Boxberg

Nabu Boxberg Wer seine Bäume vor den Nagern schützen möchte, dem wird Maschendrahtzaun zur Verfügung gestellt

Biber stellen Ernährung um

Archivartikel

Zurzeit sieht man an vielen Gewässern wieder Fraßspuren des Bibers. Auch gefällte Bäume sind bereits dabei.

Main-Tauber-Kreis/Boxberg. Der Biber ist aktiv. Warum sind die Tiere von Oktober bis März besonders häufig zu sehen? Dies liegt am Nahrungsangebot des großen Nagers, das sich im Spätherbst verändert.

Unter Schutz

Der Biber, der unter strengem Schutz steht, ist als reiner Vegetarier auf Pflanzennahrung und Früchte angewiesen. Vor der kalten Jahreszeit muss er seine Ernährung umstellen, da die Vegetation ab Herbst sowohl quantitativ als auch qualitativ nicht mehr ausreichend für ihn ist. Hierbei hat der Biber Rinde und dünne grüne Zweige im Visier. Er kann nicht auf die Bäume klettern, um an die Zweige heranzukommen, weshalb er die Bäume fällt.

Das Baummaterial wird zerkleinert und in der Nähe des Biberbaus in sogenannten Nahrungsflößen als Vorrat gelagert. Von dickeren Ästen wird die Rinde abgefressen. Das blanke Holz dient dann anschließend zum Dammbau oder der Biberburg. Die Bauwerke des Bibers stehen ebenfalls unter Schutz und dürfen nicht eigenmächtig entfernt oder zerstört werden. Der Biber handelt also nicht aus zerstörerischem Antrieb heraus, sondern um den Winter zu überleben. Gleichwohl kann es sehr ärgerlich sein, wenn ein stattlicher Apfelbaum über Nacht einfach gefällt wurde. Auch andere Bäume an Gewässern können wertvoll sein und dienen oftmals auch als Lebensraum für Vögel, Kleinsäuger oder Insekten. Aus diesem Grund kann man Bäume vor Biberverbiss schützen, indem man den Stamm mit Maschendraht umwickelt. Dies hat sich als gute Schutzmaßnahme bewährt.

Das Land Baden-Württemberg stellt aus diesem Grund kostenlosen Maschendraht zur Verfügung. Baumbesitzer, die ihre Bäume an Gewässern vor dem Biber schützen möchten, wenden sich bitte an den Bauhof ihrer Gemeinde im Main-Tauber-Kreis.

Biberberater der unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt des Main-Tauber-Kreises bieten zudem eine kostenlose Beratung bei Konflikten mit dem Biber an.