Bad Mergentheim

Zählung Vorgehensweise der Bestandsanalyse im Detail

Wie das Monitoring funktioniert

Archivartikel

Bad Mergentheim.Das landesweite Rebhuhn-Monitoring erfolgt in eigens eingeteilten Gebieten (hier „Tauberland“) mit darin liegenden Transekt-Zonen. Es besteht aus den zwei Komponenten Frühjahrs- und Spätsommerzählung.

Die Frühjahrszählung erfolgt an zwei Terminen. Im „Tauberland“ war die erste direkt im Anschluss an den Vortrag, die zweite Zählung findet am 9. März statt.

Die Methode: Aus transportablen Lautsprechern werden die Rufe eines einfliegenden Hahnes abgespielt; der territoriale Balzhahn wird dadurch „provoziert“. Oftmals reagiert er darauf mit Rufen oder gar Annäherung. Alle „Antworten“ sowie gesichtete Individuen – auch die Hennen – werden gezählt und auf einem Formblatt schriftlich festgehalten.

Damit können Aussagen zu Brutpaaranzahl und Reviereinheiten getroffen werden. Die „Zähler“ – Zweier- oder Dreiergruppen – lassen den Lautsprecher bei den alle 100 Meter eingelegten Stopps erschallen, warten auf Reaktionen, tragen die „Ergebnisse“ ein und laufen dann zügig zum nächsten Punkt entlang der „Transekt“-Fläche. Die Methode erlaubt eine simultane Zählung auf größerer Fläche und kann auch von geschulten Laien angewendet werden. Zudem haben die Wissenschaftler im Revier Löffelstelzen 37 autarke „bioakustische“ Zähler aufgestellt; sie zeichnen Rebhuhn-Rufe auf und ergänzen somit das von den Freiwilligen erstellte Zahlenmaterial. „Wir machen zwei Zählungen, um mehr Verlässlichkeit zu haben“, machte die Wildbiologin auf die Bedeutung des Folgetermins 9. März aufmerksam.

Bei der Spätsommerzählung – sie reicht bis in den Frühherbst – werden die Rebhühner (ein Familienverband wird „Kette“ genannt) mittels Wärmebildkamera und Scheinwerfer erfasst. Das liefert Aufschlüsse über die Zahl der Familienverbände und deren Zusammensetzung, zudem zum eventuellen Bruterfolg und Mortalitätsraten. Diese Zählung wird von Mitarbeitern der WFS, des Landesjagdverbandes und Revierpächtern an mindestens drei Terminen vorgenommen. Das Rebhuhnmonitoring wird ergänzt mit einer Flächennutzungskartierung sowie einer Habitats (Lebensraum)-Strukturanalyse. hp

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