Boxberg

Kulturkirche Unterschüpf Ausstellung mit Werken von Gudrun Reinheimer über Maria Magdalena

Bilder einer starken Frau

Unterschüpf.Gut besucht war bislang die Ausstellung der Künstlerin Gudrun Reinheimer, die noch bis 2. August samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 9.30 bis 11.30 Uhr zu sehen ist. Sie ließ es sich nicht nehmen, an allen Ausstellungsterminen anwesend zu sein, um mit den Besuchern zu sprechen und Erläuterungen zu ihren Bildern zu geben. Rund 20 selbstgemalte Bilder mit unterschiedlichen Motiven, waren zu bestaunen und fanden interessierte Betrachter. „Die Malerei ist für mich ein Lebenselixier: Ich schöpfe daraus die Kraft für meinen Alltag“, so die Künstlerin.

Begonnen hat alles mit einer Kunstandacht. Gudrun Reinheimer wie sie dazu kam, die Geschichte der Maria Magdalena im Spiegel der Zeiten für sich zu entdecken und in ihren Bildern zu thematisieren. Wer war sie? Was will sie mir sagen? Wohin führte ihr Weg? Was ist davon heute noch wichtig? Gudrun Reinheimer erlebte wie ihr Bilder von Maria Magdalena durch den Kopf gingen und sie nicht mehr losließen.

Daher entschloss sich die Künstlerin, das Projekt malerisch umzusetzen. Aber womit fängt sie an? Woher bekommt sie Informationen? Sie meldete sich für ac ht Wochen bei der Kunstschule Akkrea in Modau an. Zusätzlich sah sie sich verschiedene Filme an, darunter „Jesus und die verschwundenen Frauen“. Die Künstlerin las verschiedene Bücher über Maria Magdalena. War sie Prostituierte oder Heilige? Oder vielleicht die Ehefrau von Jesus? Vielleicht war sie gar die erste Päpstin, was man im letzten Jahr im Spiegel lesen konnte? Sogar im 20. Jahrhundert wird noch über ihr Leben gerätselt.

Es wurde Gudrun Reinheimer klar, das werden meine ersten Bilder über die christliche Zeitgenossin Maria Magdalena. Es fehlte nur noch die Frau selbst, für die Künstlerin passte sie in keine Norm. Denn sie war wissbegierig, stark, intelligent, neugierig und voller Widersprüche. Sie war eine Frau, die selbstbewusst und mutig gegen die Geschlechterrollen und Hierarchien ihrer Zeit rebellierte. Sie genoss es, Gespräche zu führen, und war wohl gerade deshalb bei den Männern als Gesprächspartnerin sehr beliebt.

Dadurch verunsicherte sie die Männer, die sich einer Frau gegenüber überlegen fühlen wollten. Wurde sie deshalb als Sünderin abgestempelt, weil in diesem Jahrhundert Frauen eher abgewertet wurden? Im letzten Jahr gab es viel Kritik an der Kirche. Die Frauen der Bewegung „Maria 2.0“ machten darauf aufmerksam, dass sie in der katholischen Kirche nur die Dienenden seien. Von Gleichberechtigung kann auch heute noch keine Rede sein. Auch „Maria Magdalena“ wurde verletzt, verleumdet und vergessen. Erst im Jahre 2016 stellte Papst Franziskus Maria Magdalena den männlichen Aposteln gleich, war sie doch schon vor 2000 Jahren die Apostelin der Apostel?

Die Geschichte inspirierte Gudrun Reinheimer, vor allen Dingen die Rolle der Frau im Spiegel der Zeiten in Bildern zu thematisieren. Und nun kam „Corona“ und es setzte sich wie eine Dornenkrone auf Jesus Haupt. Das Gefangensein im Inneren und Äußeren. Was hilft heraus? Und so im Schlusswort der Malerin Gudrun Reinheimer: „Der unerschütterliche Glaube und die Liebe, die Maria Magdalena“ schon vor 2000 Jahren lebte, ein Glaube an uns und die Hoffnung auf eine bessere Welt.“ wahe