend für die Blutanalyse einsetzen könnte. Wir forschen an grundlegenden mikro-optischen Technologien, die die patientennahe Diagnose von verschiedenen Blutparametern ermöglichen sollen. Dabei geht es um Themen wie beispielsweise die Nieren- und Leberfunktion.“

Die DGKL ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft für Laboratoriumsmedizin und vertritt diese in Deutschland, in Europa und auch weltweit. Sie entstand 2003 durch die Fusion der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie (DGKC) und der Deutschen Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin (DGLM) und verfügt derzeit über mehr als 1100 Mitglieder. Bereits seit mehr als 20 Jahren besteht eine Arbeitsgruppe zum Thema POCT in der DGKL. Die Aktualität der patientennahen Labordiagnostik führte nun zur Entscheidung, die Arbeitsgruppe zukünftig als Sektion innerhalb der Fachgesellschaft fortzuführen.