Boxberg

Kulturkirche Unterschüpf Vortrag von Dr. Matthias Surall

Moderne Kirche mit viel Potenzial

Unterschüpf.Dr. Matthias Surall, Beauftragter der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover war als Referent zu Gast in der Kulturkirche Unterschüpf. Wer Kirchenräume für Kulturschaffende öffne, gewinne Raum für Inspiration und Kraft zur Erneuerung. Kulturarbeit in Kirchen sei ein Beitrag, dass die christliche Religion im Kontakt mit den Menschen und ihrem Wirklichkeitsverständnis bleibe - sonst drohe dem Christentum ein Weltverlust, so Dr. Surall, zuständig für Kunst und Kultur, in seinem Vortrag. Surall verweilte einen Nachmittag im Schüpfer Grund und beriet Dekan Rüdiger Krauth und Pfarrer Dr. Heiner Kücherer sowie das Team der Kirchengemeinderäte über die Stärken und Herausforderungen der Kulturkirchenarbeit im Schüpfer Grund.

Dr. Surall zeigte sich beeindruckt von der stilistischen Bandbreite und langjährigen Kontinuität an Kulturformaten, wie sie sich in der Kulturkirche im Schüpfer Grund etabliert haben. Ebenso sei das Potenzial der Kirchenräume und die Einbettung der Projekte in die Landschaft und Naturräume fast einzigartig.

Dr. Surall, wie auch Dekan Krauth, ermutigten Pfarrer Dr. Kücherer und die Kirchengemeinderäte dazu, den Weg einer Kulturkirche im ländlichen Raum fortzusetzen. Hilfreich sei es, dass Dr. Kücherer sich als Pfarrer in Kulturmanagement fortgebildet habe. In den kommenden Jahren gehe es nun darum, das Team, das die Rahmenbedingungen für Kulturarbeit in Kirchen schaffe, personell zu erweitern. Die Aufgaben von Marketing bis hin zu Catering könnten auf Dauer nicht von Kirchengemeinderat, Pfarrer und einem kleinen Kreis von ehrenamtlichen Mitarbeitern bewältigt werden.

Eine zweite Herausforderung bestehe darin, noch intensiver mit nichtkirchlichen Institutionen, Vereinen und Gruppen zu kooperieren, um Menschen jenseits der Kirchen anzusprechen.

Das schöpferische Potenzial von Kulturkirchen machte Dr. Surall in einem engagierten Abendvortrag deutlich. Er zeigte auf, wie die Hannoversche Landeskirche vier "signifikante Kulturkirchen" in Hannover, Hildesheim, Emden und Bremerhaven und zahlreiche einzelne Kulturprojekte in Kirchengemeinden fördere, die über das weite Gebiet der Landeskirche verstreut seien. Kriterien der intensiven Förderung (bis zu 200 000 Euro für vier Jahre) seien der Aufbau von nachhaltigen Strukturen und die Kooperation mit nichtkirchlichen Kulturschaffenden, sonst drohe das Problem, dass "Kirchenleute wieder nur Kirchenkultur für Kirchenleute machen" - ein verbreitetes Missverständnis von Kulturkirchenarbeit.