Boxberg

Seit 50 Jahren verheiratet In Schwabhausen begehen an diesem Samstag Rudi und Ursula Wiederroth das Fest der goldenen Hochzeit

Bei Erste-Hilfe-Kurs hat es so richtig gefunkt

Archivartikel

Auch wenn sich Rudi und Ursula Wiederroth, geb. Knörzer, ihre goldene Hochzeit anders geplant hatten, ist dieser Tag für sie trotzdem ein besonderer.

Schwabhausen. „Wir sind dankbar für die guten und schwierigen Zeiten. Wir sind ein gutes Team“, so ihr Fazit. Dass diese fünf Jahrzehnte so gut funktioniert haben, ist auch damit begründet, dass das Miteinander in Familie, Beruf, aber auch in der Freizeit stets an oberster Stelle stand. Das Engagement für die Gemeinschaft und die Mitmenschen zieht sich wie ein roter roter Faden durch Leben und Ehe.

Drei Kinder

Kennengelernt hatten sich die beiden beim Erste-Hilfe-Kurs in Schwabhausen im Januar 1966, der von Rudi Wiederroth als DRK-Ausbilder durchgeführt wurde. Am 20. März gab man sich auf dem Standesamt das Ja-Wort, einen Tag später schloss man in der evangelischen Kirche Schwabhausen den Bund fürs Leben. Man zog in das neu errichtete Wohnhaus in Schwabhausen, wo die zwei mit ihren drei Kindern Thomas, Petra und Steffen lebten. Heute ist es noch zentraler Treffpunkt für die ganze Familie , zu der auch vier Enkelkinder gehören.

Ursula Wiederroth erblickte am 13. Juni 1949 in Boxberg das Licht der Welt. Hier verbrachte sie Kindheit und Jugend. Nach der Volksschule in Windischbuch, besuchte sie die Hauswirtschaftliche Berufsschule in Boxberg und Buchen und absolvierte eine Ausbildung, die sie mit der Prüfung zur Ländlichen Hauswirtschaftsgehilfin abschloss. Danach war sie in verschiedenen Kurbetrieben in Bad Mergentheim tätig.

Während der Familienpause, in der sie auch die Betreuung der Eltern übernahm, trat sie 1976 dem DRK bei. 1984 begann die Jubilarin mit der Ausbildung als Schwesternhelferin, bewarb sich 1986 beim Pflegeheim in Boxberg, wo sie eine Anstellung in der Alten- und Krankenpflege bekam, die sie bis zu ihrem Ruhestand 2012 ausführte. Und auch heute legt sie die Hände nicht in den Schoß. Haus und Garten, Anlagenpflege auf dem Friedhof, um die Kirche und in der Ortsdurchfahrt, Einsatz bei den örtlichen Vereinen und die Enkelbetreuung stehen auf der Tagesordnung. Und natürlich ist sie nach wie vor engagiertes Mitglied im DRK-Ortsverein Boxberg.

Starker Rückhalt

Dass Ursula Wiederroth stets ein starker Rückhalt für Ehemann Rudi war, ist selbstredend. Am 4. November 1943 erblickte er in Boxberger Bezirkskrankenhaus, das als Alten- und Pflegeheim bis zu seinem Ruhestand 2007 auch seine berufliche Wirkungsstätte als Heimleiter war, das Licht der Welt.

Nach dem Besuch des Kindergartens und der Volksschule in Schwabhausen war die Übernahme der elterlichen Landwirtschaft Berufsziel. Nach der Berufsschule besuchte er im Winter 1961 die Heimvolkshochschule Gamburg, bevor er 1962 bis 1970 die Berufsausbildung Landwirt absolvierte, 1970 legte er seine Meisterprüfung ab.

DRK prägt Berufsweg

Doch das Engagement im DRK prägte den weiteren Berufsweg von Rudi Wiederroth. 1971 begann er an der Krankenpflegeschule des Caritas Bad Mergentheim die Umschulung als Krankenpfleger, die er 1974 mit dem Staatsexamen Krankenpflege abschloss.

Nach verschiedenen Einsatzgebieten im Caritas bewarb es sich schließlich um die Stelle als Pflegedienst- und Heimleiter beim Pflegeheim Boxberg, die ihm zum 1. Januar 1982 übertragen wurde und die er bis zu seinem Ruhestand 2007 ausführte.

Stolz ist Wiederroth, dass in seiner aktiven Tätigkeit das neue Pflegeheim Boxberg realisiert worden sei. Doch auch ehrenamtlich ist er in den örtlichen Vereinen, der Dorfgemeinschaft und der Stadt Boxberg tätig. Unter anderem war er kommunalpolitisch engagiert. Von 1973 bis 1975 und von 1984 bis 2004 war er Boxberger Stadtrat und von Dezember 1987 bis Dezember 1999 Ortsvorsteher von Schwabhausen.

Seine besondere Zuneigung galt aber dem Roten Kreuz. 1961 trat er in die DRK-Bereitschaft Königshofen ein. Bereits zu diesem Zeitpunkt absolvierte er die Erste-Hilfe-Ausbildung und den Sanitätslehrgang sowie 1965 den Ausbilderlehrgang. 1975/1976 war er kommissarischer Führer der Bereitschaft Königshofen bis die Bereitschaft Boxberg-Assamstadt gegründet wurde, deren Bereitschaftsführer er bis 2015 war. Als 1989 der DRK-Ortsverein Boxberg aus der Taufe gehoben wurde,e übernahm er bis 2015 das Amt der Vorsitzenden.

Jetzt im Ruhestand gilt sein Hauptaugenmerk dem Haus, den örtlichen Vereinen, mit der Ehefrau den Pflegemaßnahmen im Dorf, auf dem Friedhof und an der Kirche und dem Männerchor.

Und als neues Hobby spielt er beim Posaunenchor Neunstetten das Barriton-Horn.

Gerne hätte man diesen Ehrentag mit einem Dankgottesdienst und einer Feier begangen. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Sicher werden aber die Glückwünsche auf vielfältige Weise das Jubelpaar erreichen. Diesen schließen sich auch die Fränkischen Nachrichten an. prewe