Boxberg

Rückblick auf 2020 Viele Maßnahmen zielten darauf ab, Boxberg als Wohngemeinde attraktiver zu machen

Lebensqualität stand im Mittelpunkt

Archivartikel

Die weitreichendste Maßnahme 2020 war sicherlich der Ausbau der Ortsdurchfahrt Boxberg. Diese, wie auch weitere Maßnahmen, dienen dazu, Boxberg als Wohngemeinde attraktiver zu machen.

Boxberg. Es war eine „Mammutaufgabe“, wie Bürgermeister Christian Kremer bei der offiziellen Freigabe im November festgestellt hatte. Und es war ein Projekt, das zunächst eher für Unmut bei den Bürgern sorgt, auch wenn alle von der Notwendigkeit überzeugt sind. Maßnahmen wie der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Boxberg gehen zunächst wegen Sperrungen, verbunden mit Umleitungen und Lärmbelästigungen, zunächst einmal mit Unbequemlichkeiten einher, stören den gewohnten Rhythmus. Doch letztendlich sind sie unumgänglich, weil sie die Kommune voranbringen und auf Dauer eine Verbesserung der Situation darstellen.

Dies trifft sicherlich zu 100 Prozent auf die Ortsdurchfahrt Boxberg zu, die in zwei Abschnitten, den ersten im Jahre 2019 und den zweiten im Jahr 2020, ausgebaut wurde. Sie war ein Nadelöhr und sicherlich nicht mehr zeitgemäß.

Zudem nutzte die Stadt Boxberg die Gelegenheit, auch längs der Hauptverkehrsader einige sinnvolle flankierende Wohnumfeldmaßnahmen anzugehen. Letztendlich verbessert die Gesamtmaßnahme nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Qualität des Wohnorts Boxberg.

Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 2,6 Millionen Euro. Davon entfallen 350 000 Euro auf die Kanalsanierung, 450 00 Euro auf die Wasserversorgung, 16 000 Euro auf Straßenbaumaßnahmen (Gehweg), 100 000 Euro auf die Platzgestaltung und 100 000 Euro auf Sonstiges, das die Stadt finanzieren musste.

Die Kosten für die reinen Straßenbaumaßnahmen trägt der Bund, da es sich bei der Ortsdurchfahrt um eine Bundesstraße handelt.

Die Baufirma brachte eine komplette 5600 Quadratmeter umfassende neue Asphalttragschicht, 6600 Quadratmeter Asphaltdecke und 3800 Quadratmeter Pflasterfläche auf. „Die Asphaltflüsterschicht wirkt sich unheimlich positiv aus, der Verkehrslärm hat deutlich abgenommen“, meinte der Rathaus-Chef.

Die Stadt tauschte 540 Meter Kanal der Hauptleitung in der Kurpfalzstraße und der Jakob-Reichert-Straße komplett aus und baute einen Teil in der Karl-Hofmann-Straße neu. Ebenfalls erfolgte die Erneuerung der kompletten Wasserversorgung bis zur Grundstücksgrenze auf einer Länge von 1060 Metern. Vorsorglich wurden Leerrohre (Speed-Pipes) für den späteren Glasfaserausbau verlegt.

„Ich bin überzeugt, dass die zusätzlichen Maßnahmen im Rahmen der Stadtsanierung, wie der Abbruch des Hauses Österreicher oder die Erneuerung des Fußwegs bei der Sozialstation gute Beispiele waren, die private Maßnahmen nach sich gezogen haben“, ist der Rathaus-Chef überzeugt.

Und die Zahlen geben ihm Recht: Seit Beginn der Stadtsanierung wurden entlang der Kurpfalzstraße vier private Maßnahmen abgeschlossen, bei elf weiteren laufen die Sanierungsarbeiten noch. „Immerhin gibt es einen Zuschuss von 30 Prozent der berücksichtigungsfähigen Kosten, das sind Nettokosten zuzüglich zehn Prozent. Wobei der Zuschuss mit maximal 20 000 Euro gedeckelt ist“, erläuterte Kremer.

Im kommunalen Bereich hat die Stadt Boxberg bislang knapp 800 000 Euro investiert, unter anderem für Gehwegausbau, Grunderwerb oder Abbrucharbeiten. Hierfür erhielt die Kommune einen Zuschuss von etwa 472 655 Euro aus der Stadtsanierung.

Erschließung von Bauplätzen

Dass Boxberg als Wohngemeinde attraktiv ist, zeigt die permanent hohe Nachfrage nach Bauplätzen. Um dem Rechnung zu tragen, haben Verwaltung und Gemeinderat die Erweiterung des Wohngebiets „Dell/Epplinger Weg“ um 46 Bauplätze sowie des Wohngebiets „Am Kreuzstein“ in Windischbuch um insgesamt 24 Bauplätze vorangetrieben. In Schweigern sind die Erschließungsarbeiten nahezu abgeschlossen. Von den 46 Bauplätzen sind bereits 34 vergeben.

In Windischbuch sind die schon erschlossenen Bauplätze so gut nachgefragt, dass nun in einem weiteren Bauabschnitt 24 weitere erschlossen werden sollen. Hierzu vergab der Gemeinderat den Auftrag für die Erschließung in der Dezember-Sitzung.

Um bestehende Quartiere aufzuwerten, gibt es das Mittel der Wohnumfeldmaßnahmen. Eine solche erfolgte in Schweigern im Bereich Bahnhofstraße/Neue Straße.

Wichtig für eine gute Lebensqualität in einer Kommune sind auch die Kindergärten. In diesem Bereich investierte die Stadt Boxberg vor allem in den Kindergarten Unterschüpf. Hier erfolgt eine komplette Sanierung, die rund 2,1 Millionen Euro kostet und bis zum Beginn des Kindergartenjahres 2021/22 abgeschlossen sein soll.

Im Kindergarten Oberschüpf wurden die Fenster erneuert.

Eine wichtige Maßnahme für Lengenrieden war die Spielplatzneugestaltung. Die Schulen im Stadtgebiet wurden komplett ans Glasfasernetz angebunden.

„Natürlich bestimmte das Corona-Virus auch den Arbeitsalltag unserer Stadtverwaltung“, blickt der Rathaus-Chef zurück. „Die Mitarbeiter mussten einen erhöhten Aufwand betreiben, um die Geschäfte am Laufen zu halten.“ In diesem Zusammenhang erinnerte Kremer an die erhöhten Hygiene-Vorschriften beim Umpfertalbad.

Ein Blick in die Zukunft

Für den Bürgermeister geht es im Jahr 2021 in die letzte Runde seiner Amtszeit. Am 30. April ist für ihn Schluss. Bis dahin will er ein zukunftsfähiges Konzept für die Schulen auf den Weg bringen sowie die Kindergartenbedarfsplanung abwickeln. Sein banger Blick geht in Richtung Maimarkt. „Ich bin gespannt, wie es mit unserem traditionellen Fest weitergeht“, sagt Christian Kremer. „Niemand weiß zur Zeit, wie es den Marktbeschickern wirtschaftlich geht und ob sie die Krise überleben werden.“

Für die Stadt und die Vereine wäre zudem eine Rückkehr zur Normalität gerade auf dem kulturellen Sektor überaus wichtig. Eine Reaktivierung des Vereinslebens werde umso problematischer, je länger es brach liegen muss.