Boxberg

Maßnahmen für Umweltschutz Der Gemeinderat entschied am Dienstag in seiner Sitzung, die „Interkommunale Vereinbarung“ zu unterzeichnen

Großrinderfeld unterstützt Klimakonzept

Archivartikel

Der Gemeinderat Großrinderfeld stimmte der Unterzeichnung des „Integrierten Klimaschutzkonzept“ des Kreises zu.

Grossrinderfeld. Die Gemeinde Großrinderfeld beteiligt sich am „Integrierten Klimaschutzkonzept“ des Main Tauber-Kreises. Der Gemeinderat entschied in der Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Schönfeld am Dienstag, die „Interkommunale Vereinbarung“ zu unterzeichnen. Das Konzept sieht unter anderem gemeinsame Maßnahmen zum Ausbau von regenerativen Energien, Entwicklung nachhaltiger Mobilität und Energieeinsparungen vor.

Bis 2030 hat sich der Kreis zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen um mindestens 55 Prozent zu reduzieren und Solarthermie sowie Photovoltaik um 50 Prozent zu erhöhen.

Um diese Planungen voranzutreiben, will der Landkreis einen „Klimaschutzbeauftragten“ einsetzen. Diese Person wird zwar beim Landkreis angestellt sein, aber allen Kommunen im Main-Tauber-Kreis beratend zur Seite stehen.

Nicht bindend

„Die Verpflichtungsdichte dieser Vereinbarung ist nicht sehr hoch“, schränkte der stellvertretende Bürgermeister Sven Schultheiß ein. Trotzdem befürwortete er die Unterzeichnung des Papiers.

Sich für den Klimaschutz einzusetzen, gehöre mittlerweile zum „Mainstream“, betonte Schultheiß. Er plädierte dafür, sich als Gemeinde auf den „Weg zu machen“ und die Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept zu unterstützen.

Obwohl der Gemeinderat die Unterzeichnung der Vereinbarung mit einer Gegenstimme abnickte, kritisierten einzelne Mitglieder des Gremiums die momentane Situation bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen: „Das Konzept ist gut, aber wir müssen endlich konkret werden. Wir schieben das Thema Photovoltaik schon längere Zeit vor uns her“, monierte Walter Lutz.

Auch Ralf Schieß stufte die Aussagen der Zielsetzungen als zu vage ein. Er sprach sich gegen eine Unterzeichnung des Maßnahmenkatalogs aus. „Das ist das Papier nicht wert, auf dem es steht“, wurde er deutlich. Im Verlauf der Sitzung wurde auch diskutiert, an welchen Gebäuden erneuerbare Energien zum Tragen kommen könnten.

Die Gemeinde habe hier noch keine „befriedigende Lösung“ gefunden, hielt Bürgermeisterstellvertreter Sven Schultheiß fest. Beim neuen Feuerwehrgerätehaus in Großrinderfeld sei die Anbringung aufgrund der Statik nicht ohne weiteres möglich und auch das Schaffen von E-Ladestationen gestalte sich durch die Feuerwehrzufahrt als schwierig.

Christian Küffner brachte das Thema „Öffentlicher Nahverkehr“ in die Debatte ein. Er forderte, den Busverkehr auszubauen. Die Anbindung von Ilmspan nach Würzburg ist aus Küffners Sicht nicht ausreichend. „Von dem versprochenen „Zwei-Stunden-Takt“ haben die Leute dort nichts“, erklärte er.

Probleme im ÖPNV

Ilmspans Ortsvorsteher Hubert Kraus berichtete, dass bestellte Ruftaxis mehrmals nicht gefahren seien. Im Ortsteil Schönfeld scheint es auch Probleme im Öffentlichen Nahverkehr zu geben: Die Buslinie von Würzburg nach Tauberbischofsheim fahre in den Abendstunden einfach an Schönfeld vorbei, schilderte Ortsvorsteher Ralf Schieß. Bürgermeisterstellvertreter Schultheiß merkte an, dass manche Busse nur bei Bedarf in Schönfeld halten, versprach aber der Sache nachzugehen.

Heiko Wülk regte an, eine Bushaltestelle im Gewerbegebiet Geißgraben in Gerchsheim zu schaffen. Das käme vor allem Auszubildenden, die bei den dort angesiedelten Unternehmen arbeiten zu Gute.