Bad Mergentheim

Mobile Jugendbetreuung Bisheriger Leiter arbeitete maßgeblich am Wachstum der Organisation / Ehemals 24, heute 60 Mitarbeiter

Werner Pfeiffer geht nach elf Jahren in den Ruhestand – Michael Ebert übernimmt

Archivartikel

Bad Mergentheim/Creglingen.Werner Pfeiffer geht in den wohlverdienten Ruhestand. Zum 1. September wechselt die Bereichsleitung der Mobilen Jugendbetreuung der Jugendhilfe Creglingen. Nachfolger wird Michael Ebert.

Stetiges Wachstum

Unter der Leitung von Pfeiffer sind die Mobilen Hilfen in den letzten elf Jahren stetig gewachsen. Das zeigt auch die Mitarbeiterzahl, die in dem Zeitraum von 24 auf 60 gestiegen ist. Als ausgebildeter Diakon, Sozialpädagoge und systemischer Familientherapeut leitete er geschickt das immer größer werdende Tätigkeitsfeld. Werner Pfeiffer hatte stets das Wohl der Familien und Kinder sowie seiner Mitarbeiter im Blick. Mit seiner ruhigen, besonnenen, ausgleichenden Art war er auch bei den Kooperationspartnern wie den Schulen und dem Jugendamt sehr beliebt.

Werner Pfeiffer begründete ebenso wie sein Nachfolger Michael Ebert die Ausweitung der Mobilen Hilfen mit der wachsenden Nachfrage nach ambulanten Jugendhilfeangeboten. Aufgrund veränderter gesellschaftlichen Bedingungen sind die Anforderungen an das „Elternsein“ gestiegen. Wie auch dem Jugendhilfebericht des Landkreises zu entnehmen ist, sind es Familien mit Krisen in der Familienbiografie, die das Risiko für die Inanspruchnahme von Jugendhilfeleistungen erhöhen. Beispielsweise sind hier Familien mit geringem Einkommen, bildungsferne Haushalte, Alleinerziehende und Patchwork-Familien genannt. Weiterhin könnte der Verlust sozialer Kompetenz aufgrund von Ängsten oder Depressionen oder gruppendynamischer Prozesse, zum Beispiel Mobbing, Ursachen sein, Jugendhilfe in Anspruch zu nehmen. Da man den Familien mit der Schulsozialarbeit oder den ambulanten Hilfen frühzeitig Angebote machen kann, ist zumindest dadurch die Nachfrage nach den wesentlich teureren stationären Hilfen nicht gestiegen. Ebenso gibt es eine Entwicklung, dass Erziehungshilfen von den Familien stärker eingefordert werden.

Seit 2000 aktiv

Der neue Bereichsleiter der Mobilen Hilfen Michael Ebert ist seit 2000 bei der Jugendhilfe Creglingen. Nach einer Ausbildung zum Elektroniker kam er über den Zivildienst in den sozialen Bereich. Der staatlich examinierte Heilpädagoge, der zahlreiche Zusatzqualifikationen – etwa eine Diagnostikausbildung, systemische Beratung, Spieltherapeut und heilpädagogische Traumapädagogik – mitbringt, war bereits seit 2016 der stellvertretende Bereichsleiter der Mobilen Jugendbetreuung. Zuvor baute er unter anderem die Tagesgruppe in Lauda mit auf und arbeitete im Fachdienst.

Referent an Fachschule

Nach einer nebenberuflichen Tätigkeit als Referent an der Fachschule für Heilpädagogik in Neckarsulm bietet er weiterhin beim Main-Tauber-Institut, dem Weiterbildungsinstitut der Jugendhilfe Creglingen, Schulungen an. Dem erfahrenen Pädagogen liegen besonders das Menschenbild und die Haltung der Heilpädagogik am Herzen, dieses möchte er in seinem neuen Tätigkeitsfeld weitergeben. Ebenso arbeitete er immer sehr gerne direkt mit den Kindern und Familien und so möchte er auch künftig bei komplexen Einzelfällen den Mitarbeitern beratend und therapeutisch zur Seite stehen. Michael Ebert fühlt sich von seinem Vorgänger gut vorbereitet und eingearbeitet. Drei Gruppenleiter und ein Teamleiter unterstützen und entlasten den neuen Bereichsleiter unter anderem bei der Koordination der Hilfen. Das Team sieht er gut aufgestellt mit tollen engagierten Mitarbeitern. Mit seinem zugänglichen und herzlichen Wesen will Michael Ebert als Ansprechpartner für die Mitarbeiter aber auch für die betreuten Kinder, Jugendlichen und ihren Familien zur Verfügung stehen.

Die Mobile Jugendhilfe besteht in Bad Mergentheim seit 1993. Für den südlichen Main-Tauber-Kreis werden alle ambulanten Jugendhilfeleistungen, zum Beispiel Sozialpädagogische Familienhilfen und Erziehungsbeistandschaft, angeboten. Weiterhin gehören die Jugendsozialarbeit an den beruflichen Schulen in Bad Mergentheim und die Schulsozialarbeit an den Schulen in Lauda und Weikersheim zur Mobilen Jugendbetreuung. Die Angebote für unbegleitete minderjährige Ausländer werden ebenso von hier gesteuert. Die Lerngruppe auf Zeit, Integrationshilfen im Kindergarten und Schulbegleitungen sind ebenfalls unter dem Dach der Mobilen Jugendbetreuung zu finden und werden im gesamten Landkreis angeboten. Das Team betreut zudem die Tagesgruppen Lauda und Bad Mergentheim sowie die Soziale Gruppenarbeit und das Jugendhaus Marabu in Bad Mergentheim. pm

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