Boxberg

Gemeinderat Planungen für die Sanierung des Rathauses in Angeltürn vorgestellt / Kosten von rund 300 000 Euro sollen im Haushalt aufgenommen werden

Frischzellenkur für historisches Gebäude

Archivartikel

Das historische Rathaus in Angeltürn soll saniert werden. Rund 300 000 Euro will sich der Gemeinderat die Maßnahme kosten lassen.

Boxberg. Für die Angeltürner hatte Bürgermeister Christian Kremer bei der Sitzung des Gemeinderats eine gute Kunde: Das unter Denkmalschutz stehende Rathaus kann nun endlich saniert werden.

Lange musste darauf gewartet werden. Denn vor Jahren gab es bereits erhebliche Probleme mit Setzungen, „weil der eine Teil des Gebäudes auf Schwemmland, der andere auf Fels gebaut ist“, erklärte Kremer. Somit haben sich Setzungen im Erdreich gebildet, die sich auch am Gebäude bemerkbar gemacht haben. Durch die Idee von Architekt Michael Jouaux wurde vor rund vier Jahren ein weiteres Absacken nun verhindert. Er hatte vorgeschlagen, mit einem Zwei-Komponenten-Mörtel den Untergrund zu „impfen“ und zu festigen. Nach dem Aushärten wurden Gipsmarken gesetzt, um weitere Setzungen zu erkennen. „Das ist aber nun nicht mehr der Fall“, so Bürgermeister und Architekt.

Nun könne man mit der Ausbesserung der Schäden an den Natursteinen beginnen. Dazu sei man auch mit dem Denkmalamt in Verbindung, erwähnte Kremer verschiedene Termine vor Ort.

An der Außenfassade stehen Arbeiten am Naturstein und den Fenstern an. Die Wohnung im ersten Obergeschoss wird saniert und modernisiert. Vor allem das Bad müsse erneuert werden, so Jouaux. Auch in Sachen Wärmeschutz sei einiges zu tun.

„Fassade nicht so schlecht“

„Die Fassade ist trotz der Senkung gar nicht so schlecht“, fand der Ingenieur. Offene Fugen sollen gereinigt und geschlossen werden. Zwei Stütze machten Probleme. Und ein Stück des Sandsteingewändes will man austauschen. Die Fenster sollen lediglich gerichtet und vom Maler bearbeitet werden.

Für mehr Wärme will man die Geschossdecke dämmen. Eingebaut wird in die Wohnung, die danach wieder vermietet werden soll, eine elektrische Infrarotheizung. „Das ist wie ein Lagerfeuereffekt.“ Diese Heizungsart sei aber nur im Dauerbetrieb sinnvoll.

Die Wohnung sei allgemein in einem ordentlichen Zustand. Nur den Austausch der Fliesen und etwas Farbe fürs Treppenhaus schlug Jouaux vor. Im Gemeindesaal soll weiterhin der Ölofen genutzt werden. Auch Dachdeckung und Regenrinne seien noch in gutem Zustand.

Gemeinderat Peter Löffler bat darum, das Dach bei der anstehenden Maßnahme genau unter die Lupe zu nehmen. Rainer Weckesser wunderte sich, dass nur an der Front, nicht aber an den Seiten Schäden zu verzeichnen seien. „Hier gibt es nur Fugen zu schließen“, erklärte der Architekt.

Angeltürns Ortvorsteher Gerhard Böres und Gemeinderat Stefan Schulz fanden, dass es mit dem Überarbeiten der Fenster im Gemeindesaal nicht getan sei. Mit einem Stift könne man Löcher hineindrücken. Bürgermeister Christian Kremer regte dazu einen weiteren Vor-Ort-Termin an. „Was kaputt ist, wird ausgetauscht. An drei Fenstern soll die Sanierung nicht scheitern“, meinte er.

Michael Jouaux geht von Kosten von rund 300 000 Euro aus. Die Gelder will der Gemeinderat im neuen Haushaltsplan bereitstellen. „Wir wollen die Wohnung so schnell wie möglich wieder herrichten, um sie bald wieder zu vermieten“, ergänzte Kremer.

Im nächsten Jahr kann der Startschuss dazu dann fallen.