Bad Mergentheim

Hohenlohekreis BBT-Gruppe stellte dem Kreistag den aktuellen Stand der Planungen zum Neubau des Hohenloher Krankenhauses in Öhringen vor

Zukunftsweisender Gesundheitscampus

Archivartikel

Öhringen/Bad Mergentheim.Im Rahmen einer Kreistagssitzung in Öhringen haben der Geschäftsführer der Barmherzige-Brüder-Trier-GmbH (BBT), Matthias Warmuth, BBT-Regionalleiter Marc Reggentin und die Kaufmännische Direktorin des Hohenloher Krankenhauses, Melanie Junge, den Stand zum geplanten Neubauprojekt des Hohenloher Krankenhauses vorgestellt. Siehätten außerdem eine erste Bilanz der Patientenversorgung während der Corona-Pandemie gezogen, heißt es in einer BBT-Pressemitteilung.

„Trotz der großen Herausforderungen für das Hohenloher Krankenhaus durch die Corona-Pandemie haben wir in den vergangenen Monaten das geplante Neubaupro-jekt in Öhringen vorangetrieben und arbeiten intensiv daran, den Neubau im vorgegeben Kostenrahmen auf den Weg zu bringen“, fasste Matthias Warmuth den aktuellen Sachstand zusammen. Mit der Umstellung auf das so genannte „Partnering-Verfahren“ habe man Anfang des Jahres eine wegweisende Entscheidung für den weiteren Pla-nungs- und Realisierungsprozess getroffen. „Das bedeutet, dass wir schon zu einem frühen Zeitpunkt den Partner mit einbeziehen, der auch für die Umsetzung des Bau-vorhabens zuständig ist. Dadurch schaffen wir Planungssicherheit und zugleich Kostentransparenz und können Mehrkosten vermeiden“, ist Warmuth überzeugt. Aus dem europaweiten Ausschreibeverfahren seien mehrere Anbieter hervorgegangen.

„Die Verhandlungen über ein Angebot mit einem garantierten Maximal-Preis befinden sich in der entscheidenden Phase und stehen kurz vor dem Abschluss“, so der BBT-Geschäftsführer.

Der Neubau eines modernen 205-Betten-Krankenhauses soll ab 2021 neben dem bisherigen Klinikgebäude an der Hindenburgstraße entstehen und das jetzige Krankenhausgebäude ersetzen. Vorgesehen sind unter anderem eine moderne Entbindungsstation mit drei Kreißsälen und Vorbereitungsräumen. In einem zentralen interdisziplinären Eingriffszentrum werden vier modern ausgerüstete OP-Säle zur Verfügung stehen.

Außerdem ist eine „High-Care-Einheit“ mit zehn Intensivplätzen und weiteren vier Plätzen für die Schlaganfallversorgung auf der „Stroke Unit“ geplant. In unmittelbarer Nähe dazu wird ein Herzkatherlabor für die Diagnostik und Therapie von Herzerkrankungen angebunden sein.

An Bedürfnissen orientiert

„Gemeinsam mit vielen Mitarbeitenden aus dem Haus haben wir ein Raum- und Funktionsprogramm erstellt, das auch mit dem Landessozialministerium abgestimmt ist“, erläuterte Marc Reggentin, seit Frühjahr BBT-Regionalleiter in Tauberfranken-Hohenlohe.

„Der Neubau wird zum einen die Erfordernisse einer modernen funktionellen medizinischen Versorgung erfüllen. Die Aufteilung des Gebäudes, die Architektur und die Laufwege werden sich zum anderen ganz an den Bedürfnissen der Patienten orientieren. Wir wollen damit die bauliche Grundlage für die hochwertige medizinisch-pflegerische Versorgung für die Menschen im Hohenlohekreis schaffen“, betonte Reggentin.

Das Krankenhaus soll dabei ein erster Schritt auf dem Weg zu einem zukunftsweisenden „Gesundheitscampus“ auf dem Areal zwischen Hindenburgstraße und Sudetenstraße sein. „Das Gelände dort bietet uns viele Entwicklungsperspektiven, die wir derzeit schon mitdenken. Mittelfristig könnten dort zum Beispiel Gebäude für unser Bildungs-zentrum „Gesundheit und Pflege“ sowie für ein Wohnheim und für ein medizinisches Versorgungszentrum entstehen; Platz wäre auch für den Neubau des Seniorenzentrums“, gab Reggentin einen Ausblick in die weitere Zukunft. Ein neues Parkhaus gleich am Eingang zum Gesundheitscampus könnte darüber hinaus zu einer Ver-kehrsberuhigung für die Anwohner beitragen. Die Leistungsfähigkeit des Hohenloher Krankenhauses bei der medizinischen Versorgung der Bevölkerung stellte die Kaufmännische Direktorin Melanie Junge in ihrer Corona-Zwischenbilanz mit Zahlen und Daten unter Beweis. Bis heute wurden rund 270 Corona-Patienten ambulant und stationär im Hohenloher Krankenhaus behandelt. „Der Hohenlohekreis als einer der frühen Corona-Hotspots in Deutschland hat uns mit der rasch steigenden Zahl an COVID-19-Patienten vor enorme Herausforderungen gestellt“, betonte Melanie Junge. „Dank unserer frühen umsichtigen Vorbereitungen waren wir jedoch immer in der Lage, alle Corona-Patienten aufzunehmen und gut zu versorgen.“

Zum Höchststand der Pandemie in der Region wurden im Hohenloher Krankenhaus 144 Betten für COVID-19-Patienten vorgehalten. Um mehr schwerkranke Patienten auf der Intensivstation versorgen zu können, wurde die Beatmungskapazität auf zwölf Plätze aufgestockt. Alle planbaren Eingriffe wurden zwischen Mitte März und Anfang Mai abgesagt. „Wir haben außerdem im Erdgeschoss eine zweite Notaufnahme speziell für Corona-Patienten eingerichtet, um infektiöse von nicht-infektiösen Notfallpatienten zu trennen“, berichtete Junge.

„Dank der sehr guten Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und dem Landkreis, der kollegialen Kooperation mit den Nachbarkrankenhäusern und vor allem dank der hohen Einsatzbereitschaft und Flexibilität unserer Mitarbeitenden haben wir die Herausforderungen der Corona-Pandemie bislang sehr gut bewältigt“, zog Melanie Junge ein positives Zwischenfazit.

Auch bundesweit habe diese Leistung des Hohenloher Krankenhauses inzwischen Anerkennung erfahren. „Das F.A.Z-Institut hat unsere Mitarbeiter ganz aktuell für ihr ’herausragendes Engagement’ als ’Helden in der Krise’ ausgezeichnet – eine wunderbare Bestätigung für unsere Arbeit in den zurückliegenden Monaten.“ pm

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