Boxberg

Auftritt im Bürgerhaus „Mouschdpiloten“ begeisterten mit zweistündigem Programm

Lokalkolorit sorgte für viel Heiterkeit

Archivartikel

Schwabhausen.Die Hohenloher Mundart-Combo „Die Mouschdpiloten“ spielte im Schwabhäuser Bürgerhaus und sorgte dabei rund zwei Stunden lang für beste Unterhaltung und viel Heiterkeit. Jede Menge Hohenloher Lokalkolorit genossen die Besucher am Freitag. Denn dort gastierte auf Einladung des örtlichen Heimat- und Kulturvereins die Hohenloher Mundart-Band „Die Mouschdpiloten“, bestehend aus Frontmann und Gitarrist Kurt Klawitter, Schlagzeuger Gilgamesch Weidkuhn und Thomas Baaken am Keyboard.

Die dreiköpfige Combo sorgte mit eingängigen Melodien und augenzwinkernden Texten über ihre Heimat rund zwei Stunden lang für beste Unterhaltung. Zur Einstimmung gab es von Kurt Klawitter erst einmal einen kleinen Grundkurs in hohenlohischer Lebensart.

Lektion eins: Das wichtigste Wort lautet „sou“, mit einem langgezogenen „u“. Wichtig bei der Aussprache: Es muss ganz tief aus den Bronchien kommen, wie ein Urwaldlaut, wie der aus Wiesenbach stammende Kurt Klawitter dem sichtlich vergnügten Publikum augenzwinkernd erklärte.

Und auch ganz wichtig für einen richtigen Hohenloher: Im Keller muss immer ein 1000-Liter-Fass „Mouschd“ stehen (oder wie der Nicht-Hohenloher sagen würden: Most). Denn der hält schließlich jung. Und genau darum ging es auch im ersten Lied, das quasi eine Liebeserklärung an den „Mouschd“ war. Für viel Heiterkeit sorgten die drei Musiker mit ihrem Titel „Mir fährt ein Depp voraus“. Und so eifrig, wie die rund 100 Gäste im Saal beim Refrain mitklatschten, hatten sie wohl auch schon des Öfteren einen „Depp“ im Auto vor sich.

Fast schon politisch wurde es dann bei „Auf dem Land“. Das Lied handelt davon, wie allmählich immer mehr Kneipen und Geschäfte in den vielen kleinen Ortschaften in Hohenlohe verschwinden. „Ich habe das auch mal auf einer Veranstaltung mit Politprominenz gespielt und denen empfohlen, mal mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Hohenlohe zu erkunden“, erzählte Klawitter. Um sogleich mit einem verschmitzten Grinsen zu ergänzen: „Und dann habe ich Ihnen geraten, einen Geistlichen mitzunehmen, denn das wird ein Abenteuer“.

Neben ihren eigenen Kompositionen hatten die Musiker auch zahlreiche, sehr gelungene Parodien bekannter Melodien im Programm. Wie zum Beispiel „Ein neues Getriebe ist wie ein neues Leben“. Welches Lied hier Pate stand, ist nicht allzu schwer zu erraten.

Natürlich ist es „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ von Jürgen Marcus. In der Version der „Mouschdpiloten“ ging es darum, wie Kurt Klawitter einmal mit seinem Kumpel Helmut (Spitzname: Helm) mit dem Bulldog nach Crailsheim fahren wollte, um in einer Bar Frauen kennenzulernen. Gekommen sind sie allerdings nur bis Wallhausen, weil das Gefährt dort mit einem Riss im Getriebe liegengeblieben ist. Mit viel Szenenapplaus bedacht wurde auch die Hymne der „Mouschdpiloten“ an den Hohenloher Wein mit dem Titel: „Hohenloher Wein ist so wie das Blut der Erde“. Die vorzügliche Parodie auf Udo Jürgens’ Klassiker „griechischer Wein“ war einer von zahlreichen Höhepunkten eines rundum vergnüglichen Auftritts. Erst nach der dritten Zugabe wurden die Musiker von der Bühne entlassen.