Bad Mergentheim

Förderverein „Kirche hilft Menschen“ Hauptversammlung mit Berichten über die Diakonie und die psychologische Beratungsstelle

Wichtige Unterstützung in Krisensituationen

Bad Mergentheim.Mit jährlich rund 10 000 Euro unterstützt der Förderverein „Kirche hilft Menschen“ die Diakonie und die psychologische Beratungsstelle der evangelischen Kirche. Die überdurchschnittlichen Spendeneinnahmen des vergangenen Jahres würdigte der Vereinsvorsitzende Manfred Schaffert bei der Mitgliederversammlung. Rückläufig sei allerdings die Mitgliederzahl, die Mitgliederwerbung gestalte sich schwierig. Derzeit habe man nur noch 84 Mitglieder. Angesichts knapper Kassen der Kirche sei die Einrichtungen auf die Unterstützung des Vereins angewiesen.

Gut gefüllte Kasse

Kassenverwalter Wolfgang Schuch präsentierte eine gut gefüllte Kasse und sprach von einem „soliden finanziellen Fundament“. Für den weggezogenen Schriftführer Thomas Burk wurde Susanne Schmitt, bisher Beisitzerin, als Nachfolgerin gewählt.

Über die Arbeit der beiden unterstützten Stellen informierten die Stellenleiterinnen. Sozial- und Lebensberatung ist bei der evangelischen Diakonie ebenso gefragt wie Hilfe bei Suchtproblemen und Schwangerschaftskonflikten. Dafür steht in Bad Mergentheim ein Team von Fachkräften zur Verfügung. Es gehe darum, „Menschen in Schwierigkeiten das Leben ein bisschen leichter zu machen“, stellte die Diplom-Sozialpädagogin (FH) Barbara Veeh fest. Sie leitet beim „Diakonischen Werk im Main-Tauber-Kreis“ die Beratungsstelle in der Kurstadt. 524 Klienten wurden im letzten Jahr beraten. Bei der „Sozial- und Lebensberatung“ mit 80 Ratsuchenden gehe es auch um fehlenden Wohnraum, falsch berechnete Sozialleistungen und zunehmenden Leistungsdruck. Zwei Gesprächsgruppen gebe es für psychisch Kranke, eine davon in Weikersheim. Im Bereich Schwangerenberatung gebe es verstärkt Anfragen von Frauen mit Migrationshintergrund – geboten würden Informationen über soziale Fragen, aber auch Beratung in Konfliktfällen. Bei der Suchtberatung für den südlichen Main-Tauber-Kreis würden neben den Betroffenen auch viele Angehörige beraten (134 Klienten), oft sei hier eine langfristige Begleitung erforderlich. Die Mitarbeiterinnen kümmerten sich auch um Therapievermittlung in stationäre Einrichtungen, die Nachsorgebetreuung und die Selbsthilfegruppen. In der „Kontaktstelle für Hörgeschädigte“ seien 26 Personen beraten worden. Stark zugenommen habe der Bedarf an Schuldnerberatung. Für 34 Klienten gab es eine Kurberatung und -vermittlung.

Sprachförderung für Kinder

Federführend sei das Diakonische Werk auch beim Tafelladen. Seit elf Jahren bestehe außerdem der täglich geöffnete Kleiderladen „Anziehend“. Man habe eine Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund aufgebaut. Schließlich sei die Diakonie auch mit dabei beim Familiencafé KEK und der Aktion „Familienpaten“. Eine „Familienhebamme“ kümmere sich um Frauen und Kinder. Die „Koordinationsstelle für die Flüchtlingsarbeit“ betreue fünf ehrenamtliche Helferkreise mit rund 200 Mitgliedern. Beteiligt sei man auch am „Café Kontakt“.

Die Beratungsstelle befindet sich im Dietrich Bonhoeffer-Haus in der Härterichstraße 18. Die Psychologische Beratungsstelle ist ebenfalls dort untergebracht. Sie hat ihren Schwerpunkt in der Erziehungsberatung. Die Stelle unterstützt Familien, ermutigt belastete Menschen in Krisenzeiten und hilft, Paarkonflikte zu klären. Geleistet wurden, wie Stellenleiterin Eva Maria Reinmuth darstellte, im letzten Jahr 366 Beratungsverläufe, davon 265 Erziehungs- und Jugendberatungen, 61 Lebensberatungen und 40 Eheberatungen. Zusammen sind dies 1874 Beratungsstunden, also durchschnittlich 5,3 Stunden pro Fall. In der Regel, so die Stellenleiterin, sei es möglich, zeitnah einen ersten Beratungstermin anzubieten. Durch das Konzept der „integrierten Beratung“ könnten die verschiedenen Beratungsarten unter einem Dach angeboten werden, oft sogar von demselben Berater. Offen sei die Beratungsstelle für jedermann.

Über 70 Prozent der Fälle gehörten zum Bereich Erziehungs- und Jugendberatung, wobei die Jugendberatung immer stärker in Anspruch genommen werde. Häufig kämen Jugendliche auch aus eigener Initiative. Ein Schwerpunkt seien die Bereiche „Umgangsberatung“ und „Betreuter Umgang“. Hier gehe es um die Unterstützung von Eltern in der „oft äußerst konfliktreichen Phase nach Trennung und Scheidung“. Im Arbeitsschwerpunkt „Elternschule“ wolle man den Eltern „präventive, informative und begleitende Angebote machen“.

Mobile Sprechstunden

Dazu kämen mobile Sprechstunden, Elterncafés und Vorträge. Außensprechstunden gebe es in Creglingen und Niederstetten. Das Sekretariat ist unter Telefon 07931/8069 erreichbar – montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr, dazu montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr.