Bad Mergentheim

Leserbrief Zum Redaktionsgespräch mit Vertretern der Grünen-Fraktion / Thema "Windkraft"

"Wir haben bei uns viel zu viel gemacht"

Es war schon starker Tobak, den die Grünen-Stadträte bei ihrem Redaktionsgespräch mit Sascha Bickel (am 21. Juli zu lesen) auftischten. Über die Aussagen von Sylvia Schmid und Thomas Tuschhoff wunderte ich mich (gelinde ausgedrückt).

Über die Windkraft und die Sonderstellung von Bad Mergentheim im Kreis ist alles schon x-Mal geschrieben worden - ich bringe heute nur ein paar Zahlen in Erinnerung: Der Main-Tauber-Kreis hat 122 Windräder bereits in Betrieb, viele andere Landkreise in Baden-Württemberg kein einziges, darunter ist das Bodenseegebiet (Erholungslandschaft). Fakt ist also meiner Meinung: Das "Liebliche Taubertal" ist der Standort der Rädermacher. Wir haben viel zu viel gemacht - alle anderen Kreise zu wenig. Landrat Reinhard Frank hat dies auch festgestellt und das Ende der Fahnenstange ausgerufen. Wir bauen keine neuen Windräder mehr. Dabei kommen noch einige hinzu, die noch im Schnellverfahren im Dezember 2016 genehmigt wurden, da ab Januar 2017 andere Vorschriften gelten. Also lautet die Formel: Ist-Bestand 122 plus x gleich Endbestand.

Wissen Sie auch, dass Windräder zu erheblichen Wertminderungen bei den Verkehrswerten von Immobilien zu Lasten der Grundstückseigentümer führen? Und Windräder im Wald gehen überhaupt nicht. Da gibt es auch keine Ausnahmen. Wer den Vortrag von Enoch zu Gutenberg in Althausen gehört hat, weiß warum, das so ist. Vor einiger Zeit war dieser kompetente Mann auf Einladung der Bürgerinitiative "Windkraft - Nein, danke" Althausen/Apfelbach mit einem eindrucksvollen Referat zu hören. Ich meine, dass ich dort auch Herrn Tuschhoff gesehen habe. Warum halten Sie dann an Ihrer Position fest?

Noch etwas habe ich gefunden: Das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zog bereits im Juli 2013, in einem Beitrag unter dem Titel "Aufstand in der Rotorsteppe", eine vernichtende Bilanz zum Windkraftausbau in den vergleichsweise windschwachen und daher für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraftbetrieb völlig ungeeigneten südlichen Bundesländern Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.