Boxberg

Im Dienst am Nächsten

Liebe Leserinnen und Leser, „Stell dir vor es brennt – und niemand kommt . . . “ Mit diesem Slogan werben derzeit einige Freiwillige Feuerwehren.

Tatsächlich löst dieser Satz eine unbehagliche Vorstellung in mir aus: Ein Haus, das abbrennt, ein Verkehrsunfall, wobei zwei Autos ineinander gekracht sind, ein umgestürzter Baum oder Hochwasser.

Alles Einsätze, zu denen die Feuerwehr gerufen wird. Und keiner würde kommen?

Schon als Kind habe ich miterlebt, wie mein Papa losgesaust ist, wenn der Piepser losging. Ich hatte keine Angst um ihn, aber ich war stolz: Mein Papa zieht los und löscht zusammen mit anderen Feuerwehrmännern ein Feuer! Und er kam immer gesund nach Hause. Auch mein Mann ist in der Feuerwehr, und auch er kommt, Gott sei Dank, immer gesund heim.

Die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden haben es aber in den letzten Jahren zunehmend schwieriger: Es fehlt an Leuten, die sich bereiterklären, in die Feuerwehr einzutreten, und von der anderen Seite fehlt es an Respekt und Verständnis. Dass Feuerwehrleute, etwa beim Absperren einer Straße, angepöbelt und blöd angemacht werden, ist heutzutage keine Seltenheit.

Aber diese Arbeit ist so wichtig für uns, gerade auf dem Land! Feuerwehrleute, die Einsatz zeigen, die dafür ausgebildet worden sind, richtig zu handeln und die Maschinen bedienen zu können. Verantwortung zu übernehmen, ob als Einsatzleiter, Trupp- oder Gruppenführer.

Und sie tun es freiwillig. Aus Dienst am Nächsten. Ich finde, die Feuerwehrmänner und -frauen drücken so auf eine ganz praktische Art und Weise ihre Liebe zum Nächsten aus. Die Nächstenliebe, von der Jesus immer gesprochen hat: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst!“ Und wer im Dienst seines Nächsten steht, der steht damit auch im Dienst Gottes. Jedes Mal, wenn die Feuerwehrleute eine Übung machen oder zum Einsatz ausrücken, dann ist das ein Gottes-Dienst. Ganz getreu ihrem Leitspruch: „Gott zur Ehr’, dem Nächsten zur Wehr!“

Wir feiern heute in Schweigern einen Feuerwehr-Gottesdienst, um die Kameradinnen und Kameraden in den Blick zu nehmen. Wir wollen uns bei ihnen bedanken, dass sie so großartige Arbeit leisten, dass sie für uns alle da sind, wenn wir sie brauchen.

Und wir wollen ihnen Gottes Segen mitgeben, damit sie wissen: Ihr seid da draußen nicht allein! Es gibt einen, der immer bei euch ist, der euch zur Seite steht, wenn es hart und schwer wird! Darauf dürfen wir alle uns verlassen.

Sandra Stadler-Uibelhör, Pfarrerin Schweigern, Epplingen, Bobstadt, Dainbach