Boxberg

Gemeinderat Forstwirtschaftsplan 2020 vorgestellt / Weitere Bebauungspläne

Mit blauem Auge davongekommen

Archivartikel

Einiges auf dem Zettel hatte der Gemeinderat Boxberg, was sich auch an der regen Beteiligung der Bevölkerung an der Sitzung zeigte.

Boxberg. Karlheinz Mechler vom Kreisforstamt stellte den Forstwirtschaftsplan für 2020 vor. Der Plan sehe einen Überschuss von 10 700 Euro bei einem Einschlag von 5662 Festmetern vor. „Wir haben vorsichtig gerechnet. Ein höherer Überschuss ist daher möglich, aber die fetten Jahre sind mittelfristig vorbei“, erläuterte Mechler. Generell sei der Boxberger Wald „mit einem blauen Auge“ aus den vergangenen Trockenjahren davon gekommen. Zwar gebe es Schäden vor allem an Fichte und Buche, jedoch sei der Wald glücklicherweise breit an Baumsorten aufgestellt. Schwarzkiefer, Kirsche, Hainbuche und Eiche vertragen die Trockenheit besser. Auch die Douglasien im Boxberger Wald tragen einen Teil dazu bei, dass die Rechnung trotz Preisverfalls positiv ausfällt. Der Holzmarkt liege aufgrund der Überschwemmung des Markts mit Schadholz am Boden. Darauf reagiere man damit, dass der Einschlag präzise geplant sei und nur Schadholz sowie ertragreichere Baumarten verkauft würden.

Ganz anders sehe es in nahen Waldrevieren der Region aus. „Man kann sagen, entlang der B 19 sind die Schäden besonders schlimm“, so der Forstexperte. Auch im Ahornwald oder im nahen Bauland gebe es erhebliche Probleme bei Buchen und Käferbefall. Besonders viele junge Eichen seien ausgetrieben. Diese Jungbäume wolle man mit einer breiten Eichenverjüngung unterstützen.

Zum 1. Januar 2020 gebe es ein neues Organisationsverfahren, welches höhere Kosten für die Stadt ergeben wird. Der Staatswald soll ausgegliedert werden. Unter der Organisation des Landratsamts bleibe jedoch der Gemeindewald. Damit ergebe sich auch eine neue Aufteilung der Reviere: Frank Löffler wird ab dem neuen Jahr zuständig für die Reviere Wölchingen, Schwabhausen und Boxberg sein. Sein Kollege Elmar Burger übernimmt dann die restlichen Reviere der Ortsteile. Ulrich Weiland wechselt zum Staatswald.

Geplanter Einschlag

Daraufhin erläuterten die anwesenden Förster den geplanten Einschlag über Winter. Vor allem Douglasien werden durchforstet werden und die Naturverjüngung der Eiche soll mit dem Hieb alter Eichen unterstützt werden. Außer in Schwabhausen sei die Nachfrage nach Brennholz ein wenig zurückgegangen. Mechler warnte zum Schluss des Themas vor der Durchforstung von beschädigten Buchen. „Lassen Sie das lieber die Profis machen“, warnte er. Kaputte Buchen zersetzten ihr Holz relativ schnell, was beim Fällen für Privatleute sehr gefährlich sei. Dem Vorschlag zum Forstwirtschaftsplan 2020 folgten die Mitglieder einstimmig.

Sowohl der Aufstellung eines Bebauungsplans für den „Billweg“ in Uiffingen mit rund zwölf bis 15 Bauplätzen als auch für „Am Kreuzstein“ in Windischbuch mit zirka acht neuen Grundstücken wurden einhellig beschlossen. „Viele junge Leute wollen bleiben. Jedoch ist der Wohnraum im Ort erschöpft“, erklärte Uiffingens Ortsvorsteher Stefan Bier. Ein Teil des Bebauungsplans „Am Kreuzstein“ sei bereits 2003 genehmigt worden. Der zweite Teil, der damals abgelehnt wurde, soll nun endlich realisiert werden.

Die Teilnahme an einer Bündelausschreibung für den kommunalen Strombedarf wurde für die Jahre 2021 bis 2023 ebenfalls einstimmig beschlossen. Jedoch bestanden die Stadträte dabei auf der Möglichkeit, auch grünen Strom anzufragen sowie den Preisunterschiede zu konventionell erzeugtem Strom bekanntzugeben.

Zuschüsse aus Windkraftfonds

Bei einer Enthaltung beschloss der Gemeinderat die Bewilligung von Zuschüssen aus dem Windkraft-Sozialfonds. Für das Jahr 2018 seien 25 Zuschussanträge eingereicht worden. Die beantragte Zuschusssumme belief sich auf 57 370 Euro. Im Oktober 2018 beschloss der Rat daraufhin einen Vorgriff auf die Mittel von 2019. Demnach stehen aktuell 17 000 Euro im Windkraftfond zur Verfügung. Von der Verwaltung wurde daher vorgeschlagen, nur diejenigen Antragssteller, welche nicht bereits im vergangenen Jahr einen Zuschuss erhalten haben, zu berücksichtigen. Außerdem soll – wie auch im vergangenen Jahr – jedem Antragssteller nur ein Zuschuss bewilligt werden. Mit dem beschlossenen Vorgehen entstehe nun eine vertretbare Zuschusssumme von 34 096 Euro. Diese werden mit den vorhandenen Mitteln sowie einem erneuten Vorgriff gedeckt. Der Gemeinderat diskutierte über den erneuten Vorgriff auf Mittel „aus der Zukunft“.

Das Gremium stimmte bei einer Enthaltung dem Vorschlag der Verwaltung zwar zu, jedoch schlugen die Räte vor, die Vergaberichtlinien zu überdenken und anzupassen. Auch auf erneute Vorgriffe soll verzichtet werden.

Gegenüber zwei neuen Baugesuchen hatte der Rat keine Einwände. Unter dem Punkt Verschiedenes stellte ein Ratsmitglied Schäden an der Straße am Ortsausgang von Schwabhausen in Richtung Schillingstadt mit Bildern vor. Immer wieder sei die Stelle mit Teer zugemacht worden, jedoch vermutete er dort eine Quelle und schlug daher eine Drainage vor.

Ansammlung von Müll

Außerdem zeigte der Gemeinderat Bilder, welche die Ansammlung von Müll an der Kreisstraße auf der Gemarkung Schwabhausens zeigten. Er monierte, dass es auf dem Parkplatz dort keinen Mülleimer gebe. Mehrere Feldwege seien zudem beschädigt. Bürgermeister Kremer versprach, die Hinweise auf die Missstände an das Kreisstraßenamt weiterzuleiten und auf ein Beheben der Schäden zu bestehen.