Boxberg

„Schule für Musik und Tanz im Mittleren Taubertal“ Bei der „Musik im Advent“ zeigten die junge Teilnehmer ihr Können

Bemerkenswerte Harmonie gezeigt

Mit der „Musik im Advent“ stimmten die Schüler der „Schule für Musik und Tanz im Mittleren Taubertal“ auf das Fest ein.

Schweigern. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Wer an einem Konzert der „Schule für Musik und Tanz im Mittleren Taubertal“ teilnehmen darf, der hat die ersten musikalischen Schritte auf dem ausgewählten Instrument bereits hinter sich. Sollten allerdings bei der „Musik im Advent“ in der Pfarrkirche in Schweigern vielleicht doch nicht so korrekte Töne zu hören gewesen sein, wurde das beim Alter der Mitwirkenden wohlwollend ignoriert. Beifall gab es nach jedem Beitrag und der war mehr als verdient.

Nachdem die Kleinsten mit „Wir sagen euch an den lieben Advent“ die Aufmerksamkeit der Besucher auf den Altarraum gelenkt hatten, begrüßte Iris Bayer vom Kirchengemeinderat alle Mitwirkenden und Zuhörer.

Den stimmungsvollen Auftakt bestritt das Flötenorchester (Rania Hohstadt, Johanna Stößer, Nele-Maxima Siegl, Leticia Ernst, Alexandra Güßgen, Vanessa Lauer, Antonia Koke, Emilia Kilian und Stefanie Helmer) mit „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ (nach Johann Sebastian Bach, Bearbeitung E. Weinzierl) und „Maria durch ein Dornwald ging“ (von E. Wächter). Die Lieder passten in die Jahreszeit und die Mädchen zeigten eine bemerkenswerte Harmonie auf ihren Instrumenten.

Musikalisch fast einen Kontrast präsentierte danach das Cello-Trio mit Jule Reichert, Ida Fischer und Kristian Koppányi mit „Balletto“ von Giovanni Gastoldi und „Marche des Rois“ (aus Frankreich). Die drei bewiesen ein Gefühl für die Melodie.

Von klein bis groß war beim Streicher-Vororchester alles dabei. Zusammen bildeten sie einen großen Klangkörper. „Dona Nobis Pacem“, ein altdeutscher Kanon, und das traditionelle „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ brachten ihnen jede Menge Applaus ein.

Mut vor großem Publikum zeigte auch Belinda Kuhn mit Klavierbegleitung von Sonja Freitag. Ihr Lied „Gold von den Sternen“ aus dem Musical „Mozart“ von Sylvester Levay trug sie nicht nur überzeugend vor, es zeigte sich auch ihre zwar noch junge, aber dennoch großartige Stimme.

Musikalische Themenwechsel

Der Titel lässt es erahnen: Anderes Tempo, fast schon ganz andere Musikart – aber perfekt vorgetragen bei „Heiter und Ruhig gehend“ aus der „Heiteren Suite“ von Willy Trapp vom Blockflötenquartett (Anna Gehrig, Emilia Lorenz, Stella Makosch und Hanna Bruchmann) vorgetragen. Ein sprichwörtlicher Klassiker ist „Hallelujah“ von Leonhard Cohen. Philipp Christ und Jochen Kaiser „produzierten“ mit diesem Beitrag eine auffallende Stille in der Kirche. Man hätte die berühmte Stecknadel fallen hören.

Es folgte wieder ein musikalischer Themenwechsel, wenn auch beim ersten Teil, der „Siciliana“, ähnlich ruhig und nachdenklich, sich steigernd beim zweiten Teil, dem „Allegro“, aus der Sonate F-Dur von Georg Friedrich Händel und mit Henrik Appel auf der Blockflöte und Edgar Tempel am Cello.

Aurelia Böhner (Trompete) und Claudia Heidrich (Klavier) ließen beim „Andantino“ aus der Sonata Nr. 1 von James Hook (Bearbeitung Peter Wastall) und dem traditionellen „Joshua Fit‘ the Battle of Jericho“ (Bearbeitung Alan Gout) trotz ihrer Jugend eine außergewöhnliche musikalische Qualität hören.

Bei der Interpretation von „Heaven“ von Bryan Adams war Maylin Brenner (Gesang), von Sonja Freitag am Klavier begleitet, ganz nah am Original und der Komponist hätte ihr und ihrer fantastischen Stimme sicher auch begeistert applaudiert. Mit Eifer und ganzem Herzen war dann noch einmal das Blockflötenquartett dabei. „Es kommt ein Schiff geladen“ in einem Arrangement von Edgar Tempel und „Sarabande“ von Georg Friedrich Händel waren absolut fehlerfrei. Das passte ganz einfach.

Einmal mehr sehr gut aufeinander abgestimmt, und diesmal ohne Lehrer, präsentierten sich die Cellisten Jule Reichert und Kristian Koppányi mit einem Duo für zwei Violoncelli, Andante-Allegro von Ignatz Pleyel. Da steckte jede Menge unüberhörbare erfolgreiche Übung dahinter.

Das Flötenorchester ließ mit „Engel haben Himmelslieder“ in einer Bearbeitung von E. Weinzierl zunächst weihnachtliche Klänge hören, dem mit der „Pastorale“ aus dem „Concerto Grosso Op.6, Nr.8“ von Arcangelo Corelli (Bearbeitung Rudolf Mauz) eher konzertante Töne folgten, die für die Zuhörer einfach einen Genuss bildeten.

Die Dankesworte und Glückwünsche des Schulleiters Edgar Tempel galten besonders den jugendlichen Mitwirkenden, die nach seiner Meinung souverän gespielt hatten und optimal vorbereitet waren. Ein tolles Konzert bedeute aber auch eine hervorragende Zusammenarbeit, hier mit der Stadt Boxberg und der Kirchengemeinde Schweigern, wie er besonders hervorhob. Sein Dank galt den Lehrern und Eltern, letztere als dankbares Publikum mit viel Beifall als Lohn für die Kinder. Die Spenden kamen der Kirche und der Schule zugute.

Zum Abschluss des Konzerts begeisterte schließlich Antonia Koke mit ihrer Stimme, von Sonja Freitag am Klavier begleitet. „Shallow“ aus dem Film „A star is born“ von Bradlay Cooper/Lady Gaga sang sie absolut tonsicher und bescherte damit einem besonderen Konzert einen passenden und gelungenen Abschluss.

Für das Einstudieren der Musikstücke waren Sonja Freitag (Gesang), Stefanie Helmer (Querflöte, Blockflöte), Manja Huber (Streichorchester), Jochen Kaiser (Gitarre), Klaus Wangorsch (Trompete), Tina Zaß (Blockflöte) und Edgar Tempel (Blockflötenquartett, Cello) verantwortlich. erha