Boxberg

Kindergartenjahr 2020/21 Freie Krippenplätze in Gerchsheim / Flexible Ganztagsbetreuung möglich

Gemeinderat bewilligt Bedarfsplanung

Archivartikel

Großrinderfeld.In der Sitzung des Großrinderfelder Gemeinderats stellte Bürgermeister Johannes Leibold die Bedarfsplanungen für das Kindergartenjahr 2020/21 vor. Der Umstand, dass sich einige Mitarbeiter der Verrechnungsstelle im Home-Office befänden, erschwere die Vorbereitungen. Leibold betonte, dass sich das Angebot an den Bedarf der Eltern und deren Arbeitszeiten anpassen müsse.

„In jeder Gemeinde sollen Angebote verfügbar sein, die einen breiten Personenkreis ansprechen und möglichst wenig selektieren, das heißt, auch Kinder und Familien in erschwerten Lebenslagen nicht ausgrenzen, sondern ihren angestammten Sozialbezügen unterstützen und fördern. Kinder mit Assistenzbedürfnissen sind adäquat zu berücksichtigen“, heißt es in der Beschlussvorlage der Gemeindeverwaltung.

Die Planung sieht 77 Plätze in Regel- und Ganztagsbetreuung mit zwei Krippengruppen und drei Gruppen für Drei- bis Sechsjährige für den katholischen Kindergarten St. Michael in Großrinderfeld vor. Für das kommende Jahr wurden 79 Kinder angemeldet. Um diesen Überhang zu schultern, nannte Bürgermeister Leibold drei Möglichkeiten.

„Eine Option ist, mit den Eltern zu sprechen, ab wann der Platz benötigt wird.“ Außerdem könne eine Lösung gefunden werden, wenn nicht alle Plätze in Vollzeit gebraucht werden. Die dritte Möglichkeit, eine räumliche Umstrukturierung, sei hingegen schwierig.

Konstante Geburtenzahlen

Die Krippengruppen in Großrinderfeld seien voll ausgelastet. Deshalb können bis April 2021 keine Neuanmeldungen entgegengenommen werden. Die Geburtenzahlen im Ortsteil Großrinderfeld lagen in den letzten fünf Jahren konstant über 15, so dass die Gemeindeverwaltung davon ausgeht, dass mittelfristig Betreuungsplätze für Über-Dreijährige fehlen. Dieser Erweiterungsbedarf sei aber bereits 2019 erkannt und eingeplant worden.

Kosten von 1,2 Millionen Euro

In Gerchsheim stehen 82 Plätze zu Verfügung. Auch dort sei die Auslastung gut. In der dortigen Tagesstätte St. Anna gebe es noch freie Krippenplätze.

Auch im katholischen Kindergarten St. Vitus in Schönfeld sind nicht alle 22 Plätze belegt. Kinder ab zwei Jahren bis zum Schuleintritt können die Einrichtung besuchen. In Ilmspan werden im Kindergarten St. Laurentius 25 Plätze in einer altersgemischten Gruppe und Regelöffnungszeit angeboten. Für die Einrichtung habe es jedoch nur drei Anmeldungen gegeben.

Die Gesamtausgaben für den Kindergartenbetrieb liegen laut der Beschlussvorlage für 2020 bei 1,2 Millionen Euro. Ein Teil des kommunalen Anteils werde durch den Landeszuschuss gedeckt. Die Seelsorgeeinheit Großrinderfeld/Werbach übernehme rund zehn Prozent des Defizits.

Der Gemeinderat bewilligte auch zwei Anträge von Jan Eckhoff, dem Leiter der Kindertagesstätte in Gerchsheim. Der erste der beiden Vorschläge sieht eine anteilige Nutzung von Krippenplätzen vor. Diese Kinder würden einen ganzen Platz belegen, ihn jedoch nur tageweise nutzen. Die Eltern unterschreiben hierfür bei der Verrechnungsstelle einen zusätzlichen Vertragsanhang, in dem die Klausel aufgenommen wird, dass der Platz bei einer Vollbelegung freizugeben ist oder voll genutzt werden muss. Im zweiten Beschlussvorschlag legte der Gemeinderat die flexible Buchung von Ganztagsbetreuungsplätzen für einen Betrag von zwölf Euro fest. chk