Boxberg

Ferienprogramm Nachtwächter-Wanderung

Auf verschlungenen Wegen unterwegs

Archivartikel

Boxberg.Die erste Nachtwächter-Wanderung im Rahmen des Ferien-Programms hatte die Stadt Boxberg angeboten. Mit Dr. Dieter Thoma ging es auf manch verschlungenen Wegen entlang der ehemaligen Stadtmauer. Die Führung war mit Geschichten und Sagen angereichert.

Am Treffpunkt beim Rathaus stellte der Nachtwächter seine Aufgaben und Ausrüstung vor. In einer Zeit ohne Handy und Telefon, ohne elektrischen Strom und öffentliche Lampen hatte er für die nächtliche Sicherheit zu sorgen. Der Nachtwächter schlug Alarm, sobald er Feuer oder verdächtige Personen entdeckte. Er durfte Fremde kontrollieren und, wenn nötig, festnehmen. Oft hatte er bei seinen Rundgängen auch die Stunden auszurufen oder auszublasen; das diente auch der Kontrolle seiner Tätigkeit.

Die Wanderung führte vom Brunnen im Rathaus-Innnenhof durch die alte Stadtmauer in Richtung See. Oberhalb der „Wäsch“, dem ehemaligen Brandweiher, stand an der Hauptstraße bis vor 200 Jahren das Brunnentor oder Angeltürner Tor. Es begrenzte Alt-Boxberg nach Westen hin. Von dort aus verlief die alte Mauer geradewegs hoch bis zur Burg. Hier oben war die geeignete Umgebung für die Sagen von der „Guten Frau von Rosenberg“ und dem „Meisterschützen von Boxberg“.

Vorsichtig tappten die Eltern und Kinder im Dunkeln der früheren Burg durch die Burggräben und den letzten erhaltenen unterirdischen Gang. Über vergessene Treppchen leitete der Nachtwächter die Gruppe zurück ins beleuchtete Boxberger Wohngebiet. Quer zur Hauptstraße am Rathaus-Eck stand einst das Eckmannstor oder Schweigerner Tor, das Alt-Boxberg nach Osten hin abgrenzte. Die Wanderung endete am plätschernden Rathaus-Brunnen, der die Wappen aller heutigen Stadtteile trägt.