Boxberg

Bezirkssynode Rückblick auf die Arbeit im Evangelischen Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg

Knappere Finanzen zwingen, einen Sparkurs einzuschlagen

Archivartikel

Schweigern.Die Bezirkssynode Adelsheim-Boxberg traf sich zu ihrer letzten Sitzung, bevor nach den Kirchengemeinderatswahlen am eine Advent ein neues Gremium gebildet wird.

Mit einem feierlichen Abendmahlsgottesdienst in der Kirche wurde die Synode eröffnet. Der Tagungsort war bewusst gewählt: das alte Gemeindehaus der Kirchengemeinde Schweigern. Es gehört zu den Gemeindehäusern, die dringend saniert werden sollten, für die die Kirchengemeinde aber nicht mehr genug Rücklagen hat.

So war das Liegenschaftsprojekt der Landeskirche ein Schwerpunkt im großen Rückblick, den Dekan Rüdiger Krauth den Synodalen gab. Mit dem Liegenschaftsprojekt hat die badische Landeskirche den Kirchenbezirken eine klare Vorgabe zur Kürzung der Gebäudekosten gemacht. Über 40 Prozent der Gebäudekosten sollen im Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg in den nächsten Jahren eingespart werden. Das bedeutet zum Teil harte Einschnitte.

Pro Pfarrei, das heißt pro Pfarramt soll es künftig nur noch ein Gemeindehaus geben, das von der Landeskirche mitfinanziert wird. Gebäude, die nicht ausreichend genutzt werden, sollen aufgegeben werden.

In Schweigern sollen Gemeinderäumlichkeiten erhalten bleiben. Aber in welcher Form, das hat die Kirchengemeinde noch nicht entschieden. Der Prozess der Beratung und Entscheidung ist noch nicht abgeschlossen. Klar ist aber: die Finanzen werden knapper. Es geht nur, wenn sich die Kirche auf weniger Gebäude konzentriert und diese auch intensiv nutzt.

14 Personalwechsel

Rüdiger Krauth betonte in seinem Rückblick, dass es in den letzten sechs Jahren 14 Personalwechsel gegeben habe, dadurch sei das Team der Hauptamtlichen deutlich verjüngt worden. Er sei dankbar, dass es zurzeit mit dem Pfarramt Sindolsheim nur eine unbesetzte Stelle gebe. Aber es werde daran gearbeitet, auch diese Stelle bald möglichst zu besetzen.

Es sei auf absehbare Zeit keine Kürzung von Pfarrstellen vorgesehen. Allerdings sei der Rückgang der Gemeindegliederzahlen zu spüren. Und das mache ihm Sorgen. Denn eine Folge des Rückgangs seien nicht nur kleinere Zahlen und weniger Gottesdienstbesucher, sondern zu kleine Pfarreien können aus Sicht der Landeskirche nicht mehr mit einer vollen Stelle besetzt werden. Das würde dann zu mehr Zusammenlegungen von Gemeinden innerhalb einer Pfarrei führen.

Der Dekan machte deutlich, dass es für den ländlichen Raum nicht nur das Kriterium der Gemeindegliederzahl geben dürfe.

Eine gute kirchliche Arbeit zeichne sich dadurch aus, dass der Pfarrer nahe bei den Menschen ist und Besuche gemacht und seelsorgliche Arbeit geleistet werden. Hier werde es in Zukunft darum gehen, die Arbeit der Kirche im ländlichen Raum zu stärken und nicht zu schwächen.

Die Herausforderung aber bleibe: „Wir werden weniger!“ Hier müsse die Kirche inhaltlich arbeiten und sich fragen, wie sie sich auf ihren eigentlichen Auftrag konzentrieren könne.

Fragen gemeinsam stellen

Diese Fragen müssen sich die Ehrenamtlichen und die Hauptamtlichen gemeinsam stellen und Antworten für den ländlichen Raum finden. Rüdiger Krauth betonte, dass es ihm ein Anliegen sei, dass diese Herausforderungen auf ökumenische Weise angegangen werden. Denn die katholische und die evangelische Kirche haben den gleichen Auftrag, nämlich Gottes Liebe in die Welt zu bringen.

So lobte Rüdiger Krauth auch die Arbeit der Prädikanten. Dieser ehrenamtliche Dienst helfe wesentlich dazu, dass flächendeckend Gottesdienst angeboten werden können. Dennoch komme es vor, dass in der Sommerferienzeit und in der Weihnachtszeit auch zentrale Gottesdienste für mehrere Gemeinden angeboten werden müssen. Er warb dafür, noch mehr geeignete Personen für den Prädikantendienst zu suchen. Und er ermutigte die Gemeinden und die Hauptamtlichen, noch mehr zu kooperieren.

Schließlich sehe der Dekan eine weitere wichtige Aufgabe im Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit. Die Kirche setzte sich für die Menschen ein und mache eine gute Arbeit, aber in der Öffentlichkeit würde das zu wenig gesehen. „Wir als Kirche müssen über das Gute, das wir tun, auch reden und berichten!“, so der Dekan.

Am Ende seines Berichts dankte er allen, die sich auf unterschiedlichste Weise ehrenamtlich und hauptamtlich in der Kirche engagieren.

Auf dieser Synode wurde auch Pfarrer Dr. Dietmar Reizel als Diakoniepfarrer gewählt.

Er wird seinen Dienst als Diakoniepfarrer, der zusätzlich zu seinem Dienst als Gemeindepfarrer von Ravenstein hinzukommt, vorerst auf den Teil des Kirchenbezirks beschränken, der im Main-Tauber-Kreis liegt.

Außerdem bedankte sich Pfarrer Karl Kress bei der Synode. Er habe nun seit 25 Jahren die Bezirkssynode geleitet und werde voraussichtlich im neuen Jahr dieses Amt als Vorsitzender niederlegen – zugleich wünsche er sich aber sehr, seine Ämter bei der Landesynode der Badischen Landeskirche möglichst weiter führen zu können, um den Kirchenbezirk und die ländlichen Gemeinden dort auch künftig mit ganzer Kraft zu vertreten.

Nach den Kirchenwahlen am ersten Advent wird sich im Frühjahr 2020 dann die neue Bezirkssynode konstituieren.